"Der Verbrenner ist noch lange nicht tot"

Die Geschäfte würden „weitgehend stabil“ laufen, so der kaufmännische Geschäftsführer Martin Schultz. Er räumte aber auch ein: „Es könnte besser sein.“  Dem schwächeren Dieselgeschäft stünden  bessere Zahlen bei den Komponenten für Benziner gegenüber.

Das Bamberger Werk produziert Einspritzventile, Systeme zur Abgasnachbehandlung, Sensorelemente für die Lambdasonde, Düsen, Druckregelventile, Common Rail-Systeme und Zündkerzen. Jeweils etwa 45 Prozent entfallen auf Diesel und Benziner, zehn Prozent auf Zündkerzen.

Batterie-Fertigung läuft aus

Die Zahl der früher täglich hergestellten 300.000 Zündkerzen ist rückläufig, weil sich das Werk nun auf Hightech-Kerzen konzentriert. Auslaufen wird die Produktion von Batterie-Packs für Porsche, bestätigten Schultz und der technische Geschäftsführer Stefan Schmitz.

„Es wird keine Batterie-Fertigung in Bamberg mehr geben.“ Bislang wurden rund 10.000 Packs im Jahr hergestellt. Die betroffenen Mitarbeiter werden an anderen Stellen im Werk eingesetzt.

 

Die Geschäftsführer Stefan Schmitz (links/Technik) und Martin Schultz (Kaufmännisches).
Foto: Roland Töpfer

 

Der Konzern mit Sitz in Stuttgart will 2018 seine Strategie mit Blick auf die kommende Elektromobilität bekanntgeben. Dazu gehört auch eine eventuelle Produktion von Batterien. Ob Bamberg dafür Standort sein könnte? „Reine Spekulation“, sagen die Geschäftsführer.

Was die E-Mobilität angehe, gebe es keine Investitionszusage von Bosch für Bamberg. Schultz stellt klar: „Wir sind ein Verbrennungs-/Einspritzwerk.“

Für den Verbrenner sehen die Geschäftsführer noch viel Potenzial bis weit ins nächste Jahrzehnt hinein. Schultz: „Der Verbrenner ist noch lange nicht tot.“ Mit E-Fuels, das sind mit Strom erzeugte synthetische Kraftstoffe aus Wasser und Kohlendioxid, könnten Verbrenner vielleicht sogar einmal klimaneutral betrieben werden.

Alles digital

Bamberg ist für viele Bosch-Komponenten Leit- und Anlaufwerk für 21 Werke in zwölf Ländern. Im laufenden Jahr werden rund 90 Millionen Euro in Maschinen und Anlagen investiert, was in etwa der Vorjahressumme entspricht. Befristete Stellen wurden zuletzt abgebaut, die Beschäftigtenzahl sank von 8000 auf 7700. Sie soll „zumindest im nächsten Jahr“ stabil gehalten werden, sagt Schultz.

„Wir wissen nicht, was beim Diesel noch kommt.“ Künftige neue Geschäftsfelder könnten die Bereiche hochpräzise Keramik und Metalle sein.  

Die 320 Azubis werden derweil auf Industrie 4.0 ausgerichtet. Alle haben Tablets, programmieren Apps, vernetzen Roboter, haben elektronische Schulranzen statt Bücher. Alles digital. Die Digitalisierung ist für Schultz noch wichtiger als die Elektrifizierung.

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Montag, 13. November 2017 - 11:06