Der Adel gibt sich die Ehre

Eine Stunde lang dauerte die Auffahrt der Gäste auf dem Kirchplatz, musikalisch umrahmt von der Feuerwehrkapelle Trockau. In der randvollen St. Thomaskirche hielt anschließend Pater Paulus Koci OSB in Konzelebration mit dem Trockauer Pfarrer Josef Hell den Traugottesdienst. Der heute in Salzburg tätige Benediktiner kennt den Bräutigam als früherer Leiter des Internats in Kloster Ettal. Brautvater, Freiherr Franz Groß von Trockau, führte seine Tochter Clarissa sichtlich bewegt vor den Traualtar. In seiner Predigt schrieb der Pater dem jungen Paar ins Stammbuch, dass sich lieben nicht bedeute, den anderen besitzen zu wollen, sondern sich vielmehr mit Respekt zu begegnen. Beide seien seiner Einschätzung nach füreinander das Beste, auch wenn beide nicht perfekt seien, was er zumindest beim Bräutigam aus eigener Erfahrung während dessen Schulzeit bestätigen könne.

In Anlehnung an die berufliche Tätigkeit des Moritz von Schnurbein in der Landwirtschaft rief Pater Paulus Koci das Paar zu nachhaltigen Perspektiven auf, denn nur diese würden Leben ermöglichen. Die mitunter extravagante Kleidung der Gäste wollte er nicht als Theater verstanden wissen, sondern als Ausdruck der Hoffnung, dass in der Kirche mehr geschieht als der Abschluss eines Hochzeitsvertrags. Feierliches Gepräge erhielt das Trauamt mit der musikalischen Ausgestaltung durch den St. Thomas-Chor, die Gesangssolisten Christel Schmitt (Sopran), Maria Schmitt (Alt), Norbert und Manuel Lodes (Trompete), Kristian Cvecek, Angela Kutsche, Erwin Hahner, Reginald Hubert und Evgenia Stelmak (Violine), Kathrin Neitz (Viloncello), Jürgen Hiltl (Kontrabass) sowie Ludwig Schmitt (Orgel). Von den bis aus Chicago angereisten Gästen wurde die Brillanz der Musiker und Sänger in den höchsten Tönen gelobt. Kaum jemand wollte glauben, dass es sich beim Chor unter Leitung von Ottmar Schmitt um Laien handle.

Nach dem Gottesdienst wurde das frischgebackene Ehepaar von zahlreichen Gratulanten erwartet. Die Sportgemeinschaft Trockau schenkte Champagner aus, die Feuerwehrkapelle drückte der Braut den Dirigentenstab in die Hände und die Feuerwehr hatte eine Leistungsprüfung mit dem Rettungsspreizer und einer Handspritze aufgebaut.

Anschließend zog die Gesellschaft hinaus in das Schloss. Zur Feier des Tages war das altehrwürdige Gebäude neu getüncht worden. Die Trockauer waren sich einig: „So schön haben wir das Schloss schon lange nicht mehr gesehen“.

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Kommentare

Pater Paulus Koci bei seiner Predikt beim Traugottesdienst ist hier schon sehr daneben, denn es gehört sich nicht zu sagen "... auch wenn beide nicht perfekt seien, was er zumindest beim Bräutigam aus eigener Erfahrung während dessen Schulzeit bestätigen könne."
Der Berichterstatter hätte dies am Besten herauslassen sollen, denn so hat er den Pater auch "beschädigt".