Der 1. Mai: Tag der Arbeit, Tag der Party

Der 1. Mai in Mistelbach

Seit Jahren ist ein Spielplatz in Mistelbach Pilgerstätte für Hunderte feuchtfröhlich feiernde Jugendliche. Sie trinken, tanzen, grillen. Und hinterher lassen viele von ihnen ihren mitgebrachten Unrat liegen. Bürgermeister Matthias Mann hält das für eine fragwürdige Tradition. Er sagt: „Wir machen das, wie in den vergangenen Jahren auch.“ Der Bauhof wird verriegelt, die öffentlichen Toiletten am Spielplatz zum Schutz vor Zerstörung verschlossen. Einzige Neuerung heuer: Es gibt Dixiklos. Das soll die Anwohner entlasten, deren Grundstücke von Betrunkenen schon hemmungslos zum Wildpinkeln benutzt wurden.

Die Polizei kündigt an, die Lage zu beobachten. „Solange alles gesittet abläuft, werden wir nicht einschreiten“, sagt Polizeisprecher Jürgen Stadter. „Wir appellieren an die Vernunft der Teilnehmer, auf die Anwohner Rücksicht zu nehmen.“ Dazu gehört auch, dass die Polizei erwartet, dass die Feiernden ihren Unrat entsorgen, bevor sie sich auf den Heimweg machen. „Das erwarten wir von jedem“, sagt Stadter. Die Ansage: Müll mitnehmen oder ordnungsgemäß entsorgen.

Der 1. Mai auf der Theta

Vor drei Jahren fegte ein feierwütiger Mob über den Biergarten Auf der Theta hinweg. Gläser, Geschirr und Biergarteneinrichtung ging damals zu Bruch. Wirtin Samia Sultan hatte die Nase voll und ließ ihre Gaststätte im darauf folgenden Jahr geschlossen. Vergangenes Jahr war der Biergarten am 1. Mai wieder geöffnet. Und auch heuer empfängt Samia Sultan ihre Gäste. Die Theta feiert ihren 20. Geburtstag. „Da lasse ich es mir doch nicht nehmen, mit meinen Gästen zu feiern“, sagt sie. Es gibt Sau am Spieß und Livemusik. Und wer sich daneben benimmt, fliegt raus, kündigt die Wirtin an.

Der 1. Mai auf dem Herzogkeller

Seine zentrale Veranstaltung hält der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) auf dem Herzogkeller in Bayreuth. Inhaltlich soll es um die Errungenschaften des Sozialstaates und die Diskussion um die Rente gehen, sagt DGB-Kreisvorsitzender Wolfgang Hasibether. Der 1. Mai stehe heuer ganz im Zeichen der Bundestagswahl im Herbst, sagt Hasibether.

Springt der DGB also auf den Schulz-Zug auf? „Das ist eine Medienkampagne“, sagt er. „Damit haben wir nichts zu tun.“ Egal wer Deutschland künftig regiere, es gelte, den gewerkschaftlichen Interessen Gehör zu verschaffen. Hasibether glaubt auch nicht, dass der 1. Mai ein aus der Zeit gefallenes Arbeiterritual sei. Der DGB gehe mit der Zeit und unterstütze im Vorfeld der Veranstaltung eine Konzertreihe im Zentrum, um so Unterhaltung mit Inhalten zu verbinden.

Nicht bewertet

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