Das Medi-Team in der Einzelkritik

Nr. 2: David Gonzalvez

Die Nachverpflichtung des Ex-Ludwigsburgers für die anfangs unbesetzte Ausländerstelle war eine sinnvolle Ergänzung: ein einsatzfreudiger Verteidiger, der sich offensiv nicht in ein funktionierendes System drängte, aber doch Akzente setzen konnte, wenn ihn ein Gegner vernachlässigte. Diese Position ließe sich wohl verstärken, aber falls wegen des europäischen Wettbewerbs mit einem zusätzlichen Ausländer geplant wird, wäre Gonzalvez für diese Rolle keine ganz schlechte Wahl.

Einsatzzeit: 10:19 Min. (18 Spiele); Punkte: 3,0; Feldwurfquote: 17/39 (43,6 Prozent), davon 8/23 Dreier (34,8 Prozent); Freiwürfe: 12/16 (75 Prozent); Rebounds: 1,6; Assists: 0,4 ; Effektivität: 3,0.

Nr. 7: Kyan Anderson

Ein sehr schneller Zug zum Korb war das auffälligste Markenzeichen des US-Spielmachers neben einer Vorliebe für die Verantwortung bei besonders wichtigen Dreiern am Ende eines Viertels oder gar eines Spiels. Gegen Ende der Saison wurde seine Bilanz etwas unbeständiger, und in den Playoffs gelang ihm kein dominierender Auftritt.

Einsatzzeit: 25:37 Min. (36); Punkte: 12,0; Feldwurfquote: 136/328 (41,5 Prozent), davon 49/141 Dreier (34,8 Prozent); Freiwürfe: 112/125 (89,6 Prozent); Rebounds: 1,7; Assists: 3,6; Effektivität: 11,2.

Nr. 8: Nate Linhart

Punkte, Dreier, Rebounds, Assists – Beiträge des US-Allrounders in allen Bereichen waren für das Bayreuther Spiel unverzichtbar. Dazu kamen Defensivstärke und gute Entscheidungen in wichtigen Situationen, die sich kaum in Statistiken niederschlagen. Wohl nicht zuletzt dank seiner internationalen Erfahrung konnte er sich in den Playoffs sogar noch steigern: Linhart gewann jeden persönlichen Vergleich mit Oldenburgs Star Rickey Paulding und war in Spiel vier der beste Mann auf dem Feld. Dass er auch in der kommenden Saison das Medi-Trikot tragen wird, verspricht eine solide Basis.

Einsatzzeit: 31:20 Min. (36); Punkte: 10,5; Feldwurfquote: 137/306 (44,8 Prozent), davon 56/142 Dreier (39,4 Prozent); Freiwürfe: 49/57 (86 Prozent); Rebounds: 5,0; Assists: 3,4; Effektivität: 14,1.

Nr. 10: Bastian Doreth

Der Kapitän war mit seinem Engagement vor allem in der Verteidigung immer ein Vorbild und mit seinem Auftreten auch außerhalb des Spielfelds ein Sympathieträger. Mit seiner soliden Spielführung verdiente er sich mehr Einsatzzeit als die meisten Backups der BBL auf dieser Position. Im Abschluss hätte er sich aber mehr zutrauen dürfen, denn so arg schlecht sind seine Trefferquoten gar nicht.

Einsatzzeit: 19:37 Min. (36); Punkte: 3,6; Feldwurfquote: 44/110 (40 Prozent), davon 26/71 Dreier (36,6 Prozent); Freiwürfe: 16/19 (84,2 Prozent); Rebounds: 1,7; Assists: 2,3; Effektivität: 5,1.

Nr. 11: Andreas Seiferth

Der Nationalspieler gehörte zunächst zur Startformation, wurde aber zunehmend vom robusteren und deutlich reboundstärkeren Assem Marei überflügelt. Wie wertvoll er als Alternative mit etwas anderer Spielweise trotzdem war, zeigte sein verletzungsbedingter Ausfall in den Playoffs.

Einsatzzeit: 17:09 Min. (30); Punkte: 6,9; Feldwurfquote: 79/140 (56,4 Prozent), davon 0/1 Dreier; Freiwürfe: 48/74 (64,9 Prozent); Rebounds: 4,0; Assists: 1,2; Effektivität: 8.8.

Nr. 12: Trey Lewis

Seine spektakuläre und dabei doch kontrollierte Spielweise ohne übertriebenen Eigensinn machte den BBL-Neuling auf Anhieb zum Allstar. Als sich in der zweiten Saisonhälfte die Konkurrenz noch mehr auf ihn konzentrierte, musste er oft härter für seine Punkte arbeiten, traf aber auch schwierige Würfe hochprozentig und ließ sich kaum zu erzwungenen Aktionen verleiten. Der 13. der BBL-Korbjägerliste wird schwer zu halten sein, aber ob diese Empfehlung für seinen erträumten Sprung in die NBA reicht?

Einsatzzeit: 29:17 Min. (36); Punkte: 15,3; Feldwurfquote: 169/372 (45,4 Prozent), davon 92/206 Dreier (44,7 Prozent); Freiwürfe: 121/129 (93,8 Prozent); Rebounds: 2,6; Assists: 2,2; Effektivität: 12,8.

Nr. 14: Steve Wachalski

Die Impulse von der Bank, die der Teamsenior mit eindrucksvoller Zuverlässigkeit vor allem an der Dreierlinie beisteuerte, waren sehr wichtig für ein beständiges Niveau im Bayreuther Spiel. Als ihn die Seiferth-Verletzung zu mehr Engagement unter dem Korb zwang, wurde sein Distanzwurf in den Playoffs vermisst.

Einsatzzeit: 17:25 Min. (35); Punkte: 6,3; Feldwurfquote: 74/131 (56,5 Prozent), davon 48/90 Dreier (53,3 Prozent); Freiwürfe: 24/26 (92,3 Prozent); Rebounds: 2,9; Assists: 0,3; Effektivität: 7,9.

Nr. 15: Robin Amaize

Der Musterschüler von Trainer Raoul Korner ist einer der Aufsteiger der Saison: Mit seiner Energie verdiente er sich zunehmende Einsatzzeit – zunächst als vielseitiger Verteidiger auf den Positionen zwei bis vier, aber allmählich und gegen Ende der Saison beschleunigt auch immer mehr als Faktor in der Offensive. Hin und wieder droht sein Mut zur Verantwortung noch ein wenig zu weit zu gehen, aber ausreden sollte man ihm das nicht. Es genügt, wenn der Coach ihn dann auf die Bank holt.

Einsatzzeit: 14:44 Min. (30); Punkte: 6,2; Feldwurfquote: 63/125 (50,4 Prozent), davon 22/54 Dreier (40,7 Prozent); Freiwürfe: 38/48 (79,2 Prozent); Rebounds: 1,7; Assists: 1,1; Effektivität: 6,9.

Nr. 24: De’Mon Brooks

Seine frühzeitige Entscheidung zur Vertragsverlängerung sichert einen wesentlichen Faktor im Konzept. Mit Schnelligkeit, Beweglichkeit und Athletik entwickelte er trotz seiner „nur“ 200 cm Körpergröße zunehmende Wirkung in Korbnähe. Manchmal hätte es vielleicht noch der eine oder andere Rebound mehr sein dürfen.

Einsatzzeit: 23:57 Min. (36); Punkte: 12,1; Feldwurfquote: 150/292 (51,4 Prozent), davon 23/78 Dreier (29,5 Prozent); Freiwürfe: 114/131 (87 Prozent); Rebounds: 3,4; Assists: 0,6; Effektivität: 11,3.

Nr. 50: Assem Marei

Der ägyptische BBL-Exot wurde mit unermüdlichem Kampfgeist zu einem Publikumsliebling und zu einem der fünf besten Rebounder in der Liga. Mit etwas weniger Fouls und etwas mehr Ruhe beim Wurf könnte er sich noch steigern – aber dann wäre er für Bayreuth wohl nicht mehr zu halten.

Einsatzzeit: 23:02 Min. (36); Punkte: 11,9; Feldwurfquote: 174/320 (54,4 Prozent), davon 1/4 Dreier (25 Prozent); Freiwürfe: 81/129 (62,8 Prozent); Rebounds: 7,2; Assists: 1,3; Effektivität: 15,3.

Der Trainer: Raoul Korner

Der neue Trainer war der eigentliche Ausgangspunkt für den Höhenflug. Von der Zusammenstellung des Kaders über ein Spielkonzept, das zu den Stärken der Spieler passte, bis hin zu den taktischen Entscheidungen am Spielfeldrand und der Außendarstellung abseits des Feldes war der Österreicher ein Glücksgriff. Schade, dass es keinen offiziellen Preis gibt für den „Trainer des Jahres außerhalb von Ulm“.

Die Nachwuchsspieler

Moritz Trieb stand dreimal auf dem Feld, Eigengewächs Marius Adler viermal, hatte aber nur in Göttingen eine ernst zu nehmende Einsatzzeit. Beide erzielten ihre ersten BBL-Punkte, aber der Regionalliga-Erhalt mit den Young Heroes wäre wichtiger gewesen.

Fanfest auf dem Herzogkeller

Den Saisonabschluss bildet das Fanfest am morgigen Freitag um 17 Uhr auf dem Herzogkeller. Dabei verabschiedet sich die gesamte Mannschaft von ihren Anhängern.

Einen Kommentar zum Saisonabschluss mit den Playoff-Spielen gibt es hier.

Nicht bewertet

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Montag, 13. November 2017 - 11:06