Das Flachdach ist im Eimer

Doch zuerst ist die Fassade an der Reihe. Die ist aus Beton. Und der hat nach 40 Jahren gelitten. Wie stellt man fest, wo er genau wie viel gelitten hat? „Indem man die gesamte Außenwand sorgfältig abklopft“, sagt Herbert Böhm, Architekt und Bauleiter für das Vorhaben vom Architekturbüro Schmidt aus Hollfeld. Geschulte Ohren hören da sehr wohl, wo es hohl klingt. Und auch die intensive Begutachtung aus der Nähe bringt schon viel, so Böhm: „Da siehst du, wo es abgeplatzt ist, wo Rostfahnen beginnen.“ Das Erkennen ist das eine, das Ausbessern eher noch schwieriger.

Echte Handwerkskunst gefragt

Denn da ist echte Handwerkskunst gefragt, sagt Böhm. Weil das Profil der Wand an den sanierten Stellen ja genauso aussehen soll wie vorher. Nicht gerade einfach an der Waischenfelder Schule. Weil sie einst mit ungehobelten Holzbrettern verschalt wurde, ehe der Beton gegossen wurde. Also ist die Oberfläche geriffelt, nicht gleichmäßig. „Das muss einer können“, so Böhm. Und das braucht Zeit, weil die aufgetragene Schicht langsam trocknen muss, damit sie auch hält. Millimeter für Millimeter. Böhm: „Das wissen die Leute halt oft nicht, die denken, die Leute vom Bau machen Pause und es gehe nichts voran.“ Aber sorgfältiges Arbeiten sei nun mal ein Muss, „das hat natürlich auch etwas mit der Gewährleistung zu tun“.

Es bleibt beim Öl

Für die neuen Fenster – sie sollen laut Stadtratsbeschluss wie berichtet mit einem kräftigen Rot als Farbtupfer dienen – läuft jetzt die Fertigung an. Parallel dazu wird an der Heizungsanlage gewerkelt. Ausnahmsweise im alten Gebäudeteil. Weil sie dort angesiedelt ist. Es kommt eine neue Steuerung, auch ein Kessel wird ausgetauscht. Es bleibt übrigens trotz energetischer Sanierung – nur dafür gibt es Geld aus dem KIP – bei einer Ölheizung. Eine völlig neue Ausrichtung sei wirtschaftlich nicht sinnvoll, so Verwaltungsleiter Alexander Dressel, der im Rathaus solche Vorhaben federführend begleitet.

Dämmung wird viel dicker

Beim Kurier-Besuch auf der Baustelle fällt auch der Startschuss für das aufwendigste Kapitel der Sanierung: Es muss ein neues Flachdach her. Der Mann von der Dachdeckerfirma, die dafür zuständig ist, schneidet ein Loch in die Decke. Um herauszufinden, wie dick die Dämmung ist. Und in welchem Zustand die Holzbalken sind, an denen Schutzfolien befestigt sind. Nach zehn Minuten steht fest: Die Dämmung umfasst in zwei Schichten zwölf Zentimeter – und die Balken sind marode. Für den Fachmann steht rasch fest: „Das muss alles raus.“

Weiter flach, aber jetzt mit Gefälle

Das überrascht Herbert Böhm nicht. Die Bauweise sei durchaus auf der Höhe der Zeit gewesen. Doch heute gelten einfach andere Anforderungen. Gerade wenn es um eine energetische Sanierung geht. So wird auch die neue Dämmung wesentlich dicker ausfallen – „im Schnitt werden es 18 Zentimeter sein“. Im Schnitt deshalb, weil das Dach künftig ein leichtes Gefälle von etwa zwei Prozent ausweisen soll. Damit das Wasser schnell dorthin gelangt, wo die Abflussstellen sind.

Auch der Haupttrakt wird noch saniert

Und wann kommt nun das eigentliche Schulgebäude an die Reihe? Innerhalb der nächsten drei Jahre muss auch das Vorhaben über die Bühne gebracht werden. Auch wenn der eine Fördertopf mit dem anderen nichts zu hat. Weil über KIP keine schulischen Projekte finanziert werden. Im aktuell zur Sanierung anstehenden Teil werden die VHS und die Mittagsbetreuung ihr Domizil haben. Im noch nicht sanierten bleiben die Grundschulklassen. Auch dort werde nach neuesten energetischen Verhältnissen saniert, so Alexander Dressel. Finanziert wird das Ganze über das Finanzierungsausgleichsgesetz (FAG). Er geht von Kosten in Höhe von 1,5 bis zwei Millionen Euro aus. „Das muss demnächst der Antrag gestellt werden“, so Dressel.

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