CSU-Banner sorgt für Verwunderung

Axel Kasper ist auf Franken-Tour und zum ersten Mal in Kulmbach. Beim Schlendern über den Markplatz sticht ihm sofort das Plakat ins Auge. Er schmunzelt und schüttelt den Kopf. „Das hätte auch gut zu Franz Josef Strauß gepasst“, sagt der Niedersachse aus der Nähe von Braunschweig. In seiner Heimat seien derartige Sympathiebekundungen unüblich. Das sei wohl typisch bayerisch, ziemlich originell und durchaus amüsant. Zur Erinnerung schießt er noch ein Foto.

Dass links und rechts des Banners je eine Fahne hängen, die das Kulmbacher Bier zeigt, löst bei dem Niedersachsen Staunen aus. Was das Bier mit Seehofer zu tun habe? Gar nichts. Es handelt sich um die alljährliche Beflaggung anlässlich der Bierwoche, hat Kasper mittlerweile erfahren.

Der Auswärtige staunt und auch der Kulmbacher wundert sich. Bei Diskussionsbeiträgen im Internet sind wenig schmeichelhafte und durchaus emotionale Kommentare dabei. Von „Personenkult“ ist die Rede und von „Anbiederei“. Einige Kommentatoren wundern sich, dass das Plakat überhaupt noch dort hängt.

Die Stadt Kulmbach hat es vor genau einem Monat an der Fassade des historischen Ratskeller-Gebäudes anbringen lassen, um Seehofer und sein Kabinett zu begrüßen. Kulmbach wollte nach Aussage von Oberbürgermeister Henry Schramm für die hohen Besucher ein toller Gastgeber sein. Dafür habe sich die Stadt ins Zeug gelegt.

Das ursprüngliche „Grüß Gott“ wurde einen Tag nach der Ministerratssitzung überklebt mit dem Wort „Dankeschön“ in knallgelb. Nachdem das bayerische Kabinett im Rathaus verkündet hatte, dass Kulmbach Universitätsstandort wird und einen Campus für Lebensmittel und gesunde Ernährung erhält, war die Freude groß. Und bis heute bringt die Stadt ihre Dankbarkeit an der Hausfassade zum Ausdruck.

„Ich finde das prima“, sagt Theo Reth aus Waldaschaff im Spessart über das blaue Banner. „Ich kann aber nichts damit anfangen und frage mich, warum es dort hängt.“ Zusammen mit seiner Frau Monika hat er eine Tagestour nach Kulmbach unternommen. Ob das Plakat vielleicht mit der Entscheidung zu tun hat, dass der Frankenwald nun wahrscheinlich doch kein Nationalpark werden soll? Auch der Spessart ist aus dem Rennen – darüber freuen sich die beiden Unterfranken. Entsprechend wären solche Dankesworte an den Ministerpräsidenten und das Kabinett schon nachvollziehbar. Dass es mit einem neuen Uni-Campus zusammenhängt, sei für den Beobachter ohne Vorwissen hingegen nicht zu erkennen, sagt Reth.

Ein Ehepaar aus Thüringen bricht sein Schweigen. Ihren Namen wollen die beiden nicht in der Zeitung lesen. Das Seehofer-Dankesplakat finden sie unmöglich. Zumindest sei Kulmbach nun um eine Touristenattraktion reicher, scherzen die Thüringer. Dass das Banner ausgerechnet an einem der vielen leer stehenden Häuser der Innenstadt angebracht ist, spreche wohl für sich.

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Kommentare

Aha, statt dem "Reissack in China" soll wohl "da hängt ein Plakat in Kulmbach" zum geflügelten Wort werden?
Ein Volk von Arschkriechern ... Ekelhaft.
Es kommt einem so vor, als ob Seehofer Schuld am Leerstand des "Ratskeller"s hat.
Na, Kiepfer, das waren aber jetzt keine Tippfehler von Ihnen sondern grauenhafte Grammatik (inclusive Deppenapostroph)!
Offensichtlich nicht so sehr Ihr Spezialgebiet.
Kulmbach hat jedenfalls in der Ära Schramm viel erreicht! Und dass man für gute Ergebnisse einer Kabinettssitzung danke sagen kann, ist wohl den Touristen nicht geläufig.

Neid auf Bayern!