Creußnerin hilft in Peru

Bine Vogel hörte von einem Krankenhaus für die Quechuaindianer im peruanischen Curahuasi. Im Februar 2010 flog sie nach Südamerika in die Hochanden, leitete dort die Intensivstation, Anästhesie, Endoskopie und Notaufnahme, wurde mit Armut, Alkohol und Missbrauch konfrontiert. Dann nahm sie Kontakt mit der Marburger Mission auf, die in Peru bereits aktiv war. In Andahuaylas, im Hochland der peruanischen Anden, sind nun zwei sozialdiakonische Projekte der Stiftung beheimatet: die Casayohana. „Das Projekt schützt und hilft Kindern, Frauen und Familien, ermöglicht therapeutische Angebote im Hochland der Anden“, erklärt die Missionarin. Sie arbeiten mit Behörden, Kirchen und einheimischen gemeinnützigen Organisationen zusammen. Um noch gezielter und nachhaltiger helfen zu können, braucht die Arbeit ein Zentrum. 

Gelände auf drei Ebenen

In den vergangenen Monaten wurde auf dem Gelände dafür kein Stein auf dem anderen gelassen, berichtet sie. „Wasser, Abwasser und Strom wurden installiert, das Gelände wurde in drei Ebenen eingeebnet, die Baugenehmigung für die Sicherheitsmauer außenrum wird bis Weihnachten fertig“, so Vogel, „mein persönliches Weihnachtsgeschenk.“

Die Zeichnungen für die ersten zwei Häuser sind erstellt und zur Genehmigung eingereicht. Nach dreimaliger, hochoffizieller Deklaration hat man nun auch endlich die offiziellen Maße der Grundstücksgrenze zur Straße hin. „Dankbar bin ich für unseren Vorarbeiter, der mit sehr viel Umsicht und unaufgeregt die Arbeiter leitet und die täglich auftretenden kleineren und größeren Herausforderungen meistert“, sagt Vogel. So fiel beim Abreißen der alten Lehmmauer auf, dass zum Nachbargelände zwei Meter Höhenunterschied sind und keine gewöhnliche Grundstücksmauer gebaut werden kann. Es braucht eine Stützmauer. „Das heißt viel mehr Zeit, Geld und Arbeitskraft“, bringt es die Missionarin auf den Punkt.

Finanzierung ist durcheinander

Trotzdem ist sie sehr froh darüber, dass das Bauteam nicht einfach macht, was besprochen wurde – das wäre das Normale in Peru –, sondern verantwortlich mit der neuen Situation umgeht und in Absprache Änderungen vornimmt. „Leider bringt das auch die Finanzierung für die ersten Häuser, die Anfang 2018 gebaut werden sollten, durcheinander“, so Vogel.

„Am Anfang dachten die Nachbarn, die reiche ’Gringa’ baut sich da ein Domizil“, erzählt sie von den Beobachtungen der Leute. Inzwischen ist aber bekannt, was da entstehen soll und die Anwohner sind sehr wohlwollend. „Zurzeit laufen natürlich auch die Weihnachtsfeiern in den verschiedenen Dörfern in denen wir arbeiten, auf Hochtouren“, so Vogel weiter und viele Kinder bekommen das erste Weihnachtsgeschenk ihres Lebens. Das sei ein unvergessliches Erlebnis.

In der Drogenarbeit tätig

Bine Vogel absolvierte die Berufsfachschule für Hauswirtschaft in Pegnitz, machte dann in Oberhausen eine Ausbildung zur Kinderkrankenpflegerin, war nebenbei in der Drogen- und Randgruppenarbeit tätig.

Sie arbeitete auf der Frühchenstation der Bayreuther Kinderklinik, machte in Erlangen eine Weiterbildung zur Intensivfachschwester. Ab 2005 leistete sie für den EC-Jugendbund mit Kindern und Jugendlichen Aufklärungsarbeit beim Thema Missbrauch.

Hintermühlweg, 95473 Creußen

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