Claudia Koreck: Ein Heimathafen ist schön

Wie beurteilen Sie die Lage in Griechenland?

Claudia Koreck: Da wäre ich jetzt gerne. Aber wie kommen Sie darauf?

 

Ich habe gehört, dass Sie an der Uni ein Fach studiert haben, von dem ich nicht einmal wusste, dass es das gibt: Neogräzistik.

Koreck (lacht): Ach so. Das habe ich gar nicht lang studiert. Ein halbes Semester lang. Ich habe eine große Affinität zu Griechenland, ich war damals auch in einen Griechen verliebt. Ich wollte mich mit dem unterhalten können, das war der einzige Grund. Im Kurs selber saßen dann übrigens lauter Griechen, das ist so wie Germanistik: Da sitzen auch eher Deutsche drin. Ich hab gar nichts verstanden. Meine Liebe zu Griechenland hat aber nicht abgenommen, fast jedes Jahr bin ich im Urlaub dort. Und ich habe dort auch noch viele Freunde.

 

Wie ging’s mit dem Griechen weiter?

Koreck: Ich hab zu jener Zeit auch meinen späteren Ehemann kennengelernt.

 

"Diese Freiheit"

 

Sie wohnen zusammen in Traunstein.

Koreck: Er kommt eigentlich aus München, ist aber zu mir nach Traunstein gezogen.

 

Kürzlich haben Sie eine Doppel-CD herausgebracht, mit dem Titel „Holodeck“. Was ist ein Holodeck?

Koreck: Das kommt eigentlich aus der Science Fiction. Das ist ein Raum, in dem alles möglich ist, was man sich vorstellt. Man gibt in den Bordcomputer ein, wo man gerne wäre, dann schafft das System daraus mit Hologrammen virtuelle Realität, und man hat das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein. Und um das ging‘s mir ja in dem Album, dass ich mir diese Freiheit vorstellen konnte, zu sein, wer ich wo auch immer sein will.

 

"Finde es schön, sich auszuprobieren"

 

Wer wollten sie denn sein?

Koreck: Ich bin schon gerne ich selber, aber ich finde es schön, sich auszuprobieren, nachzuspüren, was in einem drin ist. Ich bin gern die, die ich bin, aber ich lasse mir gerne alle Türen offen, um reinzuschnuppern.

 

Wer ist denn der Astronaut auf dem Cover?

Koreck: Das bleibt ein großes Geheimnis. Da kann jeder reininterpretieren, was er möchte, da darf jeder seine eigenen Gedanken reinlegen. Auch das ist eine Freiheit.

 

"Ich will, dass die Leute meine Texte verstehen"

 

Sie standen mal für bayerische Texte. Mit diesem Doppelalbum haben Sie sich ziemlich konsequent davon abgekehrt. Warum?

Koreck: Englisch hatte ich immer wieder auch mal auf den früheren Platten gesungen. Jetzt war die Zeit reif, nicht nur einen Song, jetzt ein ganzes Album auf Englisch herauszubringen. So gern ich den Dialekt mag, man ist ein bisserl begrenzt damit. Sobald ich außerhalb von Bayern spiele, wird es mit der Verständlichkeit schwierig. Nach zehn Jahren, in denen ich hauptsächlich auf Bayerisch gesungen hatte, dachte ich mir, es sei Zeit. Wir wollen ja auch außerhalb Deutschlands auftreten, und ich will, dass die Leute meine Texte zu verstehen, weil die wichtig sind.

 

Aber all die Lieder auf Englisch finden sich auf der zweiten Silberscheibe auch auf Deutsch oder gar Bayerisch.

Koreck: Ich wollte die alten Wurzeln nicht kappen, ich will auch nicht, dass das jemand denkt. Wenn ich hier auftrete, singe ich nach wie vor auf Bayerisch.

 

"Jede Sprache hat ihre Melodie"

 

Sind Sie überrascht, wie verschieden ein und derselbe Song dann klingen kann?

Koreck: Ja, das ist tatsächlich so. Ich hatte auf dem letzten Album sogar einen Song auf Griechisch. Und da stellte ich wieder fest, jede Sprache hat eigenen Klang. Man kommt beim Singen auf unterschiedliche Dinge. Wenn du auf Englisch singst, kommst du auf andere Melodien, auf andere Variationen. Jede Sprache hat ihre eigene Melodie.

 

Sie arbeiteten mit Studiomusikern zusammen, die auch auf Alben von weltweit berühmten Künstlern zu hören sind. Hatten Sie die einfach mal im Telefonbuch? Oder wie kamen sie an die ran?

Koreck: Dadurch, dass sie so bekannt sind, sind sie auch mir bekannt. Ich bin ein großer Fan von ihrer Art zu spielen. Ich habe mir einen gewissen Sound vorgestellt, und eben dafür waren das meine Wunschmusiker. In den vergangenen zehn Jahren habe ich etwas gelernt: Man erreicht nur etwas, wenn man’s probiert. Und so habe ich es probiert. Ich sang mal mit Donavon Frankenreiter ein Duett, und das ging relativ einfach. Ich hab’s also über den Kontakt versucht, hab was mitgeschickt, und von da ab war’s dann ganz easy. Ich habe geschaut, ob denen das auch etwas gibt, und so war es dann auch.

 

"Wir haben die ganzen Lieblingslieder im Programm"

 

Sie wirken auf mich wie ein musikalischer Weltbürger, sind aber wieder in die Heimat zurückgezogen. Warum das?

Koreck: Das ist einfach die Gegend, in der ich aufgewachsen bin, mit der ich viel verbinde. Ich hatte eine schöne Kindheit, habe viele Freunde aus meiner Kindheit, zu denen ich noch immer gehen kann. Es ist der Ort, an dem ich meine Kinder aufziehen möchte, ein behütetes Fleckchen. Die Eltern und die Familie sind dort, du wenn man viel unterwegs ist, ist es einfach schön, einen Heimathafen zu haben.

 

Auf was dürfen sich die Fans in Bayreuth freuen?

Koreck: Wir werden nicht nur die neuen Lieder spielen. Wir feiern ja unser Zehnjähriges und haben daher auch die ganzen Lieblingslieder im Programm. Wir haben eine extra Lichtshow gemacht, die wird zum ersten Mal zu sehen sein. Wir haben uns viel Mühe gegeben, und ich glaube, es wird sehr unterhaltsam, lustig und schön.

 

INFO: Claudia Koreck ist am Freitag, 3. November, um 20 Uhr im Zentrum zu erleben. Wir verlosen fünfmal zwei Karten und fünf Doppel-CDs. Mitmachen ist ganz einfach: Rufen Sie bis 2. November die Nummer 0137/ 8 08 40 12 76 an, Stichwort „Claudia Koreck“, oder schicken Sie eine SMS mit dem Kennwort ClaudiaKoreck an 52020. anrufen oder SMS 0,50 Cent. Die Gewinner werden am Donnerstag, 2. November, benachrichtigt und können sich Karten oder CDs in der Geschäftsstelle des Kuriers abholen.

Nicht bewertet

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Kommentare

Es ist nicht das Lokal "Heimathafen" in der Kanzleistraße gemeint!