Christopher Haase gewinnt Klassiker

Nach 305 Runden auf dem 5,543 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs – dort fand am 2. Oktober das diesjährige Formel-1-Rennen statt – hatten Nick Tandy, Earl Bamber und Patrick Pilet im Porsche 911 GT3R gut eine Runde Rückstand auf die Sieger.

Der jetzt 29 Jahre alte Haase hatte dieses Langstreckenrennen bereits 2010 gewonnen; vor einem Jahr belegte der Oberfranke Platz zwei. Nachdem er die letzten Kilometer des Rennens bestritten und den Audi über die Ziellinie pilotiert hatte, sagte Haase: „Das war ein sehr emotionaler Moment für mich. Diese Saison war durchwachsen, umso größer ist die Freude, bei einem großen Rennen, einem Klassiker, zu siegen.“

Probleme mit der Elektronik

Dabei hatte das Rennwochenende für die Mannschaft mit der Nummer 15 nicht besonders positiv begonnen: Im Qualifying gab es Startplatz neun. Kurz vor dem Rennstart kam dann noch ein ungewöhnliches Elektronik-Problem hinzu – wodurch Haase aus der Box nachstarten musste.

Von da an funktionierte jedoch alles perfekt: Der Kirchleuser pflügte durch das Feld, der Audi R8 LMS lief wie am Schnürchen, auch das Team von Phoenix Racing lieferte eine Meisterleistung ab. Bereits die erste  virtuelle Safety-Car-Phase wurde genutzt, um Haase zum Nachtanken ohne Reifen- oder Fahrerwechsel an die Box zu beordern.

Diese Taktik war auf dem Weg zur Spitze entscheidend, da sie dem Team einen zusätzlichen Reifenwechsel ersparte. „Als es zu regnen begann, konnte ich zunächst mit den Slicks weiterfahren, da ich genügend Sprit an Bord hatte“, schilderte Haase die entscheidenden Minuten: „Die anderen Teams mussten zum Nachtanken kommen, und später noch einmal zum Wechsel auf Regenreifen. Wir konnten jedoch bei einem Stopp tanken und Regenreifen aufziehen – das brachte letztendlich die Führung.“

Die Schnellsten im Regen

Im Regen war die Phoenix-Mannschaft um Christopher Haase dann das mit Abstand schnellste Auto mit den taktisch besten Boxenstopps. So konnte der Vorsprung auf den zweitplatzierten Porsche phasenweise auf zwei Runden ausgebaut werden.

„Es war wie immer sehr heiß und sehr schwül, jeder der Piloten auf dem Podium hatte seine Schreckmomente“, berichtete Haase. „In so einem Rennen gibt man alles, und es ist wunderschön, wenn sich das am Ende auszahlt.“

Titel für Vanthoor und Audi

Mit dem Sieg verhalfen Haase und Frijns ihrem Teamkollegen Vanthoor zum Titel in der „Intercontinental GT Challenge“ (IGTC). Zudem gewann Audi im Duell mit McLaren den Titel in der Herstellerwertung. Und nicht zuletzt belegte Phoenix Racing mit dem Auto von Pierre Kaffer, René Rast und Markus Winkelhock in Sepang auch noch den dritten Platz.

red

Nicht bewertet

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