Christbaum-Suche: "Schee muss er halt saa"

"Normalerweise melden sich die Leute bei uns, wenn sie einen Baum haben, der als Christbaum für den Markt dienen könnte", sagt Bernd Sellheim, der Leiter des Stadtbauhofs, am Donnerstag im Kurier-Gespräch. "Oder unsere Leute sehen einen Baum im Stadtgebiet, der auf den Markt passen könnte, und sprechen die Eigentümer an." Dieses Jahr war die Bereitschaft gering, einen Baum abzutreten. Dabei sind die Konditionen nicht die schlechtesten: "Einen 30 oder 40 Jahre alten Baum, der zu groß geworden ist für den Garten, wegmachen zu lassen, kostet ja ordentlich Geld", sagt Sellheim. "Wir machen das umsonst. Und der Baum hat ja auch über Weihnachten noch ein schönes Zuhause am Markt." Wer will, bekommt den Baum, wenn er als Christbaum ausgedient hat, "als Brennholz wieder zurück. Machen alles wir", sagt Sellheim.

Normalerweise muss das alles im November erledigt sein

Sellheims Problem: "Das passiert normalerweise alles im November. Jetzt ist September. Wir sind voll am Planen für den Winter. Die Salzverträge sind im Werden. Wir sind dabei Aushilfen für den Winterdienst einzustellen. Naja, fehlt halt auch der Baum." Und für den Baum braucht man ja auch nicht irgendeinen: "Nicht einfach, einen zu finden, der frei steht. An den man leicht rankommt mit dem Kranwagen. Bei dem alle vier Seiten schön sind." Im Wald, sagt Sellheim, finde man Millionen von Bäumen. Auch solche, die hoch genug wären - 20 bis 25 Meter sollte er schon sein. "Wir hatten auch schon Bäume mit 28 Metern am Markt stehen. Aber wir sind mit der Höhe schon runter". Aufgrund des Mangels an passenden Kandidaten. "Aber irgend so a Kraxn können wir da nicht hinstellen, der hier und da irgendwelche Glatzen hat. Sonst heißt es ja gleich wieder: Was habt ihr denn da aufgestellt?"

Kandidaten bis vom Tegernsee

Kaum war die Fahndungsmeldung, die Joachim Oppold aus der Pressestelle der Stadt in seinen Verteiler gestreut hat, am Mittwoch raus, hätten sich die ersten Leute gemeldet, die sich doch von ihrem Baum trennen wollen, sagt Sellheim. "Im vergangenen Jahr war das Problem um diese Zeit nämlich schon längst gelöst", sagt Oppold. "Aus Bayreuth haben sich zwei oder drei Leute gemeldet", sagt Sellheim. "Aber es haben auch Baumbesitzer aus Lanzendorf, Tirschenreuth und Presseck angerufen. Einer hat sich sogar vom Tegernsee gemeldet. Wär auch mal eine Reise wert." Jedoch: "Je weiter, desto schwieriger für uns." Deshalb wolle man sich jetzt erst einmal die Bäume in der Nähe anschauen. "Das wird in den kommenden Tagen die Aufgabe sein."

Sondergenehmigung für den Transport

Mitte, Ende November soll der Baum dann abgesägt und nach Möglichkeit am gleichen Tag am Markt aufgestellt werden. Das sei in der Regel ein ordentlicher Aufwand: "So ein Baum wiegt vier bis fünf Tonnen, für den Transport brauchen wir eine Sondergenehmigung, weil der Baum ja sehr lang ist." Fünf bis sechs Mann, sagt Sellheim, seien mindestens einen Tag damit beschäftigt, das Prachtstück vom Spendergarten zum Markt zu verfrachten. Auch wenn es in den vergangenen Wochen nicht so ausgesehen hat: "Ich bin sicher, es steht über Weihnachten ein Baum am Markt. Das Wichtigste ist: Schee muss er halt saa", sagt Sellheim.

Nicht bewertet

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Kommentare

"... Jetzt ist September. ..." Heute ist noch August. Aber der KURIER ist ja üblicherweise seiner Zeit voraus. Wenn er schreibt "heute" meint er "morgen", jedenfalls hier im Internet.
Erbsenzähler!
...so große Sorgen für Bayreuth! Ein SCHÖNER Christbaum...