Chefarzt: Wegen 58 Euro gefeuert?

Trotzdem erstattete das Klinikum eine Anzeige. Seit Mittwoch ermittelt eine Spezial-Abteilung der Staatsanwaltschaft Hof gegen den Mediziner, die für Vermögensdelikte im Gesundheitswesen und Korruption zuständig ist. Ihr Titel: Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen. Reiner Laib, Leitender Oberstaatsanwalt, bestätigt, dass "wegen Betruges" zum Nachteil des Klinikums ermittelt werde. "Es liegt ein Anfangsverdacht vor." Man überprüfe, ob eine Straftat vorliege und eine Bestrafung in Betracht komme.

Staatsanwaltschaft sucht nach weiteren falschen Abrechnungen

Um welche Summen es sich handelt, dazu schweigt der Ermittler. "Dazu äußern wir uns nicht. Erst wenn wir am Ende sind." Das heißt: Die Ermittler suchen nach weiteren falschen Abrechnungen. Seit letztem Donnerstag ist der Chefarzt nicht mehr im Dienst. In einer außerordentlichen Sitzung hat der Aufsichtsrat der Klinikum Bayreuth GmbH am Montag darüber einen Beschluss gefasst (wir berichteten).

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Abgerechnet werden die privaten Einnahmen der Chefärzte über eine private Firma, bei der Betrug als "fast unmöglich" gilt, wie Chefärzte sagen. Das Geld für die Behandlungen geht normalerweise auf ein Konto des Klinikums. Die Chefärzte erhalten einen Anteil aus diesem Geld.

Bei dem betroffenen Chefarzt soll dieser Anteil geringer als bei anderen gewesen sein. Abrechnen kann der Chefarzt nicht etwa Operationen, sondern eher Visiten oder Beratungen. "Kleinmist", sagt ein Beteiligter. Es gehe um Summen von 13 bis 30 Euro.

Chefarzt gilt als besonders genau

Der Chefarzt gilt als genau, fast penibel. Keiner habe vermutet, es könnte sich um größere Summen gehandelt haben. Im Gegenteil: Kollegen beschreiben ihn als jemanden, der akribisch versucht habe, jeden Fehler zu vermeiden.

Der Weggang des Chefarztes trifft die Abteilung besonders hart, da sie in den letzten Monaten einige Kollegen, auch Ärzte, verloren hat. Einer von ihnen spricht von einem "Ausbluten".

Weder der Arzt noch seine Nürnberger Anwältin nahmen zu den Vorgängen Stellung.

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Kommentare

Und wenn es nur kleine Beträge wären, um die das Klinikum betrogen worden ist. Das ist wie mit Diebstahl. So etwas darf man als Arbeitgeber nicht dulden. Man Stelle sich vor, dass sich jeder Angestellte sich nur bedient bei seinem Arbeitgeber. Ich finde so eine Entlassung gerechtfertigt, auch wenn es für die Abteilung einen personelle Einschnitt bedeutet.
Ich vermute man hat nur einen Grund gesucht um den Chefarzt wieder los zu werden! Aus welchem Grund auch immer.
ich denke auch so ist es.
Und die Wahrheit steht nicht in der Zeitung; dann sollte man aber auch nicht den Quatsch veröffentlichen.
... und in der gleichen Ausgabe die Erfolgsbilanz des Klinikums Kulmbach, die dann auch noch "so nebenbei "(so erscheint der Text) ein Parkhaus bauen. Und Herr Lapp versucht mit dem Bericht über lächerliche 58 Euro ( so dumm kann doch nicht einmal ein Chefarzt sein) weitere Infos aus dem verschwiegenen Aufsichtsrat heraus zu kitzeln. Ist sein Job; tut ja alles so weh...
Auch die kleine Stadt Kulmbach hat Bürgermeister im Aufsichtsrat, hat aber einen Landrat Söllner und einen OB Schramm.
Wenn jeder Arzt oder Zahnarzt, der eine falsche Rechnung ausstellt oder die jeweilige Gebührenordnung als Spielwiese benutzt, aus dem Verkehr gezogen würde, gäbe es wohl mehr als einen Ärztemangel.
Rechtfertigt dennoch keinen Betrug. Wenn jeder macht was er will bzw. So etwas Schule macht, bräuchten wir gleich keine Gesetze mehr. Oder?
STIMMT!
@Noob312: Das ist natürlich unbestritten. Aber fragen Sie Mal in den privaten Krankenversicherungen nach, wie viele falsche Rechnungen täglich eingehen. Wenn man da jedes Mal sofort wegen Betrug vorgehen würde, wären viele Mediziner angeklagt.
Das ist natürlich richtig! Denke aber, dass in diesem Fall schon ein gewisser Anfangsverdacht besteht, da ansonsten kaum die Staatsanwaltschaft Hof die Sache in die Hand genommen hätte
Ja! Genau diese Aussagen sind mir bestätigt worden. Der behandelte Arzt hat damals zu meinem Bekannten gesagt: ...bekommen sie doch erstattet...
Anders wird man halt keine gutbezahlten Fachkräfte mehr los ohne eine Abfindung zu zahlen.
Sind eben nur Bauernopfer
Schade für die Leute die diesen Mist auch noch Ernst nimmt was da ständig in den Medien präsentiert wird. :(
ich denke schon, dass da eine feine Abfindung gezahlt wird.
ob's die steuerzahlende Bevölkerung mitbekommt ?
WAS war damals eigentlich in Chemnitz?!
Dieses mal vielleicht das Kind mit dem Bade ausgeschüttet ?!
Immerhin war es mehr als ein übrig gebliebenes Brötchen.