Bushaltestelle: Gemeinde prüft Kompromiss

Seit dem Beschluss am 6. März hatte es Gespräche in den unterschiedlichsten Zusammensetzungen gegeben: Eltern mit dem Bürgermeister Gerald Kolb. Eltern mit Bürgermeister, Schulleitung, Busunternehmer. "Man hat die Standpunkte ausgetauscht. Die Eltern haben auch angeboten, Aufsichtspersonen zu benennen wegen des Fehlverhaltens einiger Kinder", sagt Gerald Kolb (WG) am Montagabend in der Sitzung des Gemeinderats.

"Kulanzleistung ohne Auftrag der Gemeinde"

Das, was Kolb "Fehlverhalten" nennt, war Auslöser der Debatte im März: Das Busunternehmen hatte die Kinder aus Nord-Ost II nach Angaben Kolbs "als Kulanzleistung ohne Auftrag der Gemeinde" mitgenommen. An einer Haltestelle, die für die Kinder aus Röhrig eingerichtet worden war, an der aber derzeit keine Kinder aus Röhrig mehr zusteigen. Weil die Kinder aber den Anweisungen des Fahrers nicht Folge leisteten, sei das Busunternehmen "nicht mehr bereit, die Verantwortung für den Transport zu übernehmen". Die Folge: Die Dritt- und Viertklässler, die die Schule am Berg besuchen, müssen den Fußweg zur Schule am Bachwiesenweg antreten und vor dort mit dem Bus zum Berg fahren.

"Sicherheit soll an erster Stelle stehen"

Vor Beginn der Sitzung sagt Birgit Krug, Sprecherin der Elterninitiative: Die Gemeinde könne "so viele Haltestellen einrichten, wie ihr die Sicherheit der Kinder wert ist". Die Eltern aus Nord-Ost II wollten "keine Sonderstellung", ihnen wäre eine Bedarfsermittlung wichtig. Und: "Die Sicherheit der Kinder soll an erster Stelle stehen."

Ein Drittel der Kinder kommt aus Nord-Ost II

Eine Bedarfsermittlung gibt es inzwischen: Wie Kolb sagt, "kommt rund ein Drittel der Kinder in den kommenden sechs Jahrgängen aus Nord-Ost II". Und Kolb gibt seinen Gemeinderäten zu bedenken: "Es werden weitere Anfragen aus anderen Ortsteilen kommen." Es sei schließlich auch Anspruch der Gemeinde, "alle Kinder gleich zu behandeln", sagt Kolb. Für Werner Fuchs, Fraktionsvorsitzender der CSW, ein wichtiges Argument: Eine Beförderung der Kinder wäre ohne Mehrkosten möglich. "Unter der Maßgabe, dass die Eltern einen Lotsen stellen, könnte man den Beschluss vom März wieder aufheben." Ein Ansatz, der auch Werner Bauernfeind (WG) vorschwebt, wie er sagt.

Vorschlag: An der Staatsstraße am OVF-Halt

Anders argumentiert Helmut Steininger (SPD). Sein Kompromissvorschlag: "Man sollte den Beschluss aufrecht erhalten. Dafür aber prüfen, ob die Haltestelle der OVF-Busse an der Staatsstraße angefahren werden kann." Diese Prüfung, sagt Verwaltungsleiter Karl-Heinz Maisel, müsse das Landratsamt vornehmen. Was offensichtlich grundsätzlich kein Problem ist, wie Stefanie Kolanus (CSU) sagt, deren Busunternehmen die Kinder fährt: "Wir halten auch bereits an solchen Haltestellen." Wichtig für den WG-Fraktionsvorsitzenden Neithard Prell: "Mit einer solchen Lösung schaffen wir keinen Präzedenzfall, weil wir keine Zusatzlinie einführen." Allerdings müssten wohl entsprechende Sicherheitsvorkehrungen an der Haltestelle an der Staatsstraße getroffen werden. Auf Antrag des dritten Bürgermeisters Werner Hereth (SPD) soll jetzt geprüft werden, ob die Kinder aus Nord-Ost II an der OVF-Haltestelle zusteigen und mit dem Bus zur Schule am Berg fahren können. Diesen Prüfauftrag bekam die Verwaltung mit vier Gegenstimmen.

Eltern wollen die alte Haltestelle zurück

Ein Vorgehen, das den Eltern nicht gefällt, wie sie nach der Sitzung im Gespräch mit unserer Zeitung sagen: "Unser Ziel war, die alte Haltestelle wieder zu bekommen", sagt Birgit Krug. Für die Eltern sei klar: "Wir stellen uns nicht an die Staatsstraße und übernehmen dort die Verantwortung für die Kinder." Es sei "ohne großen Umweg problemlos möglich", die Kinder weiter an der Alten Bergstraße aufzunehmen, sagt Christian Wörner von der Elterninitiative. "Dort ist auch der Punkt, an dem wir uns zur Verfügung stellen" - und auf ein geordnetes Zusteigen der Kinder aufpassen.

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