Burkhardt: Märkte statt Ruine

Das Burkhardt-Gelände gehört mittlerweile, wie das des Real-Marktes auch, der Edeka-Gruppe. Eine wesentliche Vermehrung der Verkaufsfläche soll es laut Stadtdirektor Ulrich Pfeifer in dem Quartier nicht geben. Bevor das neue Fachmarktzentrum eröffnet, muss also erst einmal der Real-Markt in der Altstadt schließen.

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Pfeifer nennt es einen Glücksfall für die Stadt, dass Edeka die Burkhardt-Brache gekauft hat. Weil das Grundstück zu „exorbitant hohen Preisen“ gehandelt worden sei und zu befürchten stand, dass sich an dem „schrecklichen Anblick“ über Jahre nichts verändere. Jetzt könne etwas „schnuckeliges Neues“ auf der Industriebrache entstehen, sagt Pfeifer.

Real könnte die Pläne verzögern

Allzu schnell wird daraus aber wahrscheinlich nichts. Zwar will die Bauverwaltung die Voraussetzungen für den Neubau schon im nächsten Frühjahr schaffen. Hinauszögern könnte den Baubeginn aber Real. Der Mitbewerber besitzt bei Edeka einen gültigen Mietvertrag für den Laden in der Altstadt und der gilt noch mindestens zwei Jahre. Mindestens, weil danach Real eine Option habe, den Vertrag um weitere fünf Jahre zu verlängern. Und auf Nachfrage heißt es: „Im Moment sieht es so aus, als würden wir diese Option ziehen.“ Bei Real gehe es schließlich auch um 75 Vollzeitstellen. Dazu äußern, ob es dann ab dem Jahr 2025 nur noch einen Real-Markt in Bayreuth gibt, oder ob das Unternehmen auch einen Neubau an anderer Stelle plant, will sich eine Realsprecherin nicht.

Zieht Aldi mit um?

Edeka unterdessen bestätigt die Pläne, die der Bauausschuss der Stadt bisher nur hinter verschlossenen Türen diskutiert hat. Auf einer 30.000 Quadratmeter und damit doppelt so großen Fläche, wie der des bestehenden Real-Marktes, soll ein Fachmarktzentrum entstehen. Dessen Herzstück soll ein Edeka-Markt werden. Dazu soll ein Discounter kommen, ein Drogeriemarkt und weitere Fachmärkte. Genauer seien die Pläne noch nicht, sagt eine Edeka-Sprecherin. Möglich sei aber, dass der Aldi-Markt aus der Karl-von-Linde-Straße mit auf das Gelände umziehe. Man sei immer an neuen Standorten interessiert, heißt es dazu bei Aldi. Konkreter wolle man sich aber nicht äußern.

Kein Zuwachs an Verkaufsfläche

Das Gebiet, auf dem sich das Fachmarktzentrum ausbreiten könnte und das direkt gegenüber eines bereits bestehenden Rewe- und Netto-Marktes liegt, erstreckt sich von der Justus-Liebig-Straße bis an den Radweg, der die Altstadt mit der Universität verbindet. Wenn die Stadt tatsächlich keine Vermehrung der Verkaufsflächen in den Viertel zulässt, bedeutet das, dass für die neuen Märkte zusammen die Verkaufsfläche des Real-Marktes zur Verfügung steht. Das sind 5200 Quadratmeter.

Gewerbegebiet statt Real-Markt

Wird das Fachmarktzentrum gebaut, soll auf dem Real-Gelände ein neues Gewerbegebiet entstehen. Darauf ansiedeln dürfte sich alles außer Einzelhandel und Vergnügungsstätten.

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Kommentare

... ich versteh' das nicht.
Neue Discounter und Supermärkte bringen die Stadt nicht voran, ein "Fachmarktzentrum" auch nicht - das schadet sogar der Innenstadt.
Was soll das?
Ist Herr Pfeifer wirklich der Meinung und glaubt, dass ein Unternehmen auf seinen gültigen Miet-/Pachtvertag verzichtet und einen seiner nur zwei Märkte freiwillig schließt, um einem Konkurrenten Platz zu machen.
Was geht in so manchen Köpfen nur vor? Weltfremd, naiv oder wie soll man es nennen.
Man kann wohl davon Ausgehn das Real die Option zieht und die 5 Jahre verlängert. Somit bleibt Real weitere 7 Jahre bestehn (womit ich ja kein Problem habe) Für das Brachgelände heißt das allerdings das sich über wohl mindestens weitere 7 Jahre nix tut.
Also von wegen baldige Lösung! Kopfschüttel....
Kann ein Konkurrent einfach einen anderweitig vermieteten Laden aufkaufen und dann den Mieter hinausdrängen?
Ja.

Da wird wohl eine kräftige Ablöse fällig.
Nein.
Nur noch Konsum, Geld. etc. Alles andere bleibt auf der Strecke! Normalität?!
Menschlichkeit'?! So etwas ist nicht mehr gefragt. Wo sind wir gelandet?"
Da geht schon noch mehr!! Konsum und Service über alles. Ich arbeite in einer Branche da hat man jetzt schon das Gefühl das die 7 Tage Woche und der 24 Stunden Tag nicht mehr reicht. Wenn es ginge würde man wohl am liebsten die 8 Tage Woche und den 30 Stunden Tag einführen damit am Tag 8 auch noch um 29:45 Uhr konsumiert werden kann!!

Das ist ist übrigens einer der Gründe weswegen ich verkaufsoffene Sonntage und dergleichen boykottiere!
Da ist die Stadt dabei, eine Riesenchance zu vertun, zentrumsnah günstigen Wohnraum zu schaffen! Noch ein Fachmarktzentrum braucht doch wirklich keiner.
Ob auf dem ehemaligen Fabrikgelände und seinem Umfeld wirklich jemand wohnen möchte?
Und die Grünfläche mit den Bäumen interessiert wieder niemanden....
@TOM61: Diese zusätzlichen Verkaufstage nutze ich auch nicht! Man kann alles
zu den normalen Öffnungszeiten kaufen. Wer denkt an die Angestellten?
"Wer denkt an die Angestellten?"

Die die solche Tage nutzten sicher nicht. Was viele nicht merken oder bedenken ist, dass dies alles ein schleichender Prozess ist. Das kann man jedenfalls sehr gut erkennen wenn man mal so die letzten 15-20 Jahre beobachtet hat! Eines Tages wird auch der letzte Feiertag, die Sonntage sowieso, der Shopping und Konsumhysterie weichen. Konsum und Service rund um die Uhr. Das Problem ist nur, viele die gerne solche Tage nutzten werden dann selber arbeiten!

Mann kann das auch flexibilisierung der Arbeitszeit nennen ;-)
Die Haie sind dran! Nur das Geld zählt und die Taschen vollstopfen. Eine Schande, daß hier immer noch eine Ruine steht. Beispiel kann man sich an forchheim und an Bamberg nehmen.
@TOM61: STIMMT! Jetzt bekommen wir höchstwahrscheinlich einen muslimischen
Feiertag im christlichen Europa. Der wird aber dann schon geschützt sein? Wo sind
wir gelandet?
@stm: Wohl ein Insider!!
Nein, aber ich habe den Text gelesen :-)

Das Burkhardt-Gelände gehört mittlerweile, wie das des Real-Marktes auch, der Edeka-Gruppe. (...) Der Mitbewerber (Real) besitzt bei Edeka einen gültigen Mietvertrag für den Laden in der Altstadt und der gilt noch mindestens zwei Jahre. Mindestens, weil danach Real eine Option habe, den Vertrag um weitere fünf Jahre zu verlängern. Und auf Nachfrage heißt es: „Im Moment sieht es so aus, als würden wir diese Option ziehen.“
Pokern gehört zum Geschäft. Als REAL würde ich auch sagen, dass man die Option ziehen wird. Was tatsächlich geplant ist, kann aber gant anders aussehen, muss aber nicht. Lassen wir uns überraschen ....
Genau!
:-)
Ich tippe auf den x-ten Lidl oder Netto oder Norma.
Eventuell Penny, den sowas haben wir nicht in Bayreuth. Wäre eine echte Bereicherung :-((
Kentucky Fried Chicken
Montag, 13. November 2017 - 11:06