BTW: Das ist der FW-Kandidat

Woher kommt der unbekannte Kandidat: Thomas Mainusch, 47 Jahre alt, ist in Forchheim geboren und aufgewachsen. Nach seiner Mittleren Reife machte er eine Ausbildung bei der Deutschen Bahn und besuchte die Technikerschule, wurde Maschinenbautechniker. Nach der Ausbildung wechselte er zu Siemens. Als 26-Jähriger bekam er den Auftrag für drei Monate eine Bauüberwachung in China zu übernehmen. „20 Jahre später kam ich dann wieder zurück“, berichtet er. Er wohnte in dieser Zeit in Taiwan, Malaysia, Korea und China, war zuständig für den Bahnservice nahezu des kompletten Pazifikraums. Zurück kam er wegen der Korruptionsaffäre bei Siemens. „Wenn man so lange im Ausland ist, kriegt man von dem, was zu Hause passiert zu wenig mit. Arbeiten, wie ich das wollte, war in dieser Zeit faktisch nicht mehr möglich.“ Allein schon wegen seiner Tochter, die Mainunsch lange Zeit alleine erzog und die damals im Motorsport war, als Deutsche in China aber nicht durchstarten durfte. Zurzeit ist er mit seiner eigenen Firma unter anderem im Handel mit LED-Produkten tätig. Mainusch wohnt in Bärnfels bei Obertrubach, hat inzwischen zwei Kinder – seine 20-jährige Tochter und, mit seiner neuen Lebensgefährtin, einen neun Monate alten Sohn. Er spricht englisch genauso gut wie deutsch und kann sich auf Chinesisch gut verständigen.

Deshalb ist er bei den Freien Wählern: „Ich wollte schon lange auf jeden Fall politisch etwas machen“, sagt Mainusch. Nach seiner Rückkehr studierte er das Parteienspektrum. Las Programme. „Meiner Einschätzung nach geht es bei den Freien Wählern am meisten um die Sache und am wenigsten um Parteigeklüngel“, sagt Mainusch. Eingetreten ist er Anfang 2016. Die Kandidatur zur Bundestagswahl traf er relativ kurzfristig.

Das sagt er zur Flüchtlingspolitik: „Grenzen auf war Merkels einzige Möglichkeit. Nicht unbedingt aus sozialen Gründen. Sie wird damals eine Risikoanalyse gemacht haben, hat gesehen was für Möglichkeiten bleiben und entschieden.  Und den Flüchtlingen muss geholfen werden. Ich habe viel gesehen auf der Welt, man kann die Leute nicht so behandeln, wie es die AFD macht.“ Allerdings stimmt Mainusch für gründlichere Anfangskontrollen – wofür mehr Personal, mehr Polizei nötig sei.

Das sagt er zur Bildungspolitik: „Es geht jetzt ja hoffentlich zurück zum G9. Meiner Einschätzung nach ist die Allgemeinbildung völlig verkommen. Einst, in den Achtzigern gab es Themen wie Wackersdorf, damals haben sich alle interessiert und informiert. Heute schreiben sie auf Facebook, ohne auf den Sinn zu schauen.“ Als Beispiel nennt er einen Facebook-Beitrag der CSU, mit dem Inhalt „wer Schulz wählt, wählt die Türkei in die EU“, als Beleg werde ein Redebeitrag aus dem Jahr 2009 angeführt. „Damals war die Situation noch völlig anders. Natürlich haben die Leute damals anders über die Türkei gesprochen. Aber so etwas lesen heutzutage viele Leute, ohne es zu hinterfragen.“

Das möchte er für die Kommunen: „Es wird viel in den Ausbau von Straßen gesteckt. Statt die Verkehrsströme zu entzerren. Mit schnellem Internet kann ich in jedem Dorf arbeiten. Auch Kleinindustrie, die keinen Lärm macht, könnte sich dort ansiedeln. Was stört ein Ingenieurbüro in einem Wohngebiet?“ Voraussetzungen dafür wären Änderungen in Bebauungsplänen. Bildung müsse flächendeckend und für alle zugänglich sein.

Weitere politische Ziele: Vereinfachung der Steuerpolitik zur Entlastung des Mittelstands. Regionale Energiegewinnung. Mehr Güterfernverkehr auf der Schiene. Spürbare steuerliche Entlastung für Familienpolitik. 

Deshalb tritt er trotz geringer Chancen an: „Ich mache das unheimlich gern, denn man kann etwas verändern. Und man muss dafür nicht einmal in der Regierung sein – auch als Opposition kann ich den Finger immer wieder in die Wunde legen. Durch meine lange Zeit im Ausland sehe ich vieles hier bei uns aus einem anderen Blickwinkel als Leute, die das schleichend erleben.“ In Asien habe er auch erlebt, das Veränderung schnell gehen kann: „Als ich das erste Mal in Shanghai war, gab es dort kaum Autos. Jetzt erstickt die Stadt in ihrem Verkehr.“

Das nervt ihn richtig: „Das Gerede vor der Wahl, von Seiten der regierenden Parteien. Was hält denn die Regierenden davon ab, jetzt schon die Dinge zu ändern?“ 

 

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