BSV 98 holt vier Punkte aus zwei Spielen

„Ob das ein gewonnener Punkt war oder ein verlorener, wird man wohl erst nach dem allerletzten Punktspiel wissen“, sagte BSV-Trainer Andreas Rüger dann auch über das 2:3 (22:25, 26:24, 16:25, 25:22, 10:15) seines Teams am Sonntag gegen den Aufstiegskandidaten SC Freising. 19 Stunden zuvor hatten seine Jungs mit dem 3:1 (25:20, 25:21, 21:25, 25:22) beim TV Hauzenberg einen enorm wichtigen Erfolg gefeiert und den Kontrahenten damit in der Tabelle überholt. Der BSV hat nun 18 Punkte, Tabellennachbar München-Ost/Herrsching II 20 und die auf den Abstiegsplätzen stehenden Teams aus Dachau und Hauzenberg je 15.

Ohne die Angreifer Jörg Fredersdorf (verhindert) und Julius Spantig (verletzt) mussten die Bayreuther beim Rivalen im Abstiegskampf im Landkreis Passau antreten. Doch Youngster Florian Drescher (18) sprang wirksam in die Bresche. „Bei den Annahmen haben wir ihn ein wenig entlastet, in der Offensive hat er richtig gut gespielt“, analysierte Mittelblocker Jan Wißling. Zwei-Meter-Mann Drescher konnte seine Abschlaghöhe voll ausspielen.

Dem Kampfgeist von Hauzenberg setzten die mutigen und selbstbewussten Oberfranken Gleiches und zudem ihr spielerisches Vermögen entgegen. Die Annahme um Libero Christian Dinkel stellte sich perfekt auf die Aufschläge ein. Milan Dörnhöfer dirigierte variabel das Angriffsspiel. Mit großem Teamgeist und nur wenigen Fehlern holten die Bayreuther zwei Sätze. Nach dem 8:4 blieben sie im ersten immer vorn und gewannen sicher. Ähnlich verlief Durchgang zwei mit einer 9:4-Führung für den Gast, der nach dem 21:13 etwas nachließ (22:19), sich aber rechtzeitig wieder fing.

Im dritten Satz holte der BSV Rückstände auf (8:11 und 16:20) und schien beim Stand von 20:20 das Spiel sogar schnell über die Bühne bringen zu können. Doch wieder schwächelte man zum Ende hin.

Der Start in Abschnitt vier war eher schwach (5:10). Doch beim 13:13 waren die Prellmühler wieder dran. Nach dem 20:16 wurde es mit drei Zählern für den TV wieder eng, doch bekam Bayreuth mit mehr Konsequenz und Durchschlagskraft im Angriff sowie besserer Feldabwehr die dritte Luft und hatte nach 97 Minuten drei Punkte mehr auf dem Konto.

Weite Reise kostet Kraft

Der insgesamt knapp 600 Kilometer lange Ausflug mit der nächtlichen Heimfahrt hatte Rügers Truppe freilich geschlaucht. „Vom zweiten Satz an war ich ziemlich platt“, gab Zuspieler Dörnhöfer nach dem Sonntag-Spiel zu. Dabei hatte sich seine Mannschaft gegen die Freisinger zweimal aufgebäumt und nach den verlorenen Durchgängen eins und drei erfolgreich gekontert. Vor allem dank starker Blocks lag der BSV von Anfang an in Führung. 6:1, 17:13 und 21:18 lauteten die Zwischenstände, ehe Freising vier Zähler in Folge machte und zum ersten Teilerfolg kam. Auch den zweiten Abschnitt schienen die Hausherren in der Halle am Roten Main zu verlieren. Denn weder ihre Drei-Punkte-Serie zum 12:12 noch die Rallye vom 12:15 zur 17:15-Punkte-Führung (mit starken Szenen des ausgeruhten Fredersdorf) zeigte beim SC nachhaltige Wirkung. Der Favorit hatte beim 24:22 zwei Satzbälle. Volker Nissels über die Mitte und Fabian Buck sorgten aber für die Wende.

„Das war ein super Zusammenhalt – so stelle ich mir das vor“, feuerte Rüger seine Schützlinge an. Doch deren Kräfte schwanden. Der BSV vollendete nach dem 5:1-Vorsprung seine Angriffe immer seltener, sechs Bälle landeten dabei im Aus, der Block war nicht aggressiv genug. Der abwehrstarke Gegner agierte variantenreich. Er ging 12:9 in Front und kam über das 21:15 zum zweiten Satzgewinn.

Nach diesmal schwächerem Start (1:4, 8:12) raffte sich der BSV aber nun wieder auf. Dann lange Diskussionen und höhnisches Gelächter im Freisinger Lager. Was war geschehen? Nachdem sich die Bayreuther vorher mehrfach von den Schiedsrichtern benachteiligt gefühlt hatten, reklamierte nun der SC zwei vermeintliche Fehlentscheidungen mit der Folge einer Roten Karte für Philipp Geißelmeier. Die Frage, ob Bayreuth nach dem dafür erhaltenen Punkt zum 22:20 in falscher Aufstellung weitergespielt hatte, führte zum kurzfristigen Chaos. Buck blieb nervenstark und sorgte für das 25:22 – Tiebreak. Vier Aufschlag-Patzer in dem kurzen Satz, zwei technische Fehler, zwei Angriffsbälle ins Aus – so war der den Bayreuthern bereits sichere eine Punkt nicht zu verdoppeln. Das 3:2 war die letzte Führung des Heimteams, bei 7:8 und 9:11 hoffte es noch einmal – vergeblich.

Nicht bewertet

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