Brauerei verkauft den Ratskeller

Der neue Eigentümer war am Freitag nicht zu erreichen. Stodden zufolge handelt es sich bei dem Käufer um eine Privatperson aus Kulmbach, die das Gebäude adäquat und zur Situation am Marktplatz passend behutsam umwidmen will. „Es geht nun in die Planungsphase“, sagt Stodden. Die Attraktivität des Kulmbacher Marktplatzes soll erhöht werden, habe der Käufer versprochen. „Die jetzt erzielte Lösung ist aus unserer Sicht die beste“, sagt der Brauerei-Vorstand. Das Gebäude, das im 16. und 17. Jahrhundetr errichtet wurde, ist dringend sanierungsbedürftig.

Stodden unterstreicht, dass der Kulmbacher Brauerei stets eine sinnvolle Nutzung des ehemaligen Ratskellers in Kulmbachs zentraler Lage am Herzen lag. Die Brauerei habe deshalb viele Optionen intensiv geprüft. „Eine Gastronomielösung kam aus Sicht der Kulmbacher Brauerei nicht infrage, wir wollten die rund um den Kulmbacher Marktplatz bereits vorhandene Gastronomie-Infrastruktur nicht gefährden.“ Der Kaufpreis bleibt geheim. Zwischen den Vertragspartnern wurde Stillschweigen vereinbart, teilt die Brauerei mit.

Im Jahr 2010 schien die Kulmbacher Brauerei bereits einen Käufer für den Ratskeller gefunden zu haben. Doch die auf Denkmalsanierungen spezialisierte Immobilienfirma geriet kurze Zeit später in finanzielle Schieflage. Aus den ambitionierten Plänen wurde somit nichts. Damals sollten in dem Ratskeller-Gebäude mehrere neue Büros und Wohnungen entstehen. Angeblich hat sich auch ein namhafter Gastronomiekonzern aus München für die ehemalige Gastwirtschaft interessiert. Doch das Haus blieb weiterhin leer.

2013 hatte zuletzt die CSU-Stadtratsfraktion vorgeschlagen, dass die Stadt das historische Gebäude kaufen soll, um den weiteren Verfall zu stoppen. Doch die Idee scheiterte damals an den Kosten.

Darüber, wie sich der aktuelle Eigentümerwechsel konkret auswirken wird, ist noch nichts bekannt. Beobachter sagen, dass es eine Herausforderung sein werde, das Gebäude am Marktplatz mit neuem Leben zu erfüllen.

In einem anderen Leerstand am Marktplatz macht bald wieder ein Laden auf. Gudrun Stübinger zieht mit ihrem Dessous-Fachgeschäft von der Langgasse wenige Meter weiter in die Geschäftsräume der ehemaligen Apotheke.

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