Brandstiftung nicht nachzuweisen

Der Brand in der Dachgeschosswohnung eines Mehrfamilienhauses in der Mangersreuther Straße sorgte im vergangenen Jahr am Morgen des 31. März für großes Aufsehen. Der Schaden wurde auf rund 100 000 Euro geschätzt, noch wochenlang waren die verkohlten Fenster zu sehen. Der 68-jährige Mieter musste sich jetzt nicht nur wegen fahrlässiger Brandstiftung, sondern auch wegen fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht verantworten. Die Nachbarin hatte damals eine Rauchvergiftung erlitten.

Zeugen wieder heimgeschickt

Nach einer Stunde schickte Richterin Sieglinde Tettmann allerdings sämtliche Zeugen wieder nach Hause. Im Einvernehmen mit Staatsanwaltschaft und Verteidigung stellte sie das Verfahren wegen geringer Schuld vorläufig ein. Als einzige Auflage muss der Mann 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Die Verfahrenskosten trägt die Staatskasse.

Hintergrund der Einstellung war auch, dass die Brandursache nicht mehr festzustellen war. Während die Staatsanwaltschaft davon ausging, dass der Angeklagte eine Kerze unbeaufsichtigt nahe einer Holzwand abbrennen ließ, behauptete der Mann, dass sein wahrscheinlich defekter Fernseher den Brand ausgelöst haben muss.

Kerze oder Fernseher

Dabei hatte der Angeklagte die Ermittler der Polizei noch selbst auf die Kerze gebracht. Gleich bei seiner ersten Vernehmung auf der Intensivstation des Kulmbacher Klinikums habe er davon berichtet, sagte ein Kommissar der Kriminalpolizei. Der Mann wurde damals vom Notarzt ins Krankenhaus gebracht, weil er unter anderem Verbrennungen an der Kopfhaut und an den Händen sowie eine leichte Rauchvergiftung erlitten hatte.

Jetzt berichtete der Mann, dass er beim Anzünden von Kerzen immer peinlich darauf geachtet hatte, dass ein großer Abstand zu den Holzwänden besteht. Seiner Ansicht nach ist der zwei Jahre alte Flachbildfernseher die Brandursache gewesen. Das Gerät habe Tage zuvor immer wieder Aussetzer gehabt und nur mehr verpixelte Bilder gezeigt. Der Rentner sagt, er sei an diesem Morgen gegen sieben Uhr kurz ins Bad, als er wiederkam, habe es über dem Fernseher gebrannt. Nachdem erste Löschversuche mit Wasser fehlgeschlagen waren und die Flammen weiter um sich schlugen, hätte er die Feuerwehr verständigt und die Wohnung verlassen. Wer den Schaden bezahlt, muss in einem Zivilprozess geklärt werden.

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