Brandschutz im Wandel der Zeit

„Es ist meine erste Ausstellung im Museum34. Ich freue mich schon darauf“, sagte die Museumsleiterin bei der Vernissage. Die Vorbereitung kostete nicht nur viel Zeit, sondern sorgte nebenbei dafür, viele nette Menschen kennenzulernen. Im Ranzenthaler Gerätehaus habe sie mit ihrer Tochter sogar eine kleine Führung bekommen, erzählt Ringl. Die Organisation der Ausstellung begann nach dem Gründungsfest der Auerbacher Feuerwehr, das im Mai groß gefeiert wurde. „Vorher hatte niemand Zeit dafür“, erzählt sie.

150 Jahre Feuerwehr

Das Jubiläum „150 Jahre Feuerwehr Auerbach“ war zwar der Anlass für die Sonderausstellung, die Präsentation ist aber bewusst allgemeiner gehalten. Und sie schließt auch die Ortswehren nicht aus. Mit Ausnahme der Feuerwehr Ranna, die bereits ein aktuelles Farbfoto geliefert hatte, habe sie alle Wehren besucht und selbst fotografiert. Schließlich sollten die Bilder alle farbig sein und neben den Aktiven möglichst auch ein Fahrzeug und das jeweilige Gerätehaus zeigen. Die großformatigen Farbbilder zieren jetzt den Versammlungsraum im Erdgeschoss des Bürgerhauses, zusammen mit dem Leitspruch der Feuerwehren „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!“.

Ausstellung wirkt sehr informativ

Die Sonderausstellung wirkt sehr vielfältig und informativ. Die Entwicklung des Umgangs mit dem Feuer mit seinen positiven und negativen Auswirkungen auf die Menschen wird ebenso gestreift wie die technischen Errungenschaften der Brandbekämpfung und der vorbeugende Brandschutz. Ganz aktuell ist das Thema „Rauchmelder“, die bis Jahresende in allen Wohnungen installiert sein müssen.

Marion Ringl hat zwölf Banner mit Fotos und Texten gestaltet, die über verschiedene Themen informieren. Die Kinder- und Jugendfeuerwehr zählt ebenso dazu wie der Fuhrpark und die Gerätehäuser, die es in Auerbach im Laufe der Jahrzehnte gab.

Ehrenamtliche Feuerwehrleute

Beeindruckend wirkt eine Zahl, die rot markiert wurde: 2,6 Millionen Euro. So viel Geld spart sich die Stadt Auerbach pro Jahr, weil sich die Bürger auf die ehrenamtlichen Feuerwehrleute verlassen können und deshalb keine Berufsfeuerwehr bezahlt werden muss.

„Ich wollte Aktuelles und Historisches präsentieren“, betont die Museumsleiterin. Dieses Ziel hat sie gut in die Tat umgesetzt. Da ist zum Beispiel ein Segeltucheimer aus den Jahren um 1870 zu sehen, der früher als Löschgerät verwendet wurde.

Moderne Rettungsschere

Auch ein altes Signalhorn, das lange vor der Installation von Sirenen verwendet worden war, ist ausgestellt. Zwei Meter weiter findet sich eine moderne Rettungsschere neben einer aufgeschnittenen Autotür. Alte Funkgeräte aus den 80er Jahren wecken Erinnerungen und sorgen bei der modernen Smartphonegeneration für ein Schmunzeln. Ebenso historisch muten die ersten Atemschutzmasken an.

Mitten im Raum sitzt eine mit einem Chemieschutzanzug gekleidete Puppe. Ein Schmuckstück ist die Standarte der früheren Werksfeuerwehr der Bulag. Ein anderer Hingucker steht gleich im Eingangsbereich zum Bürgerhaus: Eine stattliche Holzstatue des Heiligen Florian, des Schutzheiligen der Feuerwehrleute. Gestern Abend zur Eröffnung kamen viele Ehrengäste und Vertreter der Feuerwehren. Schulen und Kindergärten will Marion Ringl extra einladen, die informative Schau zu besuchen.

Wehren und Archiv arbeiteten zusammen

150 Fotos hatte die Museumsleiterin für die Ausstellung zur Auswahl bekommen. Was gezeigt wird, konnte sie selbst entscheiden. Sehr froh ist Marion Ringl über die Kooperationsbereitschaft der Wehren und des Stadtarchivs.

Die Sonderausstellung „Feuerwehren“ ist in den nächsten sechs Monaten zu den normalen Öffnungszeiten des Bürgerhauses werktags von 9 bis 17 Uhr sowie an Samstagen von 9 bis 12 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen. Danach wird wieder umdekoriert.

Vier Themen für die nächsten Ausstellungen habe sie bereits im Hinterkopf, verrät die rührige Museumsleiterin. In welcher Reihenfolge diese realisiert werden, wird im Förderverein „Museum34“ demnächst noch entschieden. Sie recherchiere bereits in drei verschiedene Richtungen, erzählt Marion Ringl.

Nicht bewertet

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Montag, 13. November 2017 - 11:06