Boulder-Wettbewerb: Mia (13) unter Profis

Besucher stehen dicht gedrängt um die „Arena“, die Kraft, Geschicklichkeit, Schnelligkeit und gutes Reaktionsvermögen erfordert. Eigenschaften, die gute Kletterer mitbringen. Gestartet wird in Zweierteams: ein Kletterpromi und ein Amateur. Dabei sind bekannte Namen. Katharina Saurwein zum Beispiel, eine der besten Kletterinnen Österreichs. Oder Anna Laitinen aus Finnland. Und Felix Neumärker, Patxi Usobiaga Lakunza und Alexander Megos. Die Drei haben die Action Directe im Krottenseer Forst bezwungen, eine der schwersten Routen weltweit. Und mittendrin das Auerbacher Talent Mia Baumann. Sie ist die jüngste Teilnehmerin des Kletterwettbewerbs.

Wer hält am längsten aus?

Die 13-Jährige klettert seit sechs Jahren. Wie die anderen Amateure auch hat sie sich am Kraftolizer qualifiziert. An dieser Station wird die Fingerkraft gemessen. Und die ist dringend nötig. Im ersten Wettbewerb müssen die Teilnehmer möglichst lange an Bouldergriffen hängenbleiben. Dank Mias Durchhaltevermögen wird ihr Team Dritter. In der zweiten Disziplin müssen die Teilnehmer mit Schwung einen eineinhalb Meter entfernten Haltegriffe erreichen. Das schaffen alle, doch dann werden die Griffe weiter entfernt. 2,70 Meter schafft nur noch Alex Megos, er wäre wohl auch noch weiter gesprungen.

Mia Baumann wird Dritte

Kraftraubend ist der Parcours. Mia Baumann kämpft sich durch, obwohl sie aufgrund ihrer Größe Probleme hat. Sie bekommt Sonderapplaus. Der letzte Wettkampf ist der reine Spaß. Auf einem schmalen Steg „attackieren“ sich die Teilnehmer mit großen Paddeln, die mit Schaumstoff umhüllt waren. Mit ihrem Teampartner Philipp Hans, Wettkampf-Kletterer aus Stuttgart, wird Mia Baumann in der Gesamtwertung Dritte.

Der Samstag in Königstein bot noch weitere Aktivitäten: Einige Kletterer gingen 15 Meter hoch in die Luft. Dazu brauchten sie ein Seil, das an einem Autokran befestigt war, Zähigkeit, Kraft und spezielle Seilklemmen. Andere versuchten sich beim Bohrhakenwettbewerb. Sie bearbeiteten zwei Felsblöcke auf traditionelle Art mit Hammer und Meißel.

Der Termin für das nächste Kletterfestival steht bereits: Vom 25. bis 28. Mai 2017 trifft sich die Kletterwelt erneut in der Frankenpfalz.

Das viertägige Festival wurde von den teilnehmenden Sportlern in den höchsten Tönen gelobt, freute sich Horst Fürsattel, der sich maßgeblich um die Organisation gekümmert hatte. „Es gibt nichts Vergleichbares“ haben die Kletterer immer wieder erklärt. In der Nacht zum Sonntag, die in Königstein von Gewittern verschont blieb, hätten viele am liebsten durchgefeiert. Um 2 Uhr tanzten noch 150 ausgelassene Leute vor der Bühne.

Jede Veranstaltung im Rahmenprogramm sei auf ihre Art ein „Top Act“ gewesen. Fürsattel vergleicht das Festival mit einem Feuerwerk. „Da kann man hinterher auch nicht sagen, welche Rakete die schönste war.“ Mit dem Bouldercontest am Samstagabend wurde etwas ganz Neues durchgeführt. „Die Athletik bei den Sprüngen von einem Griff zum nächsten zum Beispiel sah man so noch nicht.“ Auch die Aussteller waren mehr als zufrieden, alle haben ihre Teilnahme für das nächste Mal schon angekündigt.

Festival ohne Verletzungen

Froh sind die Macher auch, dass die Veranstaltung ohne Verletzungen über die Bühne ging. Lediglich ein kleiner Schwächeanfall eines Besuchers wurde bekannt. Ein paar kleinere Verbesserungen im Ablauf werde es bei einer Wiederholung geben. Ab sofort findet das Frankenjura-Kletterfestival jährlich statt. Den Veranstaltungsort besprechen die Bürgermeister der acht Frankenpfalz-Gemeinden.

Nicht bewertet

Anzeige

Montag, 13. November 2017 - 11:06