Bootsunfall: Fischer sagen Fest ab

Einer, der durch seinen Beruf naturgemäß viel mitbekommt, ist Gastwirt Konrad Krauß aus Truppach. Zu dem Unglück auf dem schwedischen See Hjälmaren will er am Dienstagmittag nichts sagen. "Bitte verstehen Sie das", sagt Krauß sichtlich betroffen. "Es ist halt eine Tragödie."

Daran erinnert in Truppach, wo einer der Verunglückten zu Hause war, allem Anschein nichts. Am Feuerwehrhaus, wo noch der Maibaum steht, beginnt bald das Truppachtalfest. Ein Radler fährt vorbei, auf dem Feld rattert ein Traktor, friedliche Landidylle. Auch im ruhigen Nachbarort Plösen geht alles scheinbar seinen gewohnten Gang.

Bestürzung im Rathaus

Im Mistelgauer Rathaus herrscht tiefe Bestürzung über den Vorfall. Bürgermeister Karl Lappe sagt auf Nachfrage: "Ja, wir sind alle sehr betroffen." Lappe kannte die beiden Männer nach eigenen Worten sehr gut. "Vor der Abreise habe ich noch mit einem von ihnen gesprochen." Die Gruppe sei zum ersten Mal zusammen nach Schweden gereist. Mehr wisse auch er nicht, so Lappe.

Nach Berichten schwedischer Medien konnte sich einer der drei Männer an Bord des Motorboots retten. Für die anderen kam offenbar jede Hilfe zu spät. Warum die beiden Männer ertranken, ist noch unklar. Schwedische Zeitungen zitieren einen Polizisten, wonach das Boot gekentert sei, als die drei Mistelgauer an Bord die Positionen tauschen wollten.

Maulkorb im Fischereiverein

Teile der Reisegruppe waren Mitglieder des Truppacher Fischereivereins. Sein Bedauern will dessen Vorsitzender, Jürgen Lang, nicht öffentlich zum Ausdruck bringen, sondern den Hinterbliebenen persönlich mitteilen. Ein Vereinsmitglied sagt, dass er von der Vereinsführung aufgefordert worden sei, nicht mit der Presse zu reden. Lang bestreitet das. Während das Truppachtalfest der Freiwilligen Feuerwehr Truppach/Mengersdorf am 24. und 25. Mai wie geplant stattfindet, wurde das für den 9. Juni bis 11. Juni geplante Fischerfest in Truppach abgesagt.

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