Boom am Arbeitsmarkt

Ein Gesamtüberblick über die Zahl der Erwerbstätigen – einschließlich Beamte und Selbstständige – existiert für den Agenturbezirk Bayreuth-Hof nicht. Die Statistik beschränkt sich auf die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Das waren im Agenturbezirk im vergangenen Jahr insgesamt 184 253 Menschen (Stand Juni 2016) und damit 3059 Menschen mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. In allen Gebietskörperschaften sei ein Zuwachs zu verzeichnen gewesen, erklärt Pressesprecherin Kannhäuser. Außerdem waren im Agenturbezirk Bayreuth-Hof im vergangenen Jahr 40 724 Menschen geringfügig beschäftigt, 396 mehr als im Vorjahr.

Die oberfränkische Wirtschaft hat im vergangenen Jahr mehr als 5400 neue Arbeitsplätze geschaffen. Das hatte die Industrie- und Handelskammer (IHK) für Oberfranken Bayreuth zum Jahreswechsel für den Kammerbezirk mitgeteilt.

Damit seien in oberfränkischen Betrieben seit dem Jahr 2005 mehr als 58 700 neue Jobs entstanden, ein Zuwachs von 16,4 Prozent. In diesem Jahr möchte die Wirtschaft weiter expandieren.

Die Hochrechnungen der IHK für Oberfranken Bayreuth prognostizieren nochmals 5000 bis 7000 neue Arbeitsplätze in Oberfranken. Allerdings herrsche Fachkräftemangel. „Durch die Fachkräftelücke sehen immer mehr Unternehmen ihre wirtschaftliche Entwicklung gefährdet“, so IHK-Hauptgeschäftsführerin Christi Degen.

43,7 Millionen Erwerbstätige in Deutschland

In Deutschland wuchs die Zahl der Erwerbstätigen mit Arbeitsort in der Bundesrepublik im vierten Quartal 2016 um 0,6 Prozent oder 267 000 Menschen gegenüber dem Vorjahr. Damit zählte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden zum Jahresende 43,7 Millionen Erwerbstätige, so viele wie noch nie seit der Wiedervereinigung, wie vorläufige Berechnungen ergaben.

Allerdings legt die Beschäftigung mittlerweile in geringerem Tempo zu. Im ersten Quartal 2016 hatte das Plus binnen Jahresfrist noch 1,3 Prozent betragen, im zweiten Quartal 1,2 Prozent und im dritten Quartal 0,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorquartal stieg die Zahl der Erwerbstätigen im vierten Quartal um 0,2 Prozent oder 99 000 Menschen.

Damit war das Plus laut der Behörde um rund ein Drittel geringer als der entsprechende durchschnittliche Anstieg in den vergangenen fünf Jahren (plus 158 000 Personen). Bereinigt um Saisonschwankungen ergab sich ein Zuwachs von 0,1 Prozent zum Vorquartal.

Zusätzliche Jobs entstanden gemessen am Vorjahresquartal weiter vor allem in Dienstleistungsberufen, darunter öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit (plus 172 000 Menschen), Unternehmensdienstleister (plus 112 000) sowie Handel, Verkehr und Gastgewerbe (plus 34 000).

Im Produzierenden Gewerbe sank die Erwerbstätigenzahl hingegen um 49 000 Menschen, während sie im Baugewerbe um 19 000 stieg. In der Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei nahm die Beschäftigung um 11 000 Menschen ab.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit weist darauf hin, dass das Angebot an Arbeitskräften hierzulande in den nächsten Jahrzehnten deutlich sinken dürfte. Auch wenn die Nettozuwanderung nach Deutschland so bleibe wie im langjährigen Durchschnitt, nämlich bei rund 200 000 Menschen im Jahr, sinke das Arbeitskräfteangebot von derzeit rund 46 Millionen auf unter 40 Millionen im Jahr 2060.

In der Prognose sei bereits berücksichtigt, dass die Quote der arbeitenden Frauen und älteren Menschen wahrscheinlich weiter steigre, erklärte das IAB. Bis zum Jahr 2030 liege die Zahl der potenziellen Erwerbstätigen noch etwa auf heutigem Niveau, danach setze der Rückgang ein. Hintergrund ist laut IAB die zunehmende Alterung der Bevölkerung.          Mit Material von dpa/afp

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