Blamable Haspo-Niederlage im Pokal

Dabei begann für die Mannschaft der Trainer Michael Werner und Marc Brückner eigentlich alles nach Plan. Ohne Spielmacher Tim Herrmannsdörfer sowie die beiden Kreisläufer Ralph Weiß und Maximilian Hofmann konnte der oberfränkische Bezirksoberligist TV Weidhausen im Halbfinale nur bis zum 4:4 mithalten. Danach machte Haspo vor allem in der Abwehr ernst und zog auf 10:6 (19.) davon. Als sich dann auch noch die technischen Fehler beim Gegner häuften, der immer öfter nur noch über den Gegenstoß im Angriff auftauchte, sorgte eine 11:0-Serie bis zum Seitenwechsel bereits für die Vorentscheidung. Bis zum 31:9 (46.) hielt der favorisierte Bayernligist dann das Tempo hoch, ehe er offenbar auch hinsichtlich des anstehenden Finalspiels einen Gang zurückschaltete. Dennoch gewann Haspo standesgemäß mit 39:13.

Im Finale wartete dann rund zwei Stunden später erwartungsgemäß der Ligakonkurrent TSV Lohr auf die Bayreuther, der sein Halbfinale mit deutlich größerer Mühe gegen den Gastgeber HG Ingolstadt (31:25) gewonnen hatte. Das lag aber nicht daran, dass die oberbayerischen Hausherren etwa über sich hinausgewachsen waren, sondern vielmehr daran, dass der TSV Lohr nur mit seiner Bezirksoberliga-Mannschaft angetreten war. Lediglich Rechtsaußen Benjamin Horn war aus dem Kader der erste Vertretung dabei.

Rückraum völlig ohne Durchschlagskraft

So war Haspo auch im Finale in der klaren Favoritenrolle, wurde dieser aber von Beginn an nicht gerecht. Gegen die befreit und schnell aufspielenden Lohrer bekam die Haspo-Sieben gerade in der eigenen Abwehr nie wirklich Zugriff. Dabei behielt TSV-Spielmacher Lorenz Schmitt (7/4 Tore) gegen die offensiv ausgerichtete Haspo-Abwehr jederzeit die Übersicht und setzte seine Nebenleute meist gekonnt ein. Das viel größere Problem der Haspo-Herren lag aber im eigenen Angriff. Zwar spielten die Bayreuther in der Anfangsphase noch recht gefällig bis zum freien Mann durch, doch gerade aus dem Rückraum mangelte es an jeglicher Durchschlagskraft.

Bis zum 8:8 (21.) blieb die Finalpartie dennoch ausgeglichen, ehe sich beim Bayernligisten unerklärlicherweise die Fehler bis zu einem indiskutablen Maße steigerten. Unglaubliche 19 Fehlwürfe sowie sage und schreibe 21 technische Fehler luden den schnellen Gegner aus dem Spessart nun immer häufiger zum Gegenstoß ein.

Das wusste vor allem der schnelle Linkshänder Benjamin Horn (12 Tore) für sich zu nutzen, der beinahe alleine dafür verantwortlich war, dass der Lohrer Vorsprung über den 15:11-Pausenstand bis zum bereits vorentscheidenden 27:18-Zwischenstand (47.) ausgebaut werden konnte. Lediglich beim 21:17 (39.) schien zwischenzeitlich eine Wende möglich, doch wurde das Aufbäumen gleich wieder durch zahlreiche Fehler zunichte gemacht.

„Ich bin natürlich maßlos enttäuscht, so kann man einfach nicht auftreten“, sagte deshalb auch ein vollkommen bedienter Haspo-Trainer Michael Werner und legte nach: „Es war eine absolute Blamage. Hoffentlich ziehen die Jungs nun die richtigen Lehren für das erste Saisonspiel in Friedberg daraus, denn nur dann hatte dieses Spiel etwas Positives.“

Haspo Bayreuth: Wittmann, Lehnard, Pfeifer – Y. Berghammer (3 Tore gegen Weidhausen, 2 Tore gegen Lohr), Schalk (6, 1), Nicola (-, 0), Hümpfer (11, 7), Tscheuschner (3, 2), Goeritz (2, 0), S. Berghammer (3, 4), Rahn (2, 1), Klima (5, -), Meyer-Siebert (-, 2), Saborowski (-, 3/1), Schöttner (4, 2).

Nicht bewertet

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