Bilanz zum Blitzmarathon

„Die umfangreichen Ankündigungen von Polizei und Medien haben offensichtlich dazu geführt, dass sich nahezu alle Kraftfahrzeugführer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit hielten“, sagte Polizeisprecher Udo Roppelt am Donnerstag in Bayreuth. Insgesamt seien in Oberfranken bei über 27.000 Fahrzeugen die Geschwindigkeit gemessen worden.

549 Fahrzeugführer fuhren dabei mit überhöhter Geschwindigkeit. Somit waren lediglich rund zwei Prozent der gemessenen Autofahrer zu schnell unterwegs. Während ein Teil der ertappten Temposünder eine kostenpflichte Verwarnung an Ort und Stelle bezahlen konnte, waren einige Verkehrsteilnehmer jedoch so schnell, dass sie demnächst einen Bußgeldbescheid erhalten und auch ein Fahrverbot antreten müssen.

Spitzenreiter im Landkreis Forchheim 

Die deutlichste Geschwindigkeitsüberschreitung verzeichnete eine Messstelle im Igensdorfer Ortsteil Weidenbühl, Lkr. Forchheim. Dort hatte es ein Autofahrer wohl besonders eilig und fuhr innerorts mit 133 Stundenkilometer bei erlaubten 50 Stundenkilometer in die Kontrolle. Den Fahrer erwartet neben zwei Punkten und einem dreimonatigen Fahrverbot, eine empfindliche Geldbuße.

Polizei will sensibilisieren

An vielen Kontrollstellen konfrontierten die Einsatzkräfte die Verkehrssünder mit ihrem Fehlverhalten und sensibilisierten die Fahrer hinsichtlich der Gefährlichkeit von überhöhter Geschwindigkeit. Denn Hauptunfallursache „Nummer Eins“ bei schweren Verkehrsunfällen sie weiterhin die Missachtung der Geschwindigkeitsbegrenzungen oder nicht angepasste Geschwindigkeit.

Mittelfinger gezeigt

Bei den ganzheitlichen Kontrollen deckten die Ordnungshüter neben den Geschwindigkeitsverstößen noch eine Vielzahl weiterer Ordnungswidrigkeiten und auch einige Straftaten auf. So war bei der Kontrollstelle in Altendorf der Fahrer eines Motorrades zwar mit der zulässigen Geschwindigkeit unterwegs. Im Vorbeifahren beleidigte der Mann jedoch die Kontrollbeamten mit dem ausgestreckten Mittelfinger.

Grund hierfür sei ein zurückliegender Geschwindigkeitsverstoß für den er eine Probezeitverlängerung und die Teilnahme an einem Aufbauseminar erhielt. Bei der anschließenden Kontrolle fanden die Polizisten heraus, dass er an seinem Fahrzeug Manipulationen vorgenommen hatte, weshalb seine Fahrerlaubnis zum Führen des Motorrades nicht mehr ausreichte. Ihn erwartet nun eine Anzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis sowie Beleidigung. Weiterhin stellten die Beamten das Krad sicher.

Gesamtbilanz aus den Zentren

Bereich Bamberg (Stadt und Lkr. Bamberg, Lkr. Forchheim)

  • 142 Verkehrsteilnehmer waren zu schnell unterwegs (Gemessen: 6.391)

Bereich Bayreuth (Stadt und Lkr. Bayreuth, Lkr. Kulmbach)

  • 171 Verkehrsteilnehmer waren zu schnell unterwegs (Gemessen: 8.511)

Bereich Coburg (Stadt und Lkr. Coburg, Lkr. Kronach und Lichtenfels)

  • 120 Verkehrsteilnehmer waren zu schnell unterwegs (Gemessen: 3.997)

Bereich Hof (Stadt und Lkr. Hof, Lks. Wunsiedel)

  • 116 Verkehrsteilnehmer waren zu schnell unterwegs (Gemessen: 8.328)

 

Verantwortungsbewusste Fahrweise

Aus Sicht der Oberfränkischen Polizei ist es gelungen, die Folgen überhöhter und nicht angepasster Geschwindigkeit auf den Straßen ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rufen und diesbezügliche eine Diskussion anzustoßen.

Jeder Verkehrsteilnehmer, der künftig verantwortungsbewusster mit seinem Fahrzeug unterwegs ist und sich an die vorgegebenen Geschwindigkeiten hält, leistet seinen persönlichen Beitrag zu unser aller Verkehrssicherheit!

red

2.7 (3 Stimmen)

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Kommentare

Der Großteil der Raser dürfte durch die Voranküngung von "Erziehungsmaßnahmen" verschont geblieben sein (wenngleich die Aktion sicher sehr kostenaufwändig war.)

Nützlich wäre für den Bürger gewesen, wenn man gleich auch die Lärmsünder (-laut röhrende und knatternde Motorräder, panzerähnlich-getunte Sportwagen) zur Kasse gebeten hätte. Für diese gilt unverständlicherweise kein Bundes-Immissionsschutzgesetz.
Richtig!
Am besten hochgetunte Wagen einziehen und verschrotten lassen!
Tja, so (be)lügt man sich in die eigene Tasche. Man braucht kein Experte sein um zu wissen was ein mit derartig betriebenen Aufwand durchgeführter Blitzmarathon an vielfachen von Verstößen hervorgebracht hätte wenn man diese Auktion mal völlig unangemeldet und ohne breit tretten in Medien durchführen würde!
„innerorts mit 133 Stundenkilometer bei erlaubten 50 Stundenkilometer“
Sowas ist hochkriminell und jenseits jeden auch nur ansatzweise verantwortungsvollen Umgangs mit dem Kfz.
Ach ja, damit (und zwar „bereits“ ab 100 km/h) wäre man in der Schweiz ein sogenannter „Raser“:
„Als Strafmassnahme wird bei einem Raserdelikt der Führerausweis für mindestens zwei Jahre entzogen. Im Wiederholungsfall müssen Raser den Führerausweis gar für immer abgeben. Und: Es drohen zwischen ein und vier Jahren Gefängnis. Bei krassen Geschwindigkeitsübertretungen kann das Auto eingezogen und verwertet werden.“
Keine Ahnung wie die Schweizer das jetzt handhaben, aber das klingt jetzt schon etwas arg über das Ziel hinausschießen! Ich bin auch klar dafür das für krasse Verstöße (also z.B. statt 100 mit 150 und mehr auf der Landstraße unterwegs) viel empfindlichere Strafen her müßten. Aber Freiheitsstrafen und Enteignung...........
Man muß hier natürlich auch unterscheiden ob der Gute nur erwischt wird oder ob eben auf Grund des Fahrverhaltens etwas (schlimmes) passiert ist.
Leider haben wir keine Schweizer Verhältnisse, der Lobby des ADAC sei "Dank"...
.....und der Lobby bzw. den Aktionären der Kfz-Industrie, die ihre PS-starken Autos unters Volk bringen will.
Warum Motorräder so laut sein dürfen, bleibt ein Rätsel.