Bierwoche: Schöner als Mallorca

Der Kulmbacher ist traditionell ein Freund des Zeltens, zieht dabei aber das Festzelt jeder Camping-Behausung vor. Auch Touristen kommen in den Ferien nach Kulmbach, um die Stadel-Zeit mitzuerleben. Sogar die Sehnsucht nach Strand hält sich in Grenzen, denn auf dem Festgelände der Brauerei findet sich ein entsprechender Bereich mit Sonnenschirmen und Liegestühlen. Anders als am Ballermann geht es dort aber fränkisch-gemütlich zu. Auch gefährliche Haie, überfüllte Strände und eine schlimme Hitzewelle sucht man in Kulmbach vergebens.

Brüder im Bierzelt

Die Balearen-Insel Mallorca macht Schlagzeilen, weil sogenannte Sauftouristen von der Insel verbannt werden sollen. Der Bürgermeister der Hauptstadt Palma habe genug davon, dass sich manche Gäste betrinken und dann Probleme bereiten, heißt es in Medienberichten. Davon ist Kulmbach aktuell ziemlich weit entfernt. Statt Verbannung gibt es im Stadel die große Verbrüderung. Die Bierwoche heißt alle Gäste willkommen. Auch die Hoteliers und Gastronomen im Landkreis sind froh über die Besucher.

Im Feststadel geht es sowieso heiß her. Und im Außenbereich rund um das Kulmbacher Bierfest werden tagsüber die Schattenplätze immer begehrter. Denn die Sommersonne scheint mit aller Kraft. Immerhin bringen Gewitter und Schauer nachts die nötige Abkühlung. Im Vergleich zu Mallorca ist das Wetter in Kulmbach sogar richtig angenehm. Mensch und Tier leiden auf der Mittelmeerinsel aktuell unter einer Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad. Es gilt die Warnstufe Orange. Wer sich beim Baden im Meer Erleichterung erhofft, könnte enttäuscht werden. Die Wassertemperatur liegt bei etwa 26 Grad.

Badewasser: sauber und gefahrlos

Schon zwei Haie haben sich in diesem Sommer an die Küste von Mallorca verirrt. Ein Mann wurde leicht verletzt Die Badegäste mussten das Meer verlassen, bis die Gefahr gebannt war. Derart unliebsame Begegnungen sind in den Kulmbacher Gewässern ausgeschlossen. Wer die Ferien daheim verbringt, kann den Badespaß ungefährdet genießen. In den Flüssen und Seen ist neben dem Waller der Hecht der größte Räuber. Weibliche Tiere können zwar immerhin mehr als 1,30 Meter groß und über 20 Kilogramm schwer werden. Und wie der Hai ist auch der Hecht ein Raubfisch. Er lauert am Boden zwischen Wasserpflanzen auf Beute, informiert der Bezirksfischereiverein Kulmbach. Blitzschnell schießt er nach oben und beißt zu. Die spitzen Zähne an Kiefer und Gaumen sind wie kleine Widerhaken nach hinten gebogen. Doch auf der Speisekarte des Hechts stehen nur kleinere Fische, Frösche und manchmal auch Wasservögel und Bisamratten. Dem Menschen droht keine Gefahr. Nur die Angler haben sich beim Fang eines Hechts schon blutige Hände geholt, weil sie in den Schlund des Raubfisches gegriffen haben. Die Qualität der Badegewässer im Landkreis Kulmbach wurde zuletzt übrigens als ausgezeichnet eingestuft. Auch auf Mallorca testen die Behörden regelmäßig auf Krankheitserreger. In den allermeisten Fällen war die Qualität des Meerwassers an den Badestränden ebenfalls gut oder sogar sehr gut.

Viel Platz zum Feiern

Das Gedränge der Menschenmenge hält sich in diesem Jahr beim Kulmbacher Bierfest in Grenzen. Der Ausweichstandort in der Lichtenfelser Straße bietet drum herum viel Platz zum Feiern. Viele Gäste sind froh, dass ihnen die Enge, die üblicherweise in den Abendstunden am Zentralparkplatz herrscht, erspart bleibt. Das ist ein weiterer großer Unterschied zu Mallorca. Denn die Mittelmeerinsel bietet begrenzten Platz, die Urlauberströme werden hingegen immer größer. Zehn bis elf Millionen Touristen kommen pro Jahr.

Nicht nur das Bier, auch der Straßenverkehr kann in Kulmbach wieder gut ungestört fließen. Pünktlich zur Bierwoche hat das Staatliche Bauamt Bayreuth die Sperrungen auf der Kulmbacher Nordumgehung aufgehoben. Die Sanierungsarbeiten an der B 289 gehen erst kommende Woche in die nächste Phase.

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