Bierfest mit hoher Polizeipräsenz

Im Vorjahr machten im Juli der Amoklauf von München und der Axt-Anschlag in einem Würzburger Regionalzug Schlagzeilen. In diesem Jahr blieb es bisher ruhig. Die Bedrohung durch islamistischen Terrorismus und Extremismus ist laut Innenministerium aber immer noch hoch. „Die Sicherheitslage ist unverändert“, sagt auch der Kulmbacher Polizeichef Dominik Salosnig auf Anfrage dieser Zeitung.

Verstärkte Sicherheitsvorkehrungen

Deshalb gelten wie im Vorjahr bei Großveranstaltungen wie der Kulmbacher Bierwoche verstärkte Sicherheitsvorkehrungen. Für die Sicherheit der Besucher sei in Zusammenarbeit mit der Kulmbacher Brauerei, der Stadt und den örtlichen Sicherheitsdiensten ein „umfassendes Gesamtpakt“ geschnürt worden. „Der wichtigste Baustein darin ist die sichtbare Polizeipräsenz“, sagt Salosnig. Und zwar auf dem Festgelände wie auch in der umliegenden Stadt. So werde es in und vor dem Zelt stichprobenartige Sicherheitskontrollen geben. „Wir werden einzelne Personen gezielt ansprechen und mitgebrachte Taschen kontrollieren.“

Keine vermehrten Straftaten von Migranten

Stellt sich die Kulmbacher Polizei auch auf Übergriffe von Ausländern ein, wie sie in einer Kölner Silvesternacht vorgekommen waren? „Mit möglichen Straftaten durch Migranten, einzelnen oder Gruppen“, sagt Salosnig, „und jugendlichen Tätern, die immer wieder auffallen, müssen wir rechnen.“ In der Vergangenheit habe die Polizei jedoch keine vermehrten Straftaten durch Migranten festgestellt. Gewaltprobleme könne es bei Großveranstaltungen immer geben - unter Deutschen wie unter Nichtdeutschen.

Unterstützung durch Polizeikollegen

Im Zelt wird wie in den vergangenen Jahren ein privater Sicherheitsdienst für Ordnung sorgen. Außerdem erhält die Kulmbacher Polizei an drei Tagen Verstärkung durch die Bereitschaftspolizei und aus anderen oberfränkischen Polizeidienststellen. Weil das Bierfest 2017 auf dem Brauereigelände gefeiert wird, überwacht die Polizei verstärkt den nahe gelegenen Stadtpark. Auch an den Besucher starken Samstagen sind die Polizisten in größerer Zahl im Einsatz. „Wir setzen auf Präsenz, um den Menschen ein Sicherheitsgefühl zu geben“, sagt Salosnig. Der Großteil der Gäste sei friedlich und wolle nur feiern. „Für uns gilt es, die wenigen einzelnen herauszufinden, die mit anderen Gedanken hierher kommen.

Sperren und Barrieren für Fahrzeuge

Fahrzeugsperren und Barrieren werden ebenfalls errichtet, Sperrgitter als Richtungsmarkierungen eingesetzt. Die Lichtenfelser Straße ist nicht befahrbar. Die Anwohner sollen aber wie gewohnt zu ihren Häusern gelangen. Besucher von außerhalb bittet der Polizeichef, nicht wild zu parken, sondern öffentliche Parkplätze zu benutzen. Die Fußwege in Kulmbach seien relativ kurz. „Da hoffen wir auf die Vernunft der Besucher.“ Die Kulmbacher Brauerei empfiehlt das Parkhaus im Fritz in der Hans-Hacker-Straße 8 und das Bilka-Parkhaus im Gasfabrikgäßchen 10. Auch am Hallenbad, bei der Berufsschule und bei den Verbrauchermärkten seien Parkplätze vorhanden.

Stadt Kulmbach: "Wir sind gewappnet"

Uwe Angermann, Geschäftsleitender Beamter der Stadt, hat an den Gesprächen für das Sicherheitskonzept teilgenommen. „Ich denke, wir sind gewappnet und dürfen guter Dinge sein, weil wir uns in alle Richtungen Gedanken gemacht haben.“ Schließlich sei die Bierwoche eine „hochrangige Veranstaltung für die Stadt“ und „Kulmbach in dieser Zeit in aller Munde“.

Stadtparkbeleuchtung wird verbessert

Damit sich keiner fürchte, wenn er durch den Stadtpark nach Hause geht, sorge die Stadt für eine bessere Beleuchtung. „Die dunklen Ecken werden mit neuen LED-Strahlern ausgeleuchtet, die auch an den Bäumen befestigt werden.“ Wie die Straßenbeleuchtung brennen die Lampen bis 5 Uhr morgens. Auch das öffentliche WC im Stadtpark bleibe durchgehend geöffnet. Auf zusätzliche Reinungsarbeiten im Umfeld des Stadtparks habe sich die Stadt bereits eingestellt.

Flexibel auf aktuelle Situation reagieren

In den Bierstadel passten zirka 4500 Besucher, an einem guten Abend stünden mindestens noch einmal genauso viele davor. „Ich hoffe, wir haben unsere Hausaufgaben richtig gemacht und können uns auf ein friedliches Bierfest freuen“, sagt Angermann zuversichtlich. Sollten sich die Besucherströme und der Verkehr anders als erwartet entwickeln, könne immer noch nach gesteuert werden. „Wir werden alles sehr genau beobachten.“ Trotz Konkurrenz durch die Bayreuther Festspiele und das Forchheimer Annafest sei es Oberbürgermeister Henry Schramm gelungen, die Bereitschaftspolizei wieder nach Kulmbach zu holen.

"Besucher haben Verständnis"

„Der Umstand, dass das Gelände in der Lichtenfelser Straße deutlich weiträumiger ist, als in der Innenstadt macht es uns grundsätzlich einfacher“, sagt Bierfest-Organisator Michael Schmid über die diesjährige Ausgangslage. Das Sicherheitskonzept habe an alle Beteiligten sehr große Anforderungen gestellt. „Dieses Konzept wird Jahr für Jahr aufgrund aktueller Gegebenheiten bewertet, weiterentwickelt und  –  wenn erforderlich - auch angepasst“, sagt Schmid. Die Taschenkontrollen seien bei den Besuchern im Vorjahr auf sehr großes Verständnis gestoßen. „Sie haben sich aus unserer Sicht bewährt.“

Ungezwungen und heiter feiern

Dennoch appelliert er an die Besucher, Taschen und Rucksäcke möglichst gar nicht erst mitzunehmen. „Wir sind naturgemäß Woche für Woche auf vielen Großveranstaltungen im ganzen Land unterwegs“, sagt Schmid. „Wir erleben dort, dass die Menschen ungezwungen und heiter feiern. Und genau das wünschen wir uns auch für die Bierwoche 2017.“

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Kommentare

„umfassendes Gesamtpakt“ Gesamtpaket!
Wo ist eigentlich die Pathologie?
Ich bin geneigt mich Großvater anzuschließen!
Der Fehler ist inzwischen korrigiert worden, ihr zwei Blödschreiberlinge!
Es ist schon etwas seltsam, noch bis 2014 haben sich die Veranstalter kaum Gedanken über große Sicherheitskonzepte machen müssen! Seit der Flüchtlingswelle mit der unkontrollierten Öffnung der Grenzen in 2015 ist irgendwie alles anders geworden, Deutschland ist offenbar doch nicht mehr sicher, da werden sogar Traditionsveranstaltungen wie in Bamberg geschehen abgesagt! Nein, ich habe auch keine Angst zu irgendwelchen Veranstaltungen zu gehen, allerdings ein mulmiges Gefühlt ist allerdings schon vorhanden, wenn auf einmal überall Polizisten mit Maschinenpistolen etc. Veranstaltungen beschützen und die Zugänge mit großen LKWs oder Betonpollern gesichert werden müssen! Fakt ist auch, mit der Flüchtlingswelle und dem unkontrollierten Zuzug, sowie der Einmischung in moslemischen Konfliktregionen im nahen und mittleren Osten hat sich Deutschland zum Negativen verändert und ich sehe weder aktuell noch in der Zukunft, keinerlei positive Effekte für die Bevölkerung! Weiter möchte ich jetzt nicht darauf eingehen, sonst wird mir wieder von einer bestimmten "Minderheitsgruppe" Populismus vorgeworfen!
" Der Aufwand für Großveranstaltungen ist dramatisch gestiegen - und das nicht erst seit der Flüchtlingskrise. So kletterten die Kosten für den Rettungsdienst im Sand zwischen 2014 und 2016 von 6000 auf 15 500 Euro. Dazu kamen laut Heucken zuletzt noch weitere 5000 Euro für Notärzte. Und auch die Beschilderung der Sandkirchweih ist kein Pappenstiel: 2012 musste die Kerwa GmbH dafür 9500 Euro hinblättern. Mittlerweile erhält die Stadt dafür über 14 000 Euro."
Zitat: "So kletterten die Kosten für den Rettungsdienst im Sand zwischen 2014 und 2016 von 6000 auf 15 500 Euro."

Da wäre es natürlich interessant, die Kosten für den Zeitraum von 2014 und 2016 weiter in 2014-2015 und 2015-2016 aufzudröseln. Könnte freundlicherweise mal jemand recherchieren?
Diese nun seit zwei Jahren notwendigen Maßnahmen zur „Symptombekämpfung“
muss man gezwungenermaßen bekanntgeben.

Was das alles kostet – weniger.
Ist „gottlob“ eine fakultative Angelegenheit.
Lässt man lieber im Dunkeln.

Wo die „Ursachen“ des ganzen Aufwandes zu suchen und wer letztlich die Verursacher sind:
Das Alles wird nicht thematisiert.

Darf nicht thematisiert werden...