Bezirk: Mehr Geld für Pflegekräfte

Rapmusik, Improvisationstheater, Blues und Rock: Warum dieses neue Format eines Pflegefestivals?

Günther Denzler: Ich denke, das ist eine gute Möglichkeit, um junge Menschen anzusprechen. Bei ihnen Interesse für den Pflegeberuf zu wecken, ist sehr wichtig.

Wie viele Pflegekräfte werden dem Bezirk bis zum Jahr 2030 fehlen?

Denzler: Derzeit haben wir insgesamt 951 Mitarbeiter in dem Bereich, außerdem 87 Auszubildende in unseren zwei Berufsfachschulen. Ich bin davon überzeugt, dass es bis 2030 zu einer Verknappung von Fachkräften kommen wird, allein schon, weil es immer mehr Pflegebedürftige geben wird. Im Moment sind alle unsere Stellen besetzt. Wir versuchen ein attraktiver Arbeitgeber zu sein, um alle unsere Auszubildenden behalten zu können.

Wäre es nicht das Einfachste, wenn der Bezirk alle seine Pflegekräfte wieder gleich nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlen würde, statt darunter?

Denzler: Sie haben recht, dass wir nur die Altfälle nach TVÖD – Tarifvertrag öffentlicher Dienst – bezahlen. Als wir im Jahr 2005 bis zu sechs Millionen Euro Defizit in unseren Betrieben hatten, fertigten wir eine Richtlinie zum TVÖD, so dass wir seitdem unterschiedliche Vergütungen für Bestands- und für Neukräfte haben. Unser Ziel ist aber, insgesamt zum TVÖD zurückzukehren. Darüber sind wir uns im Verwaltungsrat einig. Die längere Arbeitszeit für neue Arbeitskräfte haben wir 2017 wieder zurückgenommen und die Basisvergütung für examinierte Kräfte haben wir angehoben. 2018 streben wir weitere Verbesserungen an. Möglich wird das auch, weil wir uns von den defizitären Bereichen, der Thoraxchirurgie und der Orthopädie, getrennt haben.

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