Betrunkener zieht im Regionalzug Pistole

Der Mann, der die Schusswaffe mit sich führte, wurde nun wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz zu einer Geldstrafe von 1400 Euro (70 Tagessätze zu je 20 Euro) verurteilt. Außerdem wurde die Schreckschusspistole samt Patronen, Abschussbecher und Waffenkoffer eingezogen.

Er sei auf dem Weg zu einem Bekannten gewesen, weil er um Mitternacht Schreckschussmunition verschießen wollte, sagte der angeklagte 23-Jährige. Dummerweise habe er sich im Zug noch mal vergewissern wollen, dass die Waffe auch tatsächlich gesichert und entladen ist. Nur deshalb habe er sie aus seinem Rucksack geholt. Einem Mitreisenden schien dies allerdings nicht ganz geheuer zu sein. Er sprach den Mann darauf an.Wahrscheinlich war es auch dieser Fahrgast, der die Polizei verständigte.

Die Beamten der Inspektion in Kulmbach hatten die Meldung samt Personenbeschreibung von der für die Bahn zuständigen Bundespolizei erhalten. Kurz darauf erfolgte bereits der Aufgriff des Mannes in Kulmbach in der Oberen Stadt. Der Angeklagte sei überaus kooperativ gewesen und habe keine Schwierigkeiten gemacht, sagte der Polizist in seiner Zeugenaussage.Leugnen war freilich auch zwecklos, denn zum einen hatte der Angeklagte die Waffe einstecken, zum anderen lagen Überwachungsbilder aus dem Zug vor.

Eine mit 1600 Euro geringfügig höhere Strafe hatte Staatsanwalt Julius Klug beantragt. „Wenn man die Bilder so sieht, läuft es einem eiskalt den Rücken runter“, kommentierte der Anklagevertreter die Bilder der Überwachungskamera. Allerdings sei es schonnachvollziehbar, dass der Angeklagte in der Silvesternacht Pyrotechnik mit der Pistole abschießen und niemand erschrecken wollte.

„Mir würde himmelangst, wenn da im Zug plötzlich jemand eine Pistole auspackt und damit herumhantiert“, kommentierte Richterin Sieglinde Tettmann die Bilder.

Nicht bewertet

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Kommentare

War das in einem Zug der "Agilis" oder in einem Regionalexpress der "DB Regio"?