Bericht: Seehofer macht weiter

Seehofer werde seine Laufbahn fortsetzen und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann als Nummer 1 der CSU-Liste aufgestellt, berichtete die "Bild am Sonntag". Herrmann sagte dem Blatt, "natürlich" werde er seine Kompetenz zum Thema Sicherheitspolitik im Bundestagswahlkampf einbringen.

Seehofer will am Montag im CSU-Vorstand bekannt geben, ob er auch über die Landtagswahl 2018 hinaus seine politische Laufbahn fortsetzt. Eigentlich hatte der bayerische Ministerpräsident eine erneute Spitzenkandidatur ausgeschlossen, zuletzt mehrten sich aber die Anzeichen für ein Weitermachen.

Guter Job

Herrmann sagte der "BamS": "Horst Seehofer macht einen sehr guten Job, und wir sind mit ihm an der Spitze sehr erfolgreich." Es gebe niemanden in Bayern, der auch nur annähernd so hohe Zustimmungswerte erreiche. "Für die CSU und Bayern wäre es das Beste, wenn er auch nach 2018 Ministerpräsident und Parteivorsitzender bleibt."

Nachdem er selbst in den vergangenen Monaten Spekulationen über einen Wechsel nach Berlin nicht kommentieren wollte, äußerte sich Herrmann in der Zeitung nun erstmals offensiv zu einer möglichen bundespolitischen Rolle. Zwischen CDU und CSU bestehe in Sicherheitsfragen eine große Übereinstimmung, betonte Herrmann zwar. Er ergänzte aber: "Vielleicht sprechen wir in Bayern einige Dinge noch klarer und direkter aus."

Herrmann als Bundesinnenminister

In der Bevölkerung gebe es breite Zustimmung für eine so konsequente Sicherheitspolitik, wie sie in Bayern seit Langem verfolgt werde. Auch die aktuellen Statistiken zeigten, dass Bayern das sicherste aller Bundesländer sei. "Deshalb ist meine Botschaft klar: Mehr Sicherheit ist auch in ganz Deutschland möglich." Dem Bericht zufolge stünde Herrmann bereit, im Fall eines Wahlsiegs der Union Bundesinnenminister zu werden - dieses Amt besetzt derzeit Thomas de Maizière von der CDU.

Seehofers Vorgänger als Ministerpräsident, Günther Beckstein (CSU), sprach sich im Berliner "Tagesspiegel" allerdings für einen Führungswechsel in Bayern in der nächsten Legislaturperiode aus. "Wenn die Nachfolgefrage nicht wie vorgesehen bereits im Jahr 2018 geklärt wird, wäre zumindest ein Wechsel im Laufe der nächsten Legislaturperiode naheliegend," sagte Beckstein.

Geheimtreffen

Der Franke hatte sich nach Medieninformationen bei einem Geheimtreffen von früheren CSU-Spitzenpolitikern als einziger dafür ausgesprochen, die Entscheidung über die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2018 erst nach der Bundestagswahl zu treffen.

afp

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