Bereitschaftsarzt sitzt künftig bei Sana

Das Kürzel Gedikom steht für „Gesundheitsdienstleistung Kommunikation“. Die Firma soll im Freistaat flächendeckend aktiv sein, sagt Astrid Hünner, bei der KV-Stelle in Nürnberg Teamleiterin für den Bereich „Notdienste Nord“. Ziel sei es, in Bayern „große Gruppen“ für den Bereitschaftsdienst auf die Beine zu stellen. Bisher sei das Ganze zu klein strukturiert. Daher gehe die KV auf Krankenhäuser zu und bitte sie um Unterstützung. Weil so eine Praxis ja Räume braucht. In Bayreuth existiert Gedikom schon, in Pegnitz fand das Unternehmen bei der Sana-Klinik Gehör: Sie stellt nicht genutzte Räume in der Gynäkologiestation zur Verfügung und vermietet sie an Gedikom. Geplant ist das auch für Kulmbach, „da sind wir noch im Gespräch“, so Hünner. Anlass für diese Neuerungen ist das Krankenhausstrukturgesetz, das solche Modelle vorsieht.

Für die Patienten ändere sich letztlich kaum etwas. Nur der Ort des Geschehens. Bisher besuchten sie eben die Praxis des jeweils diensthabenden Mediziners, künftig gibt es für alle nur noch eine Adresse – das Krankenhaus.

Und welche Ärzte sitzen da im Bereitschaftsboot? Im Prinzip alle Vertragsärzte, sagt Hünner: „Denn mit ihrer Zulassung verpflichten sie sich auch, Bereitschaftsdienst auszuüben.“ Das gelte auch für Medizinische Versorgungszentren (MVZ). Sie dürften sich aber auch von anderen Ärzten vertreten lassen. Auch von sogenannten Pool᠆ärzten. In der Bereitschaftspraxis werde grundsätzlich ein Arzt anzutreffen sein. Parallel dazu wird aber auch ein Dienst für Hausbesuche eingerichtet. Den absolvierten Bereitschaftsärzte zwar bisher auch schon, doch jetzt wird er anders koordiniert. Denn, so Hünner: „Analysen haben ergeben, dass zu unterschiedlichen Zeiten ein unterschiedlicher Bedarf besteht.“ Diesen Erkenntnissen will die KV mit dem neuen System gerecht werden.

Ein System, das sich nicht auf die Arbeitsweise der Sana-Klinik auswirkt, sagt Geschäftsführerin Petra-Marié Rinsche: „Unser Struktur bleibt davon unberührt, wir bieten nur die Räume dafür an.“ Nun, so ganz ohne Sana läuft die Sache nicht, so dazu Astrid Hünner. Denn „natürlich’“ müsse Gedikom mit den Krankenhäusern kooperieren. Sprich: Schließt die Bereitschaftspraxis, dann muss die Notaufnahme der Klinik einspringen. „Aber auch das ändert für den Patienten nichts, das ist dann nur eine Frage der Abrechnung“, sagt Hünner. Und betont, dass die Praxis nur für „nicht lebensbedrohende Erkrankungen“ gedacht sei. In allen anderen Fälle müsse über die Nummer 112 die Integrierte Rettungsleitstelle eingeschaltet werden – „daran ändert das neue Angebot nichts“.

Schafft dieses neue Angebot auch neue Arbeitsplätze? Ja, so Hünner, aber keine Vollzeitjobs: „Da sind Teilzeitkräfte mit dabei, aber auch Mitarbeiter auf der Basis einer geringfügigen Beschäftigung.“

Übrigens: Gedikom organisiert auch Facharzttermine oder sein einigen Jahren Notdiensttermine am Wochenende, ist also schon länger im Geschäft.

Info: Die ärztliche Bereitschaftspraxis der KV Bayern an der Sana-Klinik ab 3. Juli hat folgende Öffnungszeiten: Montag, Dienstag und Donnerstag von 18 bis 21 Uhr, Mittwoch und Freitag von 17 bis 21 Uhr, an Wochenenden und Feiertag von 9 bis 21 Uhr. Erreichbar ist die Praxis unter der Telefonnummer 116117.

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Falsch: Integrierte Rettungsleitstelle
Richtig: Integrierte Leitstelle