Berauschend: das Klangtherapie-Festival

„Höhepunkt war die Eröffnung am Donnerstagabend mit DJ Hell“, sagt Polewka. Insgesamt legten an den vier Festivaltagen über 70 Diskjockeys auf. Dieses Jahr gab es zusätzlich mehr Live-Musik als in den Vorjahren. Zwölf Bands hatten Auftritte. „Wir wollten einfach mehr Vielfalt bieten“, sagt Polewka, das sei gut angekommen.

Jedes Jahr Anreise-Matsch: Gummistiefel oder barfuß?

Größtes Problem war aus seiner Sicht die Anreise, da die Wiesen und Felder durch den Regen sehr stark durchweicht waren. „Irgendwie ist das jedes Jahr so. Bei diesem Wetter können die Bauern vorher die Felder nicht gut mähen, wir können schlecht mulchen. Alle Leute in den Parkplatz zu bekommen, war echt schwierig und auf dem Campingplatz funktioniert dann auch alles nicht so gut, wie es könnte.“ Die ersten Abreisenden brauchten am Sonntag einen Traktor, um ihr Auto zurück auf die Straße zu bringen – obligatorisch beim Klangtherapie-Festival. „Gummistiefel oder barfuß?“ lautete die Entscheidung, die jeder Besucher vorher für sich treffen musste, jedes andere Schuhwerk war hinterher kaum mehr zu gebrauchen.

Hier gibt's die Bildergalerie zum diesjährigen Klangtherapie-Festival

Nach der Anreise sei bis Sonntagmittag alles gut gelaufen, sagt Polewka. Die Stimmung passt: Getanzt wird beim Klangtherapie-Festival überall und immer. Genauso wichtig wie die Musik ist vielen Besuchern das Rahmenprogramm. Es gibt Diskussionsrunden über nachhaltiges Essen, Workshops zu experimenteller Fotografie, eine Kleidertauschbörse, Massagen. Wer wollte, konnte trommeln, Riesenseifenblasen in die Luft wirbeln, oder ausprobieren, ob Hula Hoop auch für große Kinder taugt. Yoga, Acroyoga, Feuertanz – die Liste der Workshops ist lang und sie waren gut besucht, sagt Polewka: „Sogar Meditation um 9 Uhr früh und das ist echt sportlich für ein Festival.“

Manchen reicht die Liebe

Eine Herausforderung ist das Festival alljährlich auch für die Polizei. Deren Zivilfahnder nahmen bereits in der Nacht auf Samstag auf dem Parkplatz des Geländes eine 24-Jährige bei der Weitergabe von Drogen vorläufig fest. Zivilpolizisten des operativen Ergänzungsdienstes Bayreuth waren zur Unterstützung der Polizei Bayreuth-Land auf dem Festivalgelände. Gegen halbzwölf fielen ihnen die Frau und ihr Begleiter auf. Als sie deren Auto kontrollierten, fanden sie unterschiedliche Drogen, darunter einige Gramm Amphetamin und Marihuana. Auch ihr 28-Jähriger Begleiter wurde vorläufig festgenommen. Wie sich bei den ersten Ermittlungen herausstellte, gab die Frau dem 28-Jährigen im Fahrzeug eine geringe Menge Amphetamin zum Konsum. Die 24-Jährige stammt aus Niederbayern. Niederbayerische Kollegen durchsuchten inzwischen die Wohnung der Frau, dabei wurden weitere Drogen gefunden. Sie muss sich jetzt wegen illegalen Handels mit Betäubungsmittel verantworten.

Heimfahrt plötzlich ohne Auto

Am Samstagvormittag kontrollierten Beamte der Verkehrspolizei Bayreuth einen 50-jährigen Festivalbesucher auf der B22. Sein Drogenvortest war positiv, nach einer Blutentnahme musste der Fürther mit dem Zug nach Hause weiterfahren. Ihn erwartet jetzt ein Bußgeld in Höhe von 500 Euro und eine Anzeige nach dem Betäubungsmittelgesetz. Außerdem muss er seinen Führerschein für einen Monat abgeben. Weitere Auskünfte wollte Matthias Bachofner, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Bayreuth-Land, der den Polizeieinsatz in Scherleithen leitet, vor Ende des Einsatzes noch nicht geben.

Weit über 500 Helfer sind im Einsatz - Neuauflage unsicher

„Love ist the drug“ (Liebe ist unsere Droge), schreiben hingegen die Organisatoren des Festivals auf ihre Homepage des Festivals, das „noch schöner gewesen sei als im letzten Jahr. Das sagt Polewka über Scherleithen 2017 – die 14. Auflage des Festivals in insgesamt 15 Jahren. Einmal pausierten sie bislang. Ob die Besucher nächstes Jahr mit einer Neuauflage rechnen können, darauf wollte er sich noch nicht festlegen. „Ich bin Vater geworden und das hier ist schon jedes Mal eine Zahnfleischaktion“, sagt er. Auch wenn sich die Arbeit auf viele Schultern verteilt: „Wir haben zwischen 500 und 800 Helfer vor Ort“, sagt Polewka. „Darunter ein paar Firmen – aber die allermeisten machen das alles ehrenamtlich.“

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