Bekanntschaft mit zwielichtigen Leuten

Ein Geschäftsmann aus Hessen spazierte damals in eine eher zwielichtige Bayreuther Spelunke. In seiner Tasche: 34.000 Mark. Dieses Geld war für den Kauf einer Bar in Salzburg bestimmt. In Bayreuth wollte es sich der Hesse jedoch gut gehen lassen. Dass es eine leichtsinnige Idee gewesen war, das gesamte Geld mitzunehmen, sah er später selbst ein.

Die Gauner feierten mit 2000 Mark kreuz und quer durch Bayreuth

Wie der „Nordbayerische Kurier“ in der Ausgabe vom 17. Januar 1968 berichtete, demonstrierte der Mann seinen Wohlstand in besagter Kneipe so sehr, dass er sogleich ein paar neue Freunde, zwei Frauen und einen Mann, fand, die ihm gar nicht wohlgesonnen waren. Nichtsahnend lud der Geschäftsmann seine neuen Bekanntschaften, allesamt vorbestraft, zu einer ausgedehnten Kneipentour mit reichlich Champagner und schließlich auf sein Hotelzimmer ein.

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Dort kamen ihm seine Begleiter dann doch nicht mehr ganz geheuer vor. Während er versuchte, sein Geld im Badezimmer zu verstecken, bediente sich das Trio an seiner Jacke und zog 2000 Mark daraus hervor. Mit diesem Geld suchten sie das Weite und feierten sich kreuz und quer durch Bayreuth. Es waren schließlich die Taxifahrer, denen das Gebaren des Diebes-Trios merkwürdig vorkam. Sie riefen die Polizei. Die Diebe wurden insgesamt zu neun Monaten auf Bewährung verurteilt.

Neuer Ort für das Graser-Denkmal gesucht

In derselben Ausgabe berichtete der Kurier von einer Kampfabstimmung im Bauausschuss des Stadtrats. Ursächlich für die konträren Meinungen war das Denkmal des Pädagogen Johann Baptist Graser. Es sollte an einen neuen Platz versetzt werden. Wo genau dieser Platz sein sollte, darüber herrschte im Bauausschuss bei Weitem keine Einigkeit.

Schließlich endete die Abstimmung mit einem Ergebnis von neun zu acht Stimmen. Das Denkmal würde unweit seines damaligen Platzes im Graserpark mit Blick auf die in den Hohenzollernring einmündende Kanalstraße wieder aufgestellt werden. Damit wandte Graser dann der nach ihm benannten Schule den Rücken zu.

Stromausfall: Hollfelder bei Kerzenschein in den Wirtshäusern

Des Weiteren berichtete der Kurier, dass die Stadt Hollfeld für fast 24 Stunden lahm gelegt wurde. Hochwasser, Schnee und Eis hatten ganze Arbeit geleistet: Zahlreiche Kurzschlüsse gipfelten darin, dass in der ganzen Stadt der Strom ausfiel. Und das für 23 Stunden, eine Minute und 20 Sekunden.

Viele Hollfelder suchten in der Zwischenzeit Wirtshäuser auf, in denen sie bei Kerzenschein zusammensaßen. Andere blieben zu Hause und stellten fest, wie sehr sie sich an die Elektrizität gewöhnt hatten. Kein Fernseher, kein Elektroherd, kein Bügeleisen, kein Rasierapparat stand zur Verfügung, um sich die Zeit zu vertreiben. Blieb nur, sich am Tisch zusammensetzen und miteinander unterhalten.

ast

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Kommentare

Zu dem ganz oben abgebildeten Foto liest man "Die Kurier Titelseite vom 17. Januar 1968.

Wenn meine Augen mich nicht täuschen, ist aber auf dem Foto die Titelseite der Kurierausgabe vom Samstag/Sonntag 17./18. Februar 1968 abgebildet oder???
Danke für den Hinweis. Wird ausgetauscht. Ich habe mich im Monat vertan.