Bei Zapf herrscht Aufbruchstimmung

"Unser Auftragsbestand ist so gut wie noch nie, wir profitieren natürlich vom boomenden Baugeschäft", sagt Emmanuel Thomas, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Zapf. Damit setze sich der positive Trend aus dem Jahr 2016 fort, als bei rund 90 Millionen Euro Umsatz erstmals seit fünf Jahren wieder ein Gewinn übrig blieb. Dass für diese Trendwende tiefe Einschnitte nötig waren, ist bekannt. Unter anderem der Baustoffhandel und vergangenes Jahr der Bereich Hausbau wurden geschlossen und so rund 160 Stellen gestrichen. "Es war ein schmerzlicher Prozess, sich von Mitarbeitern trennen zu müssen, der aber für einen erfolgreichen Fortbestand des Unternehmens unausweichlich war", sagt Thomas, sein Mit-Geschäftsführer Jörg Günther betont aber: "Nach unserer Kenntnis haben sehr viele einen neuen Job." Heute habe Zapf 520 Mitarbeiter, davon etwa 130 in der Zentrale in Bayreuth und gut 80 im Garagenwerk in Weidenberg.

16.000 Garagen im Jahr

Rund 16.000 Fertiggaragen verlassen pro Jahr die vier Zapf-Werke in Weidenberg, Dülmen im Münsterland, Baar-Ebenhausen bei Ingolstadt und Neuenburg bei Freiburg. Das reicht für einen Marktanteil in Deutschland von rund 40 Prozent und damit die klare Marktführerschaft. Der nächstgrößere Konkurrent kommt auf etwa 8000 Garagen, so Thomas. Dank seiner vier Werke ist Zapf laut Günther auch der einzige bundesweit agierende Hersteller der Branche. "Garagen werden in etwa in einem Radius von bis zu 250 Kilometern rund um ein Werk ausgeliefert, sonst wird der sowieso schon aufwendige Transport viel zu teuer." Was auch ein Grund dafür sei, dass sich die Verlagerung der Produktion etwa nach Osteuropa nicht lohnen würde.

Weidenberg größtes Werk

Das größte Zapf-Werk ist Weidenberg mit rund 8000 Einheiten. Das modernste allerdings ist derzeit Dülmen, das erst im vergangenen Jahr mit einem Aufwand von rund fünf Millionen Euro auf den neuesten Stand gebracht wurde (wir berichteten) und jetzt eine Kapazität von 5000 Garagen im Jahr hat, die aber aktuell nur zu 80 Prozent genutzt wird. Wachstumsmöglichkeiten im wichtigen nordwestdeutschen Gebiet also.

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Steigerungspotenzial sehen die beiden Geschäftsführer auch im grenznahen französischen Raum, der von Neuenburg aus beliefert wird. Kein einfacher Markt, denn im Nachbarland waren Fertiggaragen bis vor wenigen Jahren noch gänzlich unbekannt. Mittlerweile gehen etwa 1000 Garagen pro Jahr nach Frankreich, eine Verdoppelung hält Thomas für möglich. Deshalb sei man Ende November auch erstmals auf der größten Baumesse des Landes in Paris präsent. Auch nach Österreich und in die Schweiz werden Garagen geliefert.

In Weidenberg soll investiert werden

In Baar-Ebenhausen werden in diesem Jahr rund 3,2 Millionen Euro investiert. Bis spätestens 2020 soll dann Weidenberg drankommen. Hier sind eine neue Betonmischanlage und neue Schalungen fällig, was etwa 2,5 Millionen Euro kosten dürfte. Weidenberg bleibe ein wichtiger Standort, sagte Thomas. Das gleiche gelte für die Zentrale in Bayreuth, der Mietvertrag für die Räumlichkeiten sei gerade erst langfristig verlängert worden: "Bayreuth ist gesetzt."

Garage wird smart

"Wir wollen unsere Marktführerschaft festigen und Innovationsführer der Branche bleiben", antwortet Thomas auf die Frage nach dem Blick in die Zukunft. Dabei helfen sollen auch Neuheiten, die das Unternehmen zum Teil gerade erst vorgestellt hat. Eine folgt dabei dem Trend zur Vernetzung, die Garage wird smart. So lassen sich Tor, Lüftung oder Licht per App übers Smartphone fernsteuern. Außerdem sei es möglich, eine Wallbox zum schnellen Aufladen von Elektroautos einbauen zu lassen. "Wir sind die ersten am Markt mit einer serienmäßigen E-Garage", sagt Thomas, der hier großes Potenzial sieht: "Wenn sich die E-Mobilität durchsetzt, dann wird das plötzlich ganz schnell gehen." Deshalb gebe es auch Nachrüstlösungen für bestehende Garagen, deren Montage man gleich mit einer ebenfalls von Zapf angebotenen Renovierung verbinden könne.

Mehr Platz gefragt

Der Trend geht laut Thomas zu größeren Garagen, in die zum Beispiel zwei Autos passen. Grundsätzlich sei bei Zapf die Auswahl aus 130 Garagentypen möglich, die sich weiter individualisieren ließen. So seien etwa die Märkte im Norden und Westen der Republik ganz anders als im Süden, wo die Garagen im Schnitt größer ausfallen. Und die Kosten? Im Schnitt geht eine Zapf-Garage für 6000 Euro zum Kunden. Es können aber auch bis zu 20.000 Euro sein.

Das Unternehmen

Die Zapf GmbH mit Hauptsitz in Bayreuth gehört zur französischen LNC-Gruppe, einem europaweit tätigen Wohnungsbau-Projektentwickler und ist nach eigenen Angaben mit einem Anteil von rund 40 Prozent Marktführer im Bereich Betonfertiggaragen in Deutschland. Darauf konzentriert sich das Unternehmen seit der Schließung des Baubereichs 2016. Auch ins benachbarte Ausland wird geliefert. Zapf unterhält neben der Zentrale vier Produktionsstandorte. Das größte Werk ist Weidenberg, wo etwa die Hälfte der Jahresproduktion von derzeit rund 16 000 Garagen hergestellt wird. Hinzu kommen Baar-Ebenhausen bei Ingolstadt, Neuenburg bei Freiburg und Dülmen bei Münster. Das Unternehmen hat heute noch 520 Mitarbeiter, davon gut 200 in Bayreuth und Weidenberg.

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