Bei den Menschen andocken

Familiär hat es jetzt auch gepasst. Der große Sohn wechselt aufs Gymnasium, da ist eine Ortsveränderung gut machbar. Bisher hat Werth schon 20 Prozent seiner Stelle in Kulmbach verbracht, war überregional für den Hensoltshöher Gemeinschaftsverband tätig. Nun sind es 70 Prozent. „Ich wollte in der Region bleiben“, sagt Werth.

Leitender Pastor

In Kulmbach ist er als Gesamtleiter und leitender Pastor tätig. Die Gemeinde ist in etwa so groß wie in Creußen, die rund 60 Mitglieder hat. Etwa genauso viele besuchen regelmäßig die Gottesdienste. „Das sind aber nicht immer die selben Leute“, sagt Werth.

An seiner neuen Stelle ist er für die Gemeinde von A bis Z zuständig, der Schwerpunkt werden aber die Gottesdienste sein. Die Seelsorge überhaupt, liegt Werth am Herzen, das ist seine Prämisse. „Ich will bei den Menschen andocken, wissen, was sie beschäftigt, ihnen am Herzen liegt“, sagt er. Darum will er am Anfang auch alle besuchen und hören, was sie brauchen und möchten.

Öffentlichkeitsarbeit aufbauen

Ansonsten stehen, wie es in Creußen auch war, die Gruppen- und Bibelstunden sowie die Hauskreise an. Und es wird Schulungsangebote geben. Aufbauen will Werth in Kulmbach auch die Öffentlichkeitsarbeit, die lag in der Vergangenheit etwas brach.

„Eine Gemeinde ist nie fertig“, betont er. Aber er sei in Creußen einen guten Weg gegangen, ist er überzeugt. Besonders die vielen Ehrenamtlichen in den Teams sind etwas, dass ihn beeindruckt hat. „Die Zusammenarbeit hat viel Spaß gemacht und die Erfahrungen, die ich da gemacht habe, nehme ich mit“, sagt Werth.Die Umstellung von Teams, Struktur und Leitung, die Schaffung einer Bereichsleitung, sei sehr positiv gewesen. Werth geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits war es eine gute Zeit und er möchte bleiben. „Aber ich brauche auch die Abwechslung“, sagt er. Trotzdem ist er überzeugt, dass ihm in seiner Creußener Zeit viel gelungen ist und er seinem Nachfolger ein gut bestelltes Haus hinterlässt. „Er kann gut weitermachen“, ist sich Werth sicher.

Kinderarbeit läuft gut

Schwierig ist in der Creußener Christus-Gemeinde zurzeit die Jugendarbeit, da viele Jugendliche schulisch stark eingebunden sind oder zum Studium weggehen. Aber in der Arbeit mit den Jüngeren, der Kinderarbeit liegt viel Potenzial, die läuft richtig gut.

Der Kontakt nach Creußen wird nicht abreißen, ist er sich sicher, denn er ist ja der Vorgesetzte seines Nachfolgers jetzt. Und Kulmbach selber ist nicht so neu für ihn, seine Frau stammt von dort. Geboren in Berlin, aufgewachsen in Straubing und studiert an der evangelischen Hochschule Tabor in Marburg führte ihn seine erste Stelle damals auch nach Kulmbach. Dort war er schwerpunktmäßig in der Jugendarbeit tätig. Als dort – so wie in Creußen auch – die Diakonissen abgelöst wurden, übernahm er die Leitung. Dann wechselte Werth in den bayerischen EC-Verband und kam eben 2009 nach Creußen. Als positiv hat er hier vor allem die große Gastfreundschaft empfunden. Und die Zusammenarbeit mit der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde bezeichnet er als sehr gut. „Ich staune, welche Zusammenarbeit da gewachsen ist“, sagt Werth und erwähnt als nur ein Beispiel den gemeinsamen ökumenischen Pfingstgottesdienst. „Wir sind alles Christen und müssen zusammenstehen“, betont er. Trotzdem sei es wichtig, dass jede Gemeinde auch ihr Eigenes behalte. „Ich hoffe, dass das gut weitergeht“, sagt Werth.

Zurzeit in Nürnberg tätig

Sein Nachfolger Holger Kerschbaum übernimmt die Leitung der Creußener Christus-Gemeinde offiziell am 1. September. Der 37-Jährige wurde in Bad-Windsheim geboren und ist in Markt-Erlbach aufgewachsen. In Neuendettelsau hat er dann drei Semester Theologie studiert, anschließend eine Ausbildung zum Industriekaufmann absolviert. Danach folgte das Studium an der freien-theologischen Hochschule in Gießen, das er mit dem Master abschloss. Zurzeit leitet Kerschbaum in Nürnberg die Gemeinde Kornburg-Katzwang.

„Ich bin gespannt, was mich in Creußen alles erwartet“, sagt er. Er wird erst mal viel lernen und den Kontakt zu den Menschen finden müssen. Wichtig ist ihm, gute Predigten zu halten, so verständlich zu reden, dass die Leute es verstehen.

Wohnen wird Kerschbaum mit seiner Frau und seinen beiden Kindern – zwei Jahre und zehn Monate – in Neuhof. Sein Einführungsgottesdienst wird am 17. September sein.

Info: Jan Werth und seine Familie werden beim Gottesdienst am kommenden Sonntag, 16. Juli, um 10.30 Uhr in der Creußener Christus-Gemeinde verabschiedet.

Nicht bewertet

Anzeige