Beeindruckendes Votum für Inge Aures

Die "Queen of Oberfranken", wie Aures' Landtagskollege Klaus Adelt aus Hof die Kulmbacherin nannte, zeigte sich sichtlich gerührt: "Das Ergebnis ist grandios. Das hatte ich nicht erwartet", kommentierte Inge Aures das Ergebnis ihrer Nominierung.

Ebenfalls mit beeindruckender Mehrheit schickt die SPD aus den Landkreisen Kulmbach, Wunsiedel und Teilen des Bayreuther Kreises den Weißenstadter Kommunalpolitiker und selbstständigen Malermeister Holger Grießhammer ins Rennen um einen Sitz im Bezirkstag. Für Grießhammer hatten 81 Delegierte gestimmt. Drei Wahlberechtigte hatten sich enthalten, zwei Stimmzettel waren ungültig.

Für Marktredwitz eintreten

Mit viel Schwung und deutlicher Kritik an der derzeitigen Regierung im Freistaat trug die amtierende Landtagsvizepräsidentin Inge Aures vor, warum sie sich ein drittes Mal für einen Sitz im Landtag bewirbt. "Die offene Postenliste ist immer noch da. Es gibt noch so viel zu tun." Nachdem es Kulmbach jetzt geschafft habe, gelte es, für den Hochschulstandort Marktredwitz einzutreten.

"Wir wollen, wenn es geht, eine europäische Hochschule haben. Wenn junge Menschen in einer Stadt sind, herrscht dort auch mehr Leben, und einige von ihnen entscheiden sich vielleicht auch, in der Region zu bleiben." Dass Marktredwitz Standort für ein neues Gefängnis werden soll, begrüßte Aures. 200 Arbeitsplätze für die Region und neue Aufträge für Metzger, Bäcker und andere Lieferanten sei ein Gewinn. "Aber wir dürfen uns nichts vormachen: Eine solche Einrichtung zu bauen hat einen jahrelangen Vorlauf."

Bahnbrücken ein Schildbürgerstreich

Hart ins Gericht ging Aures mit dem, wie sie es nannte "Schildbürgerstreich" rund um die Brückenhöhen für die Umgehungsstraße in Untersteinach. Dort erfolge ein gewaltiger Eingriff in die Natur, und nun stelle sich heraus, die Brücken seien für eine spätere Elektrifizierung der Bahnstrecke zu niedrig. Im Untersteinacher Bahnhof werde eine Fußgängerüberführung gebaut, die die richtige Höhe habe und wenige Meter später sei dann Schluss. "Das kann doch keiner glauben." Wer das zu verantworten habe, meinte Aures, gehöre eingesperrt. Sie versprach: "Wir haken da nochmals nach."

Nach Überzeugung der Architektin würde eine Tieferlegung der Gleise eine Unmenge Geld verschlingen. In der kommenden Woche treffen sich Aures und ihr Hofer Kollege Adelt in dieser Sache in München mit Bahnvorständen.

VGN ziemlich teuer

Auch für den Anschluss der Landkreise Kulmbach und Wunsiedel an den Verkehrsverbund Nürnberg wolle sie weiter kämpfen, versprach Aures. Der Verbund sei eine tolle Sache, für die am Rande der Metropolregion gelegenen Landkreise aber nicht finanzierbar. "Wunsiedel und auch Kulmbach können das nicht schultern, sich dort einzukaufen. Wir sind die weißen Flecken." Zur Lösung des Problems forderte Aures ein Sonderprogramm, das auch diesen Landkreisen die Teilhabe an dem Verbund ermöglicht.

Harsche Worte zum Thema Sicherheit und Polizei. Finanzminister Markus Söder habe zwar 1000 neue Polizisten für Bayern versprochen, dabei aber nicht gesagt, dass fast die gleiche Zahl von Beamten in den Ruhestand gehe. Eine Anfrage bei der Staatsregierung habe ergeben, dass ganz konkret in Wunsiedel derzeit rund 27 Planstellen bei der Polizei nicht besitzt sind. In Kulmbach fehlen laut Aures rund elf Polizisten. In ganz Oberfranken betrage die Zahl rund 303.

"Das ist 13,09 Prozent unter dem Sollwert", klagte die Abgeordnete und äußerte sich auch zu möglichen Schließungen von Polizeidienststellen in der Nacht und den Ersatz durch Sprechanlagen, die mit der Einsatzzentrale verbinden: "Die Leute wollen die Polizei sehen und sich nicht mit einem Apparat unterhalten."

Ein großes Anliegen ist es der Landtagsabgeordneten, dass die 90-prozentige Förderung zum Beispiel für die Beseitigung von Industriebrachen auch für die fünf Gemeinden gelten soll, die aus dem Landkreis Bayreuth zum Stimmkreis gehören. "Hier müssen wir gleiches Recht für alle anmahnen."

Unverzichtbar

Unterstützung für Inge Aures kam von MdL Klaus Adelt, der das Engagement seiner Kollegin hervorhob. Ob es der Fall Gustl Mollath war oder auch die Arbeit im Untersuchungsausschuss rund um die Landesbank. Inge Aures gebe immer alles. "Wir brauchen diese Frau in München." Auch Holger Grießhammer sei im Bayreuther Bezirkstag unverzichtbar. Weder für Kulmbach, Wunsiedel oder Hof gebe es einen Bezirksrat der SPD. Das müsse anders werden, rief Adelt zur Unterstützung Grießhammers auf.

Holger Grießhammer wird es ein zweites Mal versuchen, in den Bezirkstag einzuziehen. Dem zweiten Bürgermeister von Weißenstadt hatten dafür vor rund fünf Jahren nur knapp 400 Stimmen gefehlt. Die Arbeit im Bezirk werde überwiegend von sozialen Themen bestimmt. "Dafür braucht man eine starke SPD im Rücken." Auch in der Oberfrankenstiftung ("Das liebste Kind unserer Bürgermeister") würde sich Grießhammer für den Fall seiner Wahl gern engagieren. "Ohne deren Hilfe könnte vieles in unser Region nicht verwirklicht werden."

Nicht bewertet

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Kommentare

Fast ein Martin Schulz Ergebnis, oder ne, er hatte ja 105 %. Und die Qualitätsmedien hatten
wieder eine Heilsmeldung.Die SPD hat die Realitäten noch nicht begriffen, ähnlich wie weite
Teile der Union, und ist auf dem Weg in die Marginalisierung.