Bayreuths Uni-Präsident Bormann hält dagegen

Von zehn Studenten schlossen acht ihr Studium 2011 mit „Gut" oder „Sehr gut" ab. Vor zwölf Jahren waren es nur sieben von zehn – das sei eine „schleichende Noteninflation", warnt der Wissenschaftsrat, und eine „Aufweichung der Bewertungsstandards" - die Note 1 ist einfach nicht mehr das, was sie noch vor einem Jahrzehnt war.

Außerdem gäbe es große Notenunterschiede zwischen den einzelnen Hochschulen. Insgesamt werde die volle Notenskala kaum noch ausgeschöpft, sagt der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Wolfgang Marquardt.

Bormann spricht von Denkfehler

Da liege der Denkfehler, sagt Bormann. Denn: Die heutigen Noten mit denen von vor zwölf Jahren zu vergleichen, „das ist wie Birnen mit Äpfeln zu vergleichen". Die alten Diplom- und Magisterabschlüsse hätten nur noch wenig mit den neuen Bachelor- und Masterabschlüssen zu tun.

Außerdem seien die Abbruchquoten in vielen naturwissenschaftlichen Fächern sehr hoch. Ihren Abschluss schaffen nur gute Studenten – und die kriegten dann natürlich auch gute Noten, sagt Bormann.

Weniger "Gute"

Im Jahr 2000 schlossen 95 Prozent der Bayreuther Studenten ihr naturwissenschaftliches Studium mit mindestens einem „Gut" ab. Zwölf Jahre später waren es nur knapp 92 Prozent. Bei den Bayreuther Juristen schloss vor zwölf Jahren ein Viertel der Studenten mit mindestens einem „Gut" ab, 2011 waren es mit 40 Prozent zwar deutlich mehr, aber immer noch weit weniger wie in den Natur- oder Geisteswissenschaften.

Bormann glaubt nicht, dass das System geändert werden kann. „Wir müssten die Noten bundesweit ändern, an jeder Uni. Wozu? Ich sehe da keinen Bedarf, denn jeder, der betroffen ist, weiß, was die Noten bedeuten."

aw


Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in unserer morgigen Printausgabe (11. Januar).

 

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