Bayreuther TT-Open ein voller Erfolg

„Ich bin überaus glücklich“, antwortete Burkhardt auf die Frage nach seinem Befinden. Schließlich durfte er sich trotz kleinerer Probleme wie einen defekten Aufzug über Lob von allen Seiten freuen. „Alle haben das ohne Murren hingenommen. Einige Sportler sprachen sogar von der besten Veranstaltung weltweit“, sagte der RSV-Vorsitzende: „Darauf bin ich schon ein wenig stolz.“ Besonders freute die Sportler die herzliche Atmosphäre, die in der Halle herrschte. „Wir sind alle wie eine große Familie.“

Was Burkhardt allerdings etwas sauer aufstieß, war die Tatsache, dass dieses Weltklasseturnier nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit über die Bühne ging. „Das Zuschauerinteresse war gleich null“, bedauerte er, „würde hier ein Timo Boll spielen, wäre die Halle wohl ausverkauft. Selbst wenn ein Ticket hundert Euro kosten würde“. Die sportliche Qualität ist sicherlich nicht der Grund: Einige Teilnehmer spielen in den höchsten Ligen ihrer Länder mit Nicht-Behinderten zusammen und können sich dort sogar behaupten. So tritt die Polin Natalia Partyka, die Nummer zwei der Weltrangliste in der WK 10, beispielsweise auch bei der Europameisterschaft der Nichtbehinderten an. Welchen Stellenwert das Turnier inzwischen hat, zeigt die Tatsache, dass der Teamwettbewerb eine Teilqualifikation für die Weltmeisterschaften 2018 war.

Kein echter Hecht im Karpfenteich

Auffallend: Die beim letzten Mal dominierende Nation war nicht dabei. Athleten aus China fehlten gänzlich. „Das Turnier hat offensichtlich nicht in ihren Terminkalender gepasst“, vermutet Burkhardt. Einen echten Hecht im Karpfenteich gab es deshalb nicht: Athleten aus Südkorea, der Türkei und Großbritannien fanden sich am häufigsten ganz oben auf dem Treppchen wieder. Insgesamt waren rund 270 Aktive sowie 102 Trainer und Betreuer aus 35 Ländern am Start.

Und die Planungen für eine Neuauflage des Topturniers in zwei Jahren laufen bereits. „Nur dass es diesmal nicht die Bayreuth Open, sondern die Europameisterschaften werden“, verriet Burkhardt. Doch ob es mit der Austragung dieser Titelkämpfe klappt, hängt davon ab, ob es auch künftig genügend Freiwillige gibt, die Burkhardt und sein Team unterstützen. „Ohne Volunteers geht es nicht“, betonte Burkhardt und hob das große Engagement seiner Helfer hervor, die auch in diesem Jahr maßgeblich zum Erfolg der Veranstaltung beitrugen.

Ein deutscher Sieg im Teamwettbewerb

Bei den abschließenden Teamwettbewerben ging ein Sieg auch an die deutsche Kombination Thomas Schmidberger (Borussia Düsseldorf) und Thomas Brüchle (SV Kornwestheim). In der Klasse 3 blieben die beiden in der Gruppenphase ohne Satzverlust, nach einem Freilos im Viertelfinale zogen sie durch ein 2:0 gegen das tschechische Duo Jaroslav Hadrava und Petr Svatos ins Endspiel ein. Dort trafen sie auf Vasyl Petrunic und Oleksandr Yezyk aus der Ukraine, mit denen sie ebenfalls kurzen Prozess machten und ohne Satzverlust 2:0 die Oberhand behielten. Dies sollte aber der einzige deutsche Erfolg bei den Männern bleiben. Wie gemeldet, zog das Bayreuther-Duo Jan Gürtler/Dietmar Kober in der ersten Gruppenpartie der Klasse 4 gegen Maxime Thomas/Florian Merrien (Frankreich) den Kürzeren, schaffte aber durch einen Erfolg gegen Nebojsa Ilic/Bojan Stamenkovic (Serbien) den Einzug in die K.o-Runde. Dort schieden die Bayreuther im Viertelfinale gegen die am Ende drittplatzierten Franzosen Emeric Martin/Sylvain Noel aus.

Im Teamwettbewerb der Damen gab es keinen deutschen Erfolg: Lediglich zwei dritte Plätze standen zu Buche, die von Sandra Mikolaschek, die zum Abschluss als beste sitzende Spielerin des Turniers mit einem Pokal ausgezeichnet wurde, und Lisa Anna Maria Hentig (Klasse 4/5) sowie Marlene Reeg und Lena Kramm (Klasse 8 bis 10) eingenommen wurden Für Bianca Neubig (RSV Bayreuth)/Janina Sommer (TuS Winterscheid) kam bekanntlich in der Klasse 2/3 bereits in der Vorrunde das Aus.

Nicht bewertet

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