Bayreuther träumt von Paralympics-Medaille

Und beim Träumen soll es nicht bleiben, denn der 25-jährige Aufbauspieler rechnet sich für sein Team durchaus Chancen aus: „Wir haben eine vielversprechende Vorbereitung gespielt. Wenn wir die Vorrunde so gut überstehen, dass wir uns eine lösbare Aufgabe für das Viertelfinale verdienen, dann ist viel möglich.“

Vizeweltmeister und Europameister in der Gruppe

Das ist aber schon schwer genug. Schließlich trifft das deutsche Team in seiner Vorrundengruppe nicht nur auf Vizeweltmeister USA, gegen den es bei der WM 2014 in Südkorea mit 48:88 chancenlos war, sondern auch auf Europameister Großbritannien. „Auch Brasilien als Gastgeber darf man sicher nicht unterschätzen“, mahnt Böhme, während er die beiden restlichen Gruppengegner Iran und Algerien bisher nur von Videos her kennt: „Gegen beide haben wir noch nie gespielt.“ Der vierte Platz vor den beiden Außenseitern würde zwar zur Qualifikation für das Viertelfinale reichen, hätte dort aber wahrscheinlich das Duell mit dem Weltmeister zur Folge: „Wir sollten schon versuchen, den Australiern aus dem Weg zu gehen“, sagt Böhme. Gegen die traditionell mit zur Weltelite zählenden Kanadier würde er schon bessere Chancen sehen: „Da haben einige Leistungsträger aufgehört.“ Die anderen möglichen Gegner im Viertelfinale sind die Niederlande, Türkei, Spanien und Japan.

Acht Spiele innerhalb von neun Tagen

Neben der Qualität bewegt sich auch die Intensität des paralympischen Turniers an der Höchstgrenze: Die Gruppenspiele sind an fünf aufeinanderfolgenden Tagen angesetzt, und nach einem Tag Pause folgen dann Viertelfinale, Halbfinale und Medaillenspiele wieder innerhalb von drei Tagen. Thomas Böhme ist aber zuversichtlich, dass diese Belastung dem deutschen Team sogar entgegen kommen könnte: „Da wird die Tiefe des Kaders wichtig, und wir sind von Position eins bis zwölf gut aufgestellt. In der Vorbereitung haben wir viel gewechselt ohne Leistungsabfall. Das ist die beste Nationalmannschaft seit langem.“

Nicht zuletzt der Bayreuther selbst hofft auf die eine oder andere zusätzliche Verschnaufpause: „Bei der EM im Vorjahr war ich im Schnitt 34 Minuten lang im Einsatz. Ein Spiel mit nur 20 Minuten ist da schon hilfreich.“ Die Rolle als Führungsspieler nehme er „gerne an“, doch das bedeute nicht, sich ständig in den Vordergrund zu drängen: „Wir haben viele Spieler, die in ihren Vereinen Führungsrollen haben. Aber keiner stellt irgendwelche Ansprüche, sondern alle ordnen sich unter.“

5 (1 vote)

Anzeige