Bayreuther führt die Wirtschaftsjunioren

Für das kommende Jahr hat Döberl das Motto „Arbeitswelt 4.0“ ausgerufen. Was heißt das? „Wir stehen im Dialog mit der Politik, doch dort heißt Digitalisierung meist Ausbau von Breitband-Verbindungen oder flächendeckendes LTE. Wir wollen aber sehen, wie sich die Arbeitswelt verändert: Wie gehe ich etwa mit einem 55-Jährigen um, der bis 67 arbeiten muss? Wie qualifiziere ich ihn für die digitalen Anforderungen?“, sagt Döberl. Digitalisierung sei ein gesellschaftlicher Wandel, „und wir wollen in dieser Diskussion deshalb weg von der technischen Seite, hin zur Kultur.“

Sechs Oberfranken im Vorstand

Um dieses Ziel zu erreichen, will der Bayreuther den Dialog mit der Politik intensivieren. „Jeder Vorstand hat seine eigenen Schwerpunkte. Der eingeschlagene Weg ist richtig, aber wir müssen noch mehr das Gespräch mit der Politik suchen. Wir wollen im Hinblick auf die Landtagswahl im kommenden Jahr eine eigene politische Position vertreten und Veranstaltungen ins Leben rufen, wie etwa den Generationengipfel in Bayreuth im vergangenen Jahr.“

Wie die Wirtschaftsjunioren in einer Pressemeldung bekanntgeben, wurden neben Döberl fünf weitere Oberfranken in den Vorstand gewählt: Steffen Magdeburg aus Hof besetzt das Ressort Politik, Kerstin Bittermann und Dominik Weiß aus Kulmbach betreuen die Ressorts E-Payment und Internet, Florian Eagan aus Bayreuth das Ressort Internationales und Mathias Zweyer aus Bamberg ist Ansprechpartner für das Ressort Unternehmertum. Hinzu kommt noch je ein Vertreter aus Unter- und Mittelfranken. „Das Franken bei den Wirtschaftsjunioren so stark vertreten ist, liegt daran, dass der fränkische Sprengel sehr aktiv ist. Wir vergeben jährlich Preise für besonders aktive Mitarbeit – hier ist Franken immer vorne dabei. Bei der Delegiertenkonferenz in Rosenheim war Franken bis auf wenige Ausnahmen komplett vertreten. Zudem arbeiten wir in Oberfranken sehr eng mit der IHK zusammen, die uns unterstützt“, erläutert Döberl.

Verband junger Führungskräfte

Die Wirtschaftsjunioren sind ein Verband von jungen Führungskräften unter 40 Jahren. Sie verstehen sich selbst als die „Stimme der jungen Wirtschaft“ und wollen deren Interessen gegenüber der Politik vertreten. Daneben engagiert sich der Verband in sozialen Projekten, bietet Bewerbungstrainings an oder unterstützt Gründer. Wie vielen Vereinen mangelt es auch den Wirtschaftsjunioren an Nachwuchs. „Wir haben lange Zeit Mitglieder verloren, inzwischen stagniert die Zahl“, sagt Döberl. Ziel müsse es aber sein, mittelfristig einen Nachwuchs aufzubauen, der auch im Kreis- oder Landesvorstand aktiv wird.

Döberls Motivation, Mitglied der Wirtschaftsjunioren zu werden, war in erster Linie das große Netzwerk. „Je nachdem wie aktiv man sich einbringt, kann man viele private und geschäftliche Kontakte knüpfen – und das deutschlandweit“, sagt der 32-Jährige. Rund 10 000 junge Führungskräfte und Unternehmer sind in dem Verein organisiert, fast die Hälfte davon in Bayern.

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Montag, 13. November 2017 - 11:06