Bayreuther Festspiele: Der Vertrag mit Katharina Wagner ist unterschrieben

Über die Absicht der Gesellschafter, Katharina Wagners Vertrag bis 2020 zu verlängern, hatte Verwaltungsratschef Toni Schmid schon im Februar Auskunft gegeben. Im Anschluss an die siebenjährige Amtszeit seit 2008 solle Katharina Wagner nun einen „normalen Intendantenvertrag“ mit fünfjähriger Laufzeit bekommen. „Das ist es, worüber wir zurzeit reden“, sagte Schmid. Zweifel an ihrer Eignung gebe es aus seiner Sicht nicht: „Die Katharina hat gezeigt, dass sie’s kann“, sagte Schmid dem Bayerischen Rundfunk. „Sie hat jetzt auch genügend Erfahrung. Das glaube ich schon, dass das funktionieren kann.“

Über die Festspielleitung entscheiden die Gesellschafter der Bayreuther Festspiele GmbH: Vertreter des Bundes, des Freistaats Bayern, der Stadt Bayreuth und der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth.

„Der neue Vertrag von Katharina Wagner sieht nur geringfügige Änderungen zu den bisherigen Aufgaben vor“, sagte Heinz-Dieter Sense gestern der dpa. Die Unterzeichnung des Vertrags hatte sich zuletzt immer wieder verzögert; die Gesellschafter der Festspiele – insbesondere Bund und Freistaat Bayern – hätten unterschiedliche Vorschriften zu beachten und stritten darum um einzelne Formulierungen.

Eine entscheidende Änderung zu Wagners bisherigen Aufgaben gibt es in jedem Fall: Ihre Schwester Eva Wagner-Pasquier wird der Festspielleitung ab 2015 nicht mehr angehören. Nach dem Ende ihres Vertrags will sie den Festspielen als Beraterin verbunden bleiben. Ihre Aufgaben, insbesondere Besetzungsfragen, übernimmt künftig Katharina Wagner. Künftig soll ihr der langjährige Festspieldirigent Christian Thielemann als Berater zur Seite stehen. „Dazu laufen Gespräche“, sagte Sense gestern dem Kurier. „Spruchreif ist noch nichts.“ Auch Senses eigene Zukunft als kaufmännischer Geschäftsführer ist noch offen. Katharina Wagner hatte die Bestellung eines kaufmännischen Geschäftsführers zur Bedingung für die Vertragsverlängerung gemacht.

Ob die Vermarktung der Bayreuther Festspiele weiterhin über die Tochtergesellschaft BF Medien läuft, ist nicht bekannt; Geschäftsführerin der BF Medien GmbH ist gleichfalls Katharina Wagner.

Der Spielplan der nächsten Jahre steht schon fest: Im nächsten Jahr inszeniert Katharina Wagner „Tristan und Isolde“ (Musikalische Leitung: Christian Thielemann), 2016 folgt eine „Parsifal“-Inszenierung von Jonathan Meese mit Andris Nelsons am Pult und Klaus Florian Vogt in der Titelrolle.

Es folgen ein neuer „Lohengrin“, eine neue Deutung der „Meistersinger von Nürnberg“ sowie ein neuer „Ring“ 2020. Über Besetzung und Regie schweigt sich die Festspielleitung aus: Die Pressekonferenz am Premierentag der Festspiele – dem Termin, an dem traditionell Schleier gelüftet und Namen genannt wurden – ist für dieses Jahr abgesagt.

Die Hintergründe zu der Vertragsverlängerung

Ein Kommentar von Florian Zinnecker

 

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Montag, 13. November 2017 - 11:06