Neues Studentenwohnheim eingeweiht

„Wir sind eine große Gemeinschaft“, schwärmt Marie Neujahr. Die Gesundheitsökonomie-Studentin ist eine der ersten Mieterinnen des neuen Studentenwohnheims „Point One“. Die aus Bad Malente-Gremsmühlen in Schleswig-Holstein stammende 20-Jährige wohnt schon seit November dort. „Ich fühle mich hier wohl“, sagt sie und zeigt ihr Zimmer. „Bei der Einrichtung habe ich mir viel Mühe gegeben. Das Zimmer ist auch groß genug. Hier waren schon 20 Leute gleichzeitig drin“. Dass sie sich hier wohlfühle, liege vor allem an den 35 anderen Studenten, die mit ihr im Gebäude wohnen. „Man läuft sich oft über den Weg“, erzählt sie weiter. Beispielsweise könne sie schnell zu ihrer Freundin gehen, die nur ein paar Zimmer entfernt wohnt, wenn sie etwas Salz brauche. Oder sie kochen gleich zusammen. „Das Tollste an meinem Zimmer ist, dass ich die erste bin, die darin wohnen darf“, sagt sie und lacht. Sobald Marie wusste, dass sie in Bayreuth studieren würde, hat sie sich nach einer Wohnung umgesehen. Als sie auf das Studentenwohnheim stieß, zögerte sie nicht lange. Nach einer Besichtigung stand ihre Entscheidung fest. Die Bauarbeiten am Wohnheim begannen im März 2013. Kurz nach der Fertigstellung im November zog sie ein.

Es ist nicht die Regel, dass jeder Student sofort in einem Wohnheim untergebracht werden kann. Vor allem bei den öffentlichen Wohnheimen des Studentenwerks Oberfranken sind Wartezeiten von drei bis vier Semestern normal. In Bayreuth gibt es sieben öffentliche Studentenwohnheime, die zusammen Platz für 1500 Studenten bieten. Bei mittlerweile über 13000 Studenten wollen private Anbieter Alternativen schaffen. In den letzten Jahren ist die Zahl der privaten Wohnheime stark angewachsen. Zählt man die für dieses Jahr geplanten Wohnheime mit, sind allein in den letzten drei Jahren 1000 Wohnplätze dazu gekommen. Für die Studenten verlockend ist die Mischung aus dem Gebotenen und dem Preis. Oftmals erhalten die Studenten dazu ein umfassendes Wohn-Paket: Internet, Telefon, Wasser, Heizung ? alles im Preis enthalten. Waschmaschinen und Trockner, eine Küchenzeile und Gemeinschafts- oder Fernsehräume gehören meist ebenso dazu. Während der Preis für ein Zimmer bei den Wohnheimen des Studentenwerks teilweise unter 200 Euro liegt, kann der Preis bei privaten Wohnheimen bis zu doppelt so hoch sein. „Günstiger Wohnraum wird immer benötigt“, sagt Monika Zenkel, Leiterin der Wohnheimverwaltung des Studentenwerks Oberfranken. Die privaten Wohnheime scheinen jedoch keine Konkurrenz für die öffentlichen zu sein. Die 1500 Wohnplätze des Studentenwerks sind stets ausgefüllt, die Nachfrage bleibt groß. Darum solle auch ab dem nächsten Wintersemester ein weiteres öffentlich gefördertes Wohnheim eröffnet werden, das ein privater Investor zurzeit bauen lässt.

Die Idee für das neue Studentenwohnheim in der Peuntgasse stammt von Michael Thomas. Dem Unternehmer und Psychotherapeuten gehörte das alte Kino-Center, das einst an dieser Stelle stand. Da es nicht länger gebraucht wurde, ließ er es abreißen und stattdessen das Wohnheim bauen. „Ich freue mich, dass Leben an diesen Ort zurückkehrt“, sagt er. Auch der 60-Jährige sieht den Vorteil des Studentenwohnheims im Vergleich zu anderen Wohnungen in der Gemeinschaft. Jeder Bewohner habe in seinem Zimmer Ruhe für sich, könne aber auch schnell Kontakte knüpfen und sich mit anderen Studenten treffen. Auch die zentrale Lage des Wohnheims sei ein Vorteil. Am Tag der Einweihung wurde auch der Gemeinschaftsraum eröffnet, bei dessen Einrichtung die Bewohner mitentscheiden dürfen.

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