Bluttat: Haftbefehl erlassen

Es handelt sich um einen gebürtigen Polen, der mit vier Landsleuten das Haus renovierte. Ein Nachbar berichtet, dass die fünf Männer schon länger über den Arbeiten waren. Zwei der Männer waren über die Faschingszeit in dem Haus geblieben, drei andere waren wohl abgereist. In dieser Zeit muss es wohl zu einer Auseinandersetzung gekommen sein, in deren Verlauf einer der Männer, Roman Z., getötet wurde. Todesursache: Es soll sich um einen schweren Schlag gehandelt haben. Nach Informationen des Kuriers soll der mutmaßliche Täter zunächst geflohen sein.

 

Polizei bestätigt Fall

Eine leblose Person wurde am späten Nachmittag des Faschingsdienstages in dem  Haus gefunden, bestätigte die Polizei. Ein Tatverdächtiger, der versucht hatte zu fliehen, wurde in den späten Abendstunden festgenommen, bestätigte eine Sprecherin der Polizei.

Renovierung dauerte viel länger

Die fünf Männer waren den Nachbarn vom Sehen bekannt – mehr nicht. Sie galten als freundlich, höflich und grüßten. Sie seien meist im Haus oder auf dem Grundstück gewesen. Nur dass sie länger als ein Jahr mit der Renovierung des mehrstöckigen Hauses beschäftigt waren, störte. „Der Dreck“, sagte eine Nachbarin. Auch galten sie nicht als beste Handwerker, sagte ein Nachbar, der selbst vom Fach ist.

Arbeiter übernachteten vor Ort

Immer wieder hätten die Männer in dem kalten Bau auch übernachtet, sowohl im ersten, als auch im zweiten Stock. Am Samstag, so berichten Nachbarn, sei mindestens einer der Arbeiter mit einem Rucksack weggegangen, nachdem noch ein ganzer Schwung Baumaterialien gekommen sei. Wahrscheinlich sollte die Baustelle über die Faschingszeit ruhen.

Am Mittag gaben Polizei und Staatsanwaltschaft weitere Details bekannt: Ein Hausbesitzer hatte die Polizeibeamten am Dienstagnachmittag verständigt, dass ein toter Mann mit erheblichen Verletzungen in einem Anwesen in der Rathstraße liege. Umgehend nahmen Beamte des Fachkommissariats der Kripo Bayreuth und die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts auf. In den Abendstunden konnten die Polizisten den Tatverdächtigen noch vor seiner Flucht ins Ausland festnehmen. Am Mittwoch wird die Staatsanwaltschaft Bayreuth Haftbefehl gegen den Mann beantragen.

Offenbar war der Mann mit seinem Arbeitskollegen am Montagnachmittag in einen heftigen Streit geraten, der dann eskalierte, so die Polizei. 

Die Ermittlungen und Spurensicherungsmaßnahmen laufen auf Hochtouren. Auch der Leiter der Staatsanwaltschaft Bayreuth und eine Rechtsmedizinerin aus Erlangen kamen im Rahmen der Ermittlungen an den Tatort. Gleichzeitig fahndeten die Kriminalbeamten mit Hochdruck, unterstützt durch zahlreiche Streifenpolizisten und mit Hilfe operativer Maßnahmen, nach einem 26 Jahre alten Landsmann des Opfers. Aufgrund vorangegangener Erkenntnisse war der Mann verdächtig, mit dem Tod des 43-Jährigen in Verbindung zu stehen.

Tatverdächtiger auf der Flucht festgenommen

Bei den umfangreichen Überwachungsmaßnahmen gelang es den Kriminalbeamten gegen 23 Uhr, den 26-jährigen, wohnsitzlosen Polen in Bayreuth festzunehmen, noch bevor er im Ausland untertauchen konnte. Nur aufgrund der bereits umfangreichen und fundierten Ermittlungsergebnisse machte der Tatverdächtige schließlich eine Aussage zu den Geschehnissen.

Die Staatsanwaltschaft Bayreuth hat die rechtsmedizinische Untersuchung des 43-Jährigen veranlasst.

 

UPDATE 16.40 Uhr:

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bayreuth wurde ein Haftbefehl gegen den 26-jährigen Tatverdächtigen erlassen - wegen Totschlags und wegen eines Sexualdelikts. Beamte lieferten den Mann anschließend in eine Justizvollzugsanstalt ein. Nach ersten Ergebnissen der rechtsmedizinischen Untersuchung starb der 43-Jährige durch massive Gewalteinwirkung gegen den Körper.

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