Bayreuth ist nichts für Anfänger

Nach den Regeln des Weltverbands der Amateurboxer sind Schläge mit der Faust auf Gesicht und Oberkörper des Gegners erlaubt. Schläge unterhalb der Gürtellinie gelten als Foul. Wenn der Gegner auf dem Boden liegt oder hilflos in den Seilen hängt, ist es verboten, ihn anzugreifen. Der Ringrichter muss in diesem Fall laut bis zehn zählen; steht der Gegner dann immer noch nicht, hat er verloren.

Aber Bayreuth steht noch.

Bayreuth ist im Moment ein wenig angeschlagen und nicht ganz auf der Höhe seiner Kräfte, es gibt viele Baustellen und einige Krisen. Außerdem ist dieses Jahr ein einziges Preisboxen.

Schläge von allen Seiten

Erst kam ein Kollege von Zeit Online, er verschwand nach zweieinhalb Tagen wieder und berichtete, dass er es geschafft habe, sich in Bayreuth zu verlaufen; außerdem habe er in einem Bayreuther Kaufhaus nach dem Messerset Nothung gefragt.

Dann wünschte eine Kollegin der FAZ Bayreuth zum Festspielauftakt „einen handfesten Streit, einen kleinen Hakenkreuzskandal, einen fristlosen Rauswurf, eine einstweilige Verfügung oder etwas anderes, was den Ruf der Festspiele, sie stünden im Fokus des nationalen oder gar internationalen Interesses, kräftigen könnte. In diesem Jahr gibt es einfach nicht viel, was sich wirklich zu berichten lohnte.“

Vor ein paar Tagen orakelte die Deutsche Presseagentur: „Droht Bayreuth die Götterdämmerung?“ – vor allem anlässlich der Tatsache, dass diesmal die Kanzlerin nicht zur Premiere gekommen war.

Und jetzt kommt die „Welt“. Dass neulich im Main die Fische gestorben sind, liegt – das wäre damit bewiesen – nicht am Main. Zurzeit scheint in ganz Deutschland das Trinkwasser nicht so ganz in Ordnung zu sein.

Im Ernst: Was ist los dieses Jahr? Woher kommt dieser geballte Hass? Die Stilform der Bayreuth-Beschimpfung an sich ist ja gar nicht neu. Bayreuth ist „eine furchtbar stumpfsinnige Kleinstadt“, schrieb George Bernard Shaw. Wiglaf Droste nannte Bayreuth ein „deutsches Kaff“, ein „geistiges Erdloch“, „einen Kuhdunghaufen, aus dem turnusmäßig Größenwahnfried quillt“. Bayreuth sei ein leerer Wahn, sagte Alban Berg, ein „Ort suggestiven Schwindels“, sagte Thomas Mann. Einen Knockdown schaffte keiner.

Anders als die zitierten Herren will der Kollege der „Welt“ ja nur ein bisschen schlägern – und sucht sich einen leichten Gegner. Es ist sehr leicht, Bayreuth nicht zu mögen, vor allem von Berlin aus, denn die Schwächen der Stadt sind leicht zu erkennen und von weitem sichtbar. Aber er macht es sich zu leicht.

Ein Faktencheck

Als im Winter eine Kollegin im Feuilleton der FAZ über den Odenwald schrieb, „es blieb einem nichts übrig, als im Alter von elf Jahren das Rauchen anzufangen, zu kiffen, bis man nichts mehr sah, und zu klauen, um sich irgendwie zu unterhalten“, reagierte der Landrat, daraufhin erklärte der Feuilletonchef den Text zur Literatur und empfahl ihn den Odenwäldlern als Schullektüre.

Diesen Gefallen tun wir der „Welt“ natürlich nicht, denn um als Schullektüre in Frage zu kommen, müsste der Text fehlerlos sein, und das ist er nicht. Ein kleiner Fakten-Check:

> Der Fluss, der durch Bayreuth plätschert, heißt Roter Main, nicht Rotmain.

> Prominente kommen zur Festspieleröffnung schon lange nicht mehr, sondern meist nur Angehörige der Bayerischen Staatskanzlei und manchmal Roberto Blanco.

> Franz Liszt ist zufällig in Bayreuth gestorben, nicht Jean Paul – der hatte 21 Jahre dort gewohnt.

> Das beleuchtete Rinnsal auf dem Marktplatz nennen wir nicht „Todesrinnsal“, sondern „TodesRINNE“, aber nur, weil einmal ein Festspielgast und dann ein Drehorgelspieler darin steckengeblieben sind. Und wir meinen das als Witz.

> Die Todesrinne wird nachts nicht abgesperrt, sie wird nur im Winter geschlossen, denn sie ist zu schmal zum Schlittschulaufen (die Platten, mit denen sie verschlossen wird, sind dafür richtig, richtig glatt).

> Die toten Fische im Main – das war nicht der liebe Gott, sondern mutmaßlich ein Mitarbeiter des Eisstadions, der aus Versehen Ammoniak im Main entsorgt hat.

> Seinen berühmten Bayreuth-Satz schrieb Friedrich Nietzsche schon 1873, da war er noch nicht wahnsinnig. Später begann er Bayreuth aus tiefstem Herzen zu verachten, und erst danach kam der Wahnsinn. In dieser Reihenfolge. Heute ist das Zitat wirklich nur noch dazu gut, um Einheimische anzuöden – und um elegant aus einer Bayreuth-Beschimpfung herauszufinden, weil man keine bessere Idee fürs Ende hat. (Ich habe das selbst schon so gemacht).

Über die Ansichten eines Autors, der den Unterschied zwischen richtig und falsch nicht kennt, müssten wir eigentlich nicht weiter reden. Aber das wäre schade, denn sehr vieles andere an diesem Text stimmt haargenau.

Bayreuth ist zäh

Dass Bayreuth ein Problem mit neuen Ideen hat, dass es hier mehr Bier als Kultur gibt (es gibt hier wirklich sehr viel Bier), die Sache mit der „Basst scho“-Mentalität – das ist alles gar nicht so falsch.

Neue Ideen haben es hier schwer, schwerer als in Berlin. Das liegt auch daran, dass es in Berlin so viele davon gibt, dass eine Idee mehr oder weniger nicht weiter stört.

In Bayreuth fallen neue Ideen auf. Sie müssen also, wenn daraus etwas werden soll, unbedingt gut sein. Die meisten Ideen sind nicht gut. Die Bayreuther haben darum gelernt, skeptisch zu sein. Und so passiert es manchmal, dass auch Ideen scheitern, die vielleicht Potenzial gehabt hätten.

Außerdem ist Bayreuth an neue Ideen auch deshalb nicht gewöhnt, weil zu viele Bayreuther hier das Handtuch werfen und ihre guten Ideen anderswo haben. Ein Teufelskreis.

„Was bleibt, wenn alle Festspielgäste weg sind, das ist das Elend“, schreibt der Kollege in der „Welt“. „Das nackte Elend, ich weiß das, weil ich in diesem Elend gelebt habe. Drei ganze Jahre lang.“ Drei Jahre, wie niedlich.

Neulich bin ich durch den Hofgarten spaziert, ein Park auf dem langen Weg zwischen Innenstadt und Universität. Ein paar Studenten versuchten, auf einem zwischen zwei Bäumen gespannten Band zu laufen, das ist gar nicht so leicht, einer sagte nach dem missglückten ersten Versuch: Er glaube, das Band ist kaputt.

Aber der Fehler liegt nicht im Material. In Bayreuth zu leben und sich nicht unterkriegen zu lassen von den schlechten Angewohnheiten dieser Stadt, das ist das langsame Bohren richtig dicker Bretter. Bayreuth ist nichts für Anfänger.

Außer den weltberühmten Bayreuther Festspielen gibt es hier noch einen Basketball-, einen Eishockey- und einen Fußballverein, den die Bayreuther „Altstadt“ nennen. Die ersten Mannschaften sind nicht überragend, aber konkurrenzfähig, sie steigen erst auf, dann wieder ab und schließlich wieder auf, immer wieder sind die Vereine pleite, aber das macht nichts, es geht weiter. Das ist Bayreuth.

Noch ein Beispiel: Seit Beginn des Jahrhunderts wird hier versucht, das Richard-Wagner-Museum zu sanieren. Das ist eine gute Idee, aber es ist schwer, richtig schwer, ständig gibt es neue Probleme, von den ungelösten alten gar nicht zu reden, aber aufgeben? Niemals.

Bayreuth ist nicht kaputt, Bayreuth ist einfach nur zäh. Wie ein alter Boxer. Die Bayreuther haben so viel mitmachen müssen über die Jahrhunderte, die wollen – da haben Sie schon recht, liebe Welt – wirklich nicht mehr belästigt werden, schon gar nicht mit jedem Quatsch. Das auszuhalten ist manchmal unglaublich mühsam, aber das ist es: Man braucht eine gute Kondition, um nicht gleich zu Boden zu gehen.

Wir haben hier jedenfalls ganz andere Sorgen als fehlende Kugelschreiber in Bankfoyers, die von besoffenen Studenten abgerissen wurden. Die meisten Bayreuther machen ihre Überweisungen nämlich im Internet.

  • Dieser Artikel ist eine Antwort auf den "Welt"-Beitrag von Dennis Sand: Sie können ihn hier nachlesen.
  • Auch die Antwort von Florian Zinnecker ist auf der Internetseite der "Welt" erschienen.
  • Die Polemik von Dennis Sand hat für heftige Reaktionen gesorgt - bis hin zu Morddrohungen, wie er einige Tage nach der Veröffentlichung im Interview mit dem Kurier erzählt.

Info: Florian Zinnecker ist Kulturchef des Nordbayerischen Kuriers. Er ist in Bayreuth aufgewachsen und nach seinem Studium in Lüneburg und an der Henri-Nannen-Schule 
in Hamburg trotzdem zurückgekehrt.

4 (113 Stimmen)

Kommentare

Warum reagiert man auf solche Berichterstattung? Bayreuth ist nicht Wagner nicht Liszt und nicht Jean Paul. Wir sollten in der Gegenwart und Zukunft leben und nicht der finsteren Welt der Vergangenheit. Bayreuth ist Bayreuth und das ist gut so.
Ich teile die meinung des studenten voll und ganz!!!!

Auf mich erweckt bayreuth immer mehr den eindruck einer hinterwäldlerstadt, eines kaffs.abends um 19 uhr hochgeklappte gehsteige, gähnende Einöde pur.das kriegt man von jedem auswärtigem gast immer wieder bestätigt.

Das die sportvereine immer wieder finanzprobleme haben ist ein Offenbarungseid, mangelndes interesse der großen unternehmen am sport tut da sein übriges.

Außer den Festspielen (die 90 % aller bayreuther NULL interessieren) hat diese stadt NICHTS anzubieten

Bamberg ist da das absolute gegenteil
... ein ähnlich differenzierter Beitrag wie der von Dennis S. ...
dann geh doch... Reisende sollte man nicht aufhalten!
Sorry, zibber. Man kann alles schlechtreden. Sogar ohne Argumente, nur mit plumpen Klischees.

Der Artikel von Sand ist so schlecht wie die "Welt". Insofern passt das sogar.
Da ist so ziemlich jeder Blog besser – und Artikel von Zinnecker sowieso. ;)

Auch eine gute Antwort, wie ich finde:
http://www.doktorpeng.de/bayreuth-ist-absurd-aber-aus-anderen-gruenden-dennis-sand/


Der Artikel von Herrn Sand sagt wohl mehr über den Schreiber als über die Stadt aus.
Wenn man - mal rein hypothetisch - in erster Linie mit sich selbst beschäftigt ist und möglicherweise noch etwas großspurig daherkommt, wird man in dieser Stadt nie ankommen. Die spricht aber meiner Meinung nach FÜR die Stadt und nicht dagegen.

Verglichen mit den auch nicht unkritischen, aber sehr geistreichen Beiträgen von Volker Strübing zu Bayreuth ist der Welt-online Artikel einfach nur armseelig. Im Gegensatz zu Herrn Sand ist es Volker Strübing in den Monaten seines Aufenthaltes gelungen, tief in die Bayreuther Seele zu blicken und eben gerade NICHT als arrogantes Großstadtmaul rüberzukommen.

Von den zahlreichen inhaltlichen Fehlern des Artikels finde ich den mit der nachts abgesperrten Todesrinne besonders interessant - ob der Autor auch nur einmal abends (nüchtern) am Markplatz gewesen ist?

Sehr originell hingegen finde ich, sich in der Bank über das Fehlen des selbst im Suff abgerissenen Kugelschreibers zu beschweren. Wären die Bayreuther genau so kniefissellig drauf, hätte der Bänker den Verlust wahrscheinlich schon eher bemerkt ...
Langsam geht es einen echt auf die Nerven... Niemand wird dazu gezwungen, in Bayreuth zu leben... Wem es hier nicht passt, sollte halt einfach woanders hinziehen, wenn er denkt, dass es dort besser ist und es nirgends sonst gewisse Probleme gibt... Es gibt sicherlich genügend Orte auf der Welt, die der Hölle näher sind als Bayreuth.... Der Artikel von Herrn Sand - einfach lächerlich...
Sehe ich auch so!
Ich lebe seit 11 Jahren hier, und das sehr gerne.
Der genannte Autor ist für mich mal wieder nur einer von vielen beschränkten Vollidioten. Bayreuth ist Bayreuth und ihr ach so Studierten solltet vielleicht mal erst in andere Städte schauen, dagegen ist BT wunderschön!
Man muss in Bayreuth leben, um es wirklich zu kennen. Diese Stadt hat geschafft, was Osnabrück - laut Umfrage damals die Stadt mit den glücklichsten Menschen Deutschlands - nicht geschafft hat. Sie ist mir ein Zuhause geworden. Mit einer angenehmen Mischung aus Unaufgeregtheit und Vielfalt. Und mit sehr netten, kreativen und offenen Menschen. Und das ist doch, was zählt, oder?
Gut gekontert und schön geschrieben, Florian!
Wo kann man denn den Beitrag von Dennis Sand im Internet lesen?
Der Link steht doch drunter.

Irgendwie glaube ich, dass der Artikel nur geschrieben wurde, um zu polarisieren, zu provozieren und pauschal zu beleidigen – und damit ein paar Klicks für "Die Welt" zu generieren. Eine Zeitung, die in Deutschland nun wirklich überhaupt keine Relevanz hat.

Von daher hat Dennis Sand alles richtig gemacht. Er und "Die Welt" bekommen Aufmerksamkeit, die sie sonst nie und nimmer bekommen hätten.
Trotzdem bleibt der Eindruck, dass es sich um einen wirklich extrem schlechten Journalisten handelt. Tut mir echt leid, Dennis aber so schafft man es nicht mal beim Springer-Verlag weit.

Aber was soll’s, sehen wir’s positiv: Bayreuth ist das eine prima Werbung. Wir wissen, dass wir nicht perfekt sind. Für manche Leute sollten wir auch gar nicht versuchen, perfekt zu sein...
Ach Leute man kann doch alles "Schlechtreden" wenn man will! Es ist doch wie mit dem Wasserglas.. ist es halb voll oder halb leer?? Ich bin im hohen Norden geboren und seit 1981 in Oberfranken. Und hier werde ich auch bleiben, alt werden und tja irgendwann wohl auch beerdigt werden. Meine Kinder sind hier groß geworden und keines hat irgendwelche Ambitionen weg zu gehen... ups ich vergaß... es sind eben keine Studenten. Bestimmt kann man auch an anderen Orten in Ruhe leben, aber Bayreuth ist für mich genau richtig. Der Marktplatz ist überschaubar und hat alles was man braucht. Die Geschäftswelt hat alles was ein normaler Mensch zum leben braucht, die Gastronomie ist vielseitig und wenn man sich dafür interessiert dann gibt es auch genug kulturelle Angebote! Kultur ist einfach nicht jedermanns Sache und Opern schon garnicht.... das ist aber nicht nur in Bayreuth so. Aber vermutlich müssen Zeitungsartikel einfach so reisserisch aufgezogen werden damit drüber geredet wird und nicht einfach im Einheitsbrei untergehen.
Auf diesem Wege viele grüsse an Herrn Sand... auf diese Art und Weise kann man jede Stadt zerreissen... übrigends auch Berlin! Lieber Kurier macht doch mal einen Vergleich zwischen Bayreuth und Berlin. Und ich bin sicher das es viele Punkte gibt in denen Bayreuth viel besser abschneidet als Berlin! Aber dann wird euch wieder einseitige Berichterstattung vorgeworfen!
Wer zum Henker ist Dennis Sand???
Ein rotzfrecher Großstadt-Dampfplauderer, der von tuten und blasen keine Ahnung zu haben scheint. Bei Artikeln wie den von Kritzel-Dennis wünschte ich mir, die Studiengebühr wird wieder eingeführt. Was denkt sich dieser Möchtegern aus Berlin, wer er ist. Danke Berlin, solche Zeitgenossen kannste jern behalten, wa?
Sand kommt aus Bonn.
Da muss man Berlin ausnahmsweise mal in Schutz nehmen ;)
Ah, okay. Sorry Berlin.
Wir sollten mit den Beiträgen von Großstadt-Dampfplauderern etwas großzügiger und gelassener umgehen. Sie leben in einer Umgebung, die oberflächlich, laut, meist beziehungslos und kurzatmig ist.
Vielleicht spüren solche Leute wie Dennis Sand dies unbewusst und beneiden die Bürger in überschaubaren Städten.
und wieder liefern die Bayreuther mit ihren Kommentaren den Beweis zu den Behauptungen
Als Ex-Bayeuther (25 Jahre Hölle) habe ich genau diese Kommentare erwartet. Herr Sand hat 100% Recht! Und was machen die Bayreuther Blockheads? Sie beschweren sich über die Wahrheit. Es wäre so einfach mal über den Tellerrand rauszublicken und den tatsächlichen Zustand dieses Jammertals mit anderen Städten zu vergleichen. Dann würde man feststellen, dass es sogar auf dem Mond oder eben in der Hölle noch schöner und angenehmer ist als in Bayreuth. Auch die Zahlen sprechen für sich: immer weniger Menschen, immer weniger Arbeitsplätze, weniger Touristen, etc.... Und für alle älteren Leser: erinnert euch an an das Flair und die Chancen vergangener Tage. Bayreuth war mal was besonderes (oder zumindest auf dem Weg dazu). Ein Marktplatz mit attraktiven Geschäften, eine Sophienstrasse voller Menschen, Discos, Bars, LEBEN! Und heute? Ein total verwaister Markt mit einem hässlichen blauen Skelett, ein Busbahnhof der aussieht, also ob ihn ein kleines Kind entworfen hätte, eine tote obere Fußgängerzone und ein Rotmaincenter, welches der Stadt noch den Rest gibt. Das Bürgerfest mit Sperrstunde ist lächerlich! Wer soll denn gestört werden? Die Stadt soll feiern solange sie will! Aber nun hat die Stadt endlich einen Marketingprofi. Es ist unglaublich was man über den Herrn Doktor so liest, aber keiner macht was. Dieser Mann hat bereits so viel Schaden angerichtet, er wäre in der freien Wirtschaft bereits seit Jahren arbeitslos. Aber Bayreuth deckelt das und findet es prima einen Marketingchef zu haben. Er sollte besser Politiker werden, denn im rauswinden und finden von Ausreden ist er unschlagbar. So, Schluss damit. Denn auch das will keiner Wahr haben. Ich für meinen Teil bin froh dieses Elend nicht mehr besuchen zu müssen und trotzdem wünsche ich dieser Stadt und den Menschen in Bayreuth, dass es wieder besser wird.

Auf Euren Shitstorm freu ich mich schon jetzt :-)
Ich stimme ihnen zu 100% zu.
... unter welchen Pseudonymen schreiben sie denn noch ;-)
Zustimmung zum Thema "Marketingprofi". Auch dass nicht alle Chancen der Stadt so genutzt werden wie man es sich wünscht - das betrifft vor allem die Verwaltung/OB/BTMG (diese mit "Bayreuth" gleichzusetzen ist sehr einseitig.)

Der Rest ist ziemlicher Schmarrn.

Wie kommen sie denn auf "immer weniger Arbeitsplätze" oder "immer weniger Touristen"? Da gibt's nun wirklich (sogar im www) belastbare Zahlen, die das widerlegen.
Auch trotzt Bayreuth im Vergleich zu vielen anderen Städten dem demographischen Wandel - viele Leute ziehen zwangsweise ins Umland oder pendeln nach Bayreuth, weil in BT der Wohnraum knapp ist.
Wenn die Einwohnerzahl leicht gesunken ist, dann liegt das in BT daran, dass die Zunahme an Wohneinheiten die zunehmende Anzahl an Single- und Kleinfamilienhaushalten nicht kompensieren kann.

Was meinen sie denn bitte mit dem "blauen Gerippe"? - Doch nicht etwa den alten Busbahnhof auf dem Markt, den es seit Jahren nicht mehr gibt?
Wann waren sie das letzte Mal in der neu gestalteten Innenstadt?
Bei schönem Wetter ist der Markt voll incl. der zahlreichen Kneipen/Cafés, im Bachlauf wimmelt es nur so vor spielenden Kindern. Da hat sich seit dem Marktumbau einiges getan.
Wir bekommen viel Bekanntenbesuch von auswärts - unsere Gäste sind stets angetan vom schönen Stadtbild und den für eine Mittelstadt guten Einkaufsmöglichkeiten. Selbst Bekannte aus einer nicht so weit entfernten "Boom-Town" sind immer überrascht, wie viele Kinderwägen und Kinder man hier sieht.

Natürlich kann man sich auch in Bayreuth so verhalten, dass man von all dem und den 13000 Studenten wenig mitbekommt (wenn man auf dem Sofa vor der Glotze hockt und nur ab und zu mit dem Pkw zu einem der real-Märkte am Stadtrand fährt und seine Kaufkranft im www verschenkt, bekommt natürlich wenig vom Flair mit.
Wenn man hingegen den ÖPNV nutzt und am gesellschaftlichen Leben teilnimmt, insbesondere am Kulturleben jenseits des Mainstream, dann kann man hier ein ganz anderes Bayreuth erleben.

Wir schätzen die Lebensqualität hier sehr und sind nach einigen Auswärtsjahren ganz bewußt (aus einer größeren Stadt) hierhergezogen.
Anmerkung: die Antwort hat sich überschnitten und bezieht sich natürlich auf "Bayreuthniemehr"
Kritik und damit meine ich ordentliche und vernünftige Kritik ist das eine, unsachliches Daherreden mit schlechten Beispielen das andere. Zweiteres lese ich aus dem Artikel, den Herr Sand verfasst hat. Beispiele wie "Kugelschreiberklau im Suff und die darauf erfolgte REaktion" sind einfach schlechte und flache Beispiele. Dass Bayreuth sicherlich Baustellen hat, das ist richtig. Aber Bayreuth schlichtweg als Hölle zu bezeichnen ist völlig daneben. Wir haben eine sehr schöne Stadt, wir haben eine wundervolle Umgebung. Wir haben Verbesserungsbedarf, wir haben sicherlich auch die ein oder anderen verbohrten Sichtweisen. Aber alles glattweg über nen Höllenrand zu bügeln finde ich übertrieben. Ausserdem erwarte ich von jemandem, der studiert hat, wenn er schon einen Artikel schreibt, einen sachlich und gut recherchierten Artikel und besseren Beispielen und nicht so ein blödes Dahergewaaf. Naja, das hat er wohl in diesem furchtbaren Bayreuth gelernt (Ironie) ;)
Ja , Bayreuth hat Baustellen und Baustellen,aber was wurde in den letzten 20 Jahren besser oder schöner?
Außer Flickwerk nichts!
Als Sand diesen pulitzerpreisverdächtigen Artikel schrieb, hatte er wohl noch Restalkohol im Blut - aus der Zeit, als er noch als Kugelschreiberdieb unterwegs war. Er sollte bei der Zeitung mit den vier großen Buchstaben anheuern. Deren Stil beherrscht er ja schon bestens. Und ein gutes Deutsch muss er dort auch nicht pflegen.
Ziemlich cooler und gelungener Konter auf einen unglaublich großkotzigen Artikel. Es ist eben grundsätzlich einfach im Berliner, Münchner oder Kölner Mainstream mitzuschwimmen und sich über eine fränkische Kleinstadt auszulassen.
Hat sich einer schonmal gefragt, wie am Wochenende in Bayreuth was los sein soll, wenn jeder Student alle Nase lang nach Hause zu Mama und Papa fährt? Ich stimme Florian Zinnecker jedenfalls in seiner Meinung, dass Bayreuth nicht für Anfänger sei, voll und ganz zu. Wenn man es in Bayreuth schafft, dann schafft man es überall!!!
O, ihr armen Bayreuther. Da kommt einer von außerhalb (unverschämt) noch dazu aus einer Großstadt (fürchterlich) und findet nicht alles toll (unglaublich). Vermutlich hat er sogar studiert (entsetzlich). Es ist ja nicht so, dass die Bayreuther nichts an ihrer Stadt zu kritisieren haben. Im Gegenteil: es wird gerne geschimpft und gejammert. Aber von einem von außerhalb: Nein, da lassen wir uns nichts sagen. Und falls doch etwas dran sein sollte, können wir ihn immer noch als restalkoholisiert oder anderweitig diffamiert. Es geht ums verhindern und abwehren. Ja, ich finde die Stadt und ihre Lage schön. Nach mehreren Jahren in der Stadt (nein, ich habe nicht hier studiert und lebe nicht in der Großstadt)
Korrektur: O, ihr armen Bayreuther. Da kommt einer von außerhalb (unverschämt) noch dazu aus einer Großstadt (fürchterlich) und findet nicht alles toll (unglaublich). Vermutlich hat er sogar studiert (entsetzlich). Es ist ja nicht so, dass die Bayreuther nichts an ihrer Stadt zu kritisieren haben. Im Gegenteil: es wird gerne geschimpft und gejammert. Aber von einem von außerhalb: Nein, da lassen wir uns nichts sagen. Und falls doch etwas dran sein sollte, können wir ihn immer noch als restalkoholisiert oder anderweitig diffamieren. Es geht ums verhindern und abwehren. Ja, ich finde die Stadt und ihre Lage schön. Nach mehreren Jahren in der Stadt (nein, ich habe nicht hier studiert und lebe nicht in der Großstadt)
bin ich froh nicht mehr dort zu wohnen.
@DrJekyll

Absolute Zustimmung. Vorallem ihr zweiter Absatz trifft die Sache im Kern und zeigt das diese Stadt so manchen Wiedrigkeiten beharrlich trotzt!
Natürlich hat Bayreuth seine Baustellen, natürlich gibt es in dieser Stadt den einen oder anderen Hemmschuh der im ewigen gestern nach dem Motto lebt, Brauch mer net. Aber das was da Herr Sand von sich gibt ist einfach nur eine in fast allen Punkte maßlos übertriebene Frechheit.

Was muß dieser Mensch und auch der eine oder andere Befürworter hier nur böses in dieser Stadt erlebt haben um solch eine, ja fast schon Hasspredigt von sich zu geben!

Ja und glaubt ihr denn das Bayreuth mit seinen Problemen, die es sicher hat, alleine da steht? Es gibt sicher viele vergleichbare Städte in diesem Land auf die so ein Artikel genauso verfasst werden könnte!
"Schmatzenhoeher", Sand findet nicht nur "nicht alles toll", er findet alles fürchterlich. Das ist dann schon ein Unterschied. Konstruktive Kritik ist prima, blinder Hass voll daneben. Vielleicht wollte Sand ja tatsächlich nur Aufmerksamkeit und das ist ihm ja perfekt gelungen. Inhaltlich ist der Artikel trotzdem schwach, er sollte sich besser einen anderen Job suchen. Möglicherweise auch besser in einer anderen Stadt. Irgendwo wird es schon gut genug sein für ihn. Warum zur Hölle kommt er nach Bayreuth zurück??

"Bayreuthniemehr", ihrem Beitrag nach zu urteilen, geht's Ihnen ja schon ziemlich scheiße, deshalb besser kein Shitstorm. Mich würde aber interessieren, in welcher tollen Stadt Sie jetzt wohnen.
... ich glaube er kommt bald wieder ;-)
Wie immer wird der Kern des Problems ignoriert , totgeredet oder mit Beleidigungen außer Kraft gesetzt. Ach übrigens Dr. Jeckyll - ich habe es nicht nötig mir verschiedene Pseudonyme zuzulegen. Aber wie gesagt... Ablenken vom Problem hilft schon irgendwie.

Man muss sich mal diese Aussagen auf der Zunge zergehen lassen: "wenn man es in Bayreuth schafft..." oder sinkende Zahlen werden im www widerlegt. Dann sollte man mal die richtigen Seiten im Web besuchen.
Einer Prognose des Bayerischen Statistischen Landesamtes zufolge wird die Einwohnerzahl Bayreuths zwischen 2009 und 2029 um ca. 6,5 % abnehmen. Mit den weiteren Kommentaren, die man hier so lesen kann wird Herrn Sands Beitrag nur weiter untermauert.

Wer hier von einer schönen Stadt mit offenen Menschen spricht, der ist wohl nie über Sankt Georgen, dem all-inclusive-Urlaub in Weissenstadt oder die Grenzen Bindlachs hinausgekommen.

Jetzt könnt ihr euch über mich oder Herrn Sand beschweren, weiter zusehen wie die Stadt verfällt und Euch einreden wie schön es doch in Bayreuth ist.
Die Einwohnerzahl soll laut Prognose bis 2029 um 7,5 - 2,5 Prozent abnehmen.
http://www.bmi.bund.de/DE/Themen/Gesellschaft-Verfassung/Demografie/Demografiebericht/Infrastruktur-Mobilitaet/infrastruktur-mobilitaet_node.html
Ganz schlimm wird es aber Wunsiedel und auch Hof treffen.
Ist halt auch der Lage geschuldet.
Wie es wirklich kommt, wird man dann in 15 Jahren sehen.
@Bayreuthniemehr

Halloooo. Sie sagen es selbst. PROGNOSE. Das heißt noch lange nicht das es auch so kommen wird. Davon abgesehn ist diese P. von 2009 und BT hat seit dem nur durch den Zensus von 2011 Einwohner verloren. Ohne diesem ist die Zahl seit 2009 sogar um ca. 900 Einwohner gestiegen. Soviel zu Prognosen.

Und wo werden hier Probleme ignoriert?
Bayreuth hat sie, aber sicher nicht mehr wie andere vergleichbare Städte.

Wenn einem eine Stadt nicht gefällt ist es das Eine, aber was das hier soll entzieht sich jedem gesunden Menschenverstand!
"Bayreuthniemehr", von der demographischen Entwicklung in Deutschland haben Sie aber schon mal was gehört, oder? Bayreuth ist davon sogar wesentlich weniger betroffen als andere Städte in Oberfranken (Hof, Selb, Wunsiedel...!) oder vielen anderen Regionen Deutschlands. Manche Regionen haben eine steigende Einwohnerzahl, das mag sein. Aber mit dem Wohnungsmarkt von München möchte ich sicher nicht tauschen, da ist der in der angeblichen Hölle Bayreuth angespannt genug.

Nochmal die Frage, wo wohnen Sie denn jetzt? Sie müssen es aber auch nicht sagen, wenn Sie sich schämen. Kein Problem.

Beleidigt hat in erster Linie Herr Sand, speziell die Stadt Bayreuth und den guten Journalismus im allgemeinen. Man kann Bayreuth durchaus kritisieren, da gibt es sicher Gründe. Aber so?!
Ich lebe wahnsinnig gerne in Bayreuth, auch weil ich weiß, wie es in anderen großen und kleinen Städten ausschaut. Dagegen ist Bayreuth das Paradies, nicht die Hölle. Wenn Sie das anders sehen, freut mich das ehrlich gesagt sogar ein bisschen. Miesmacher gibt's hier nämlich wirklich genug.
Also ich kenne Leute die zwecks beruflicher Versetzung nach BT kamen,zb.aus Regensburg,Rosenheim oder München.
Deren Aussage war,in Bayreuth kann nur jemand glücklich sein der noch nie in einer anderen Stadt gelebt hat.
Ich selbst bin gebürtiger Bayreuther in 4ter Generation und lebe gerne hier.
@lokomo 1952

Mag sein. Ich behaupte dann aber das dies oft (nicht immer) Aussagen sind in Folge von er einen oder anderen "Zwangsversetzung" und sich von daher schon innerlich streuben hier Fuss fassen zu wollen!
Viele werden es nicht glauben. Ich habe fast 40 Jahre in München gelebt und bin gerne wieder in den Raum Bayreuth zurückgekommen. Ich möchte aber nicht verschweigen, dass ich unbedingt von Bayreuth weg wollte. Aber wenn ich jeztzt wieder einmal in München weile, bin ich froh, wieder hierher oder sogar "heim" zu kommen.
Natürlich liegt es auch an meinem Rentnerdasein.
Mich stört sehr viel in Bayreuth, vorallem das kleinbürgerliche Gehabe und das "Fremdln". Umso mehr muss man eben lernen, sich mit den Menschen zu arrangieren.
In einer Großstadt muss man das nicht unbedingt und so bleiben die meisten Kontakte eben oberflächlich.
Ich bin übrigens keine Ausnahme, der gerne wieder in seine alte Heimat zurückgekommen ist.
Ob nun Bayreuth schön, liebenswert, provinziell oder einfach nur langweilig ist, liegt in der Einschätzung des Einzelnen.
Dennis Sand hat sich in der "WELT" öffentlich über Bayreuth ausgekotzt in einer Form, die nach meiner Meinung als journalistisches No-Go einzustufen ist. Unabhängig davon, ob er nun in Teilen Recht hat oder auch nicht, die Form der Kritik ist so nicht hinnehmbar. Bayreuth als Vorhof zur Hölle zu titulieren grenzt schon an Rufmord und einer Diffarmierung einer ganzen Stadt. Wie das auch noch verteidigt werden kann, ist mir rätselhaft.
Für mich ist der Sand'sche Beitrag einfach nur unterirdisch, grottenschlecht und ein Beispiel dafür, wie man es besser nicht machen sollte.
Bayreuth hat Licht und Schatten, einige Probleme, manche davon hausgemacht und zum Haare raufen, und ist trotzdem doch eine ganz liebenswürdige Provinzstadt. Mich nervt zuweilen auch der Grad an Trägheit, aber ich wohne trotzdem gerne hier. Das Gesamtpaket passt schon.

Was aber wirklich schön ist: in unserem Land und sogar über die Grenzen hinweg herrscht Freizügigkeit. Wenn man nicht zueinander passt (das mag vielleicht auch an der Person liegen...), kann man jederzeit umziehen und sein ganz persönliches kleines Paradies suchen.
Ich finde die Kommentare auf den Sand'schen Artikel einfach nur klasse, denn letztlich beweisen sie nur eins ....
Setzt sich irgendjemand wirklich damit auseinander?
Lieber wird sich darüber aufgeregt, daß der Rotmain ja gar nicht Rotmain heißt, daß Jean Paul nicht in Bayreuth gestorben sei, oder Nietzschke diesen bedeutungsschwangeren Satz gesagt hat, bevor er verrückt wurde. Und dann noch ein Student, was will man dann von ihm erwarten.
Wer so auf einen Artikel reagiert, IST kleinlich und kniebohrerisch.
Auf einmal werden die Prognosen bzgl. der Bevölkerungsentwicklung widerlegt, weil sie nicht zutreffen. Aber warum denn nicht?
Weil die Uni immer weiter wächst, weil immer mehr Studenten nach Bayreuth kommen, alle Studenten dazu GEZWUNGEN werden, ihren ersten Wohnsitz nach Bayreuth zu verlegen.
ABER: und da hat Sand recht - mit den Studenten will der Bayreuther nichts zu tun haben.
Auf einmal sind sich alle einige, daß der Marktplatz schön ist, das Warenangebot klasse ist, die Vielfalt der Geschäfte ...
Habe ich da letztens etwas verpaßt. Weltbild macht zu, da soll ein 1€-Shop rein und schwups geht es wieder um den Leerstand, die Billigläden ...
Was passiert, wenn Hugendubel und Karstadt dicht machen. Es will keiner behaupten, daß die beiden sichere Bänke wären.
Was war es für ein Hallo, am Anfang des Wintersemesters, als man die bekloppten Studenten, wegen einer Unachtsamkeit, am einzig möglichen Tag des Jahres ohne Busticket im Bus antraf ... wie wurde das breitgetreten, Hohn und Spott über die Studenten ausgeschüttet ... aber die Einwohnerzahl dürfen sie hoch halten.
Hat Sand unrecht, daß die Eishockeyspieler lange Zeit über ihre Verhältnisse gelebt haben, immer wieder wegen Geldmangel haben zumachen müssen, daß die SpVGg nach dem endlich geglückten Aufstieg - der Durchmarsch in die oberen Ligen war ausgemacht - weil man ja einmal, keiner von damals kann sich wirklich noch erinnern - irgendwann einmal in der 2. Liga gespielt hat. Aber der Zusammenhalt war so mickrig, daß es für ein ordentliches Begräbnis von Seele gerade mal so gereicht hat.
Und die Basketballer bemühen heute immer noch den Meister- & Pokalsieg von 1989 ...

Und dann, widerlegt wird Sand nicht ... Bayreuth ist nur etwas für Einheimische. Wer hier aufgewachsen ist, will hier lieber nicht weg, wer hier herkommt, ob aus Versehen, freiwillig oder zwangsweise, will lieber wieder weg. Und wer freiwillig wieder zurück kommt, ist meist fortgeschrittenen Alters ....

Anstatt auf die Studenten (pauschal) einzuprügeln, sollte sich der Bayreuther einmal Gedanken darüber machen, was ohne die Uni hier noch los wäre, bzw. anders herum, welche Bedeutung die Uni - im täglichen, wirtschaftliche, kulturellen, sportlichen etc. - Leben für die Stadt hat.

Auch wenn es schwer fällt, denn das zeigt die Art der Kommentare, hat Sand ein ganzes Stück weit recht und das zeigt der Inhalt der Kommentare.
@runnershigh:
Ich habe mich mit dem Artikel auseinandergesetzt und kam zu der Erkenntnis: Polemik in Reinkultur! Keinerlei differenzierte Betrachtungsdarstellungen, null komma null Fakten zur Stützung der dreist gebrüllten Verbalklatschen.
Und natürlich kann man mit den Schultern zucken, wenn einer irgendwelchen Halbwahrheiten veröffentlicht; man kann es aber auch richtig stellen. Kleinlich und kniebohrerisch ist aus meiner Sicht Herr Sand mindestens genauso wie der Durchschnitts-Bayreuther, wenn er meint, so dermaßen unkonstruktiv SEINE Sicht dieser Stadt in der "WELT" zu verbreiten. Klar, man könnte auch sagen: was interessiert's mich; soll er doch - egal.
Studenten werden zu gar nichts gezwungen. Sie haben das Recht und die Freiheit, sich den Studienort auszusuchen - und die Hochschule gratis besuchen. Und die Behauptung, DER Bayreuther will mit Studenten nichts zu tun haben, ist an Pauschalheit nicht zu übertreffen - polemisch!
Ich entnehme aus Ihrem Kommentar, dass Sie wohl auch Student sind oder waren, nur so kann ich mir Ihren vorletzten Absatz erklären.
Und nochmal: Es ist nicht die Frage, ob Sand in Teilen Recht hat oder nicht; der Stil des Herrn Sand ist voll daneben und zeugt auch nicht gerade von Großstadtklasse. Der Ton macht die Musik und das sollte man schon von zuhause mitbringen - Student oder nicht.
Genau das ist das Problem: Die fehlende differenzierte Betrachtungsweise. Die fehlt natürlich beim Sand-Artikel (ganz bewusst, sonst hätte der ja keinerlei Beachtung gefunden), aber auch bei einigen Kommentatoren hier.

Pure Polemik statt konstruktiver Kritik. Genauso könnte Zinnecker einen Artikel über Berlin schreiben, in dem er die Stadt als subventioniertes Drecksloch bezeichnet, unfähig einen Flughafen zu bauen oder eine S-Bahn zu betreiben. Oder er könnte Hof eine Stadt ohne Sonne nennen, mit 10 Monaten Winter, Hartz4-Empfängern und tausend Einwohnern weniger pro Jahr. Er könnte die Münchner als unglaublich arrogant bezeichnen. Oder ganz Sachsen als Land der Nazis.

Vielleicht ist da an allem etwas Wahres dran, trotzdem ist es unfair und einseitig. Zinnecker würde den Artikel um die Ohren gehaut bekommen, völlig zurecht.

Und genau das passiert hier. Sand wollte das nach meiner Meinung auch. Also wird er es aushalten. Jetzt im Umkehrschluss den Bayreuther für diesen erbärmlichen Artikel verantwortlich zu machen, ist falsch. Ich bin sogar froh, dass sich jede Menge Leute dagegen wehren und sich bei den Bayreuthern so etwas wie ein Zusammengehörigkeitsgefühl zeigt. Das war nämlich hier nicht immer selbstverständlich, im Gegenteil – und das wäre etwas, was man wirklich kritisieren sollte.





an Pauschalheit nicht zu übertreffen ...
genauso pauschal argumentieren sie! Es sind ja gar nicht alle Bayreuther, die die Studenten ablehnen. Sie können aber auch nicht wirklich behaupten, daß es lediglich Einzelfälle sind, die Probleme mit den Studenten haben.
Gibt es Lärm in der Stadt, ist es der Student. Ist jemand angetrunken, ist es der Student. Fährt jemand auf dem Markt Rad, ist es der Student. Fährt jemand nachts ohne Licht, ist es der Student. Wird ein Rad geklaut, ist es nachts der lärmende, weil betrunkene Student. Wird einem das Rad gestohlen, dann dem blöden Studenten, der zu faul war, es abzuschließen ....

polemisch:
Rufen sie sich die Kommentare letztes Jahr im Herbst in Erinnerung, als die Studenten an DEM EINEN Tag ohne Ticket gefahren sind, weil sie sich nicht über das Kleingedruckte des Semestertickets informiert hatten. Die Kübel, aus denen Hohn und Spott über die xxxxxxxx Studenten ausgeschüttet wurden, konnten nicht groß genug sein.
Nicht einer, der sich über die plötzliche Flut an Kontrolleuren wunderte, keiner der sagte, daß hätte man auch anders lösen können - im beiderseitigen Einvernehmen.

frei von Polemik ist aber auch nicht, daß die Studenten die Hochschule kostenlos besuchen dürften. Ihre Schulbildung auch kostenlos gewesen.

Mein vorletzter Absatz: machen Sie sich doch einfach mal die Arbeit, und ziehen sie die Studenten von der Einwohnerzahl ab.
Dann schlüge die Demografie nämlich auch in Bayreuth mit jährlich 2,5 - 7,5% weniger voll durch.
Nehmen sie die ca. 2.000 weiteren Beschäftigten, die ihr Auskommen an der Uni bestreiten.
Überlegen sie sich, was 14. od. 15.000 weniger Einwohner bedeuten würde, für die Stadt. Weniger städt. Bedienstete, weniger Arbeitsplätze in den Supermärkten, einiges weniger an Läden - und der angeblich doch so tollen Auswahl - in der Stadt. Und 13.000 zwangsweise an den Studenten gebrachte Semestertickets, die die Verkehrsbetriebe dauerhaft alimentieren, den Stadtsäckel entlasten. Keiner denkt über die Buslinien, die Preise für die Tickets nach, darüber, daß die Semstertickets wohl auch das Kreuzsteinbad quersubventionieren.
Wohl keinen Fußball, Basketball oder Eishockey.
Viele Studenten sind Mitglieder in anderen städt. Sportvereinen.
Aber das wollen EINIGE - um Pauschalierungen zu vermeiden - nicht sehen. Dann wäre Bayreuth kaum mehr als Kulmbach.
Ohne die Uni wäre Wolfsbach wohl immer noch grüne Wiese und ohne die Juristen wären wohl viele Gerichte nicht (mehr) in Bayreuth ansässig, was zur Folge hätte, daß viele der ansässigen Rechtsanwälte sich woanders wohl fühlten ...

und ja, der Ton macht die Musik.
Aber auch bei Wagner gab es dieses Jahr wieder Mißtöne. Die werden aber gerne totgeschwiegen, die Kritiker sind ja nach dem letzten Vorhang auch schnell weg und die restlichen Statistiken, bzgl. Übernachtungen etc. kann man so lange drehen und wenden, bis sie jedem einzelnen passen.

Natürlich findet man immer Angriffpunkte beim anderen, damit man sich nicht mit der Kritik auseinander setzen muß.
Jeder, der länger als Sand in Bayreuth war, braucht das nicht zu tun. Aber es findet sich immer einer, der es hier länger ausgehalten hat.

Oder aber ich setzte mich einfach einmal ohne Eitelkeiten damit auseinander, was Sand zu Papier gebracht hat. Das täte zwar weh, würde einen aber weiter bringen.
Aber solange es einen gibt, der es in Bayreuth schön findet, ist das überflüssig.
Sie nehmen einfach Kommentare von hier aus dem Forum oder anderen Seiten und behaupten es ist die Meinung vieler Bayreuther. Ich bin ganz froh, dass es nicht so ist. Sonst wäre Bayreuth extrem rechts, fahrradfahrer- und studentenfeindlich und kleinbürgerlicher als jedes Kaff in Oberbayern. Nein, Bayreuth ist zum Glück etwas vielfältiger als dieses Forum.

Ich liebe unsere Studenten, auch wenn Sie manchmal schimpfen, laut und besoffen sind und und uns unsere Kugelschreiber aus der Bank klauen. Ohne Studenten wäre Bayreuth tot, da haben Sie vollkommen recht.

Das wird auch die Allgemeinheit in Bayreuth so sehen. Das Forum hier oder die Oma, die sich in der Stadt über die jungen Leute aufregt sind nur ein kleiner Teil* Genauso wie die Meinung von Herrn Sand, mit der sich die Bayreuther jetzt übrigens seit drei Tagen auseinandersetzen.

*genau wie die Leute, die "Schwaben raus!" an Hauswände in Berlin schmieren
Werter runnershigh,

1. ging es im WELT-Artikel nicht um Studenten, sondern um Bayreuth (laut Autor der Vorhof zur Hölle)

2. studieren Studenten ja nicht nur in Bayreuth, sondern leben hier, auf Zeit oder länger. Insofern muß ich die Rechnung nicht aufmachen - sie ist Quatsch.

3. Wenn Bayreuth die Uni nicht hätte, wäre sie wohl das, was sie heute auch ist: eine Stadt mit Verwaltungsschwerpunkt (Regierungssitz Oberfranken, Staatl. Bauamt, Rentenversicherung, Landratsamt, um nur ein paar zu nennen).´

4. Bayreuth war mal Bundeswehrstandort. Als dieser aufgelöst wurde, tat es auch weh, trotzdem gibt es Bayreuth auch heute noch :)

5. Es gibt mehr als einen, der Bayreuth schön findet. Das kann Ihnen passen oder nicht. Aber: Jeder, dem es hier nicht gefällt, kann sich umdrehen und wieder gehen (außer die armen Tropfe, die im "Cafe Viereck" verweilen.

Lassen's wir gut sein mit dem Gezicke. Es gibt Bayreuther, die Bayreuth schön finden, es gibt Studenten, die Bayreuth blöd finden; whatever.
In vier Wochen wird der Artikel des Herrn...wie war sein Name?...vergessen sein. Und Bayreuth hat seine alten Sorgen und Probleme wieder für sich.
"Wenn Bayreuth die Uni nicht hätte, wäre sie wohl das, was sie heute auch ist: eine Stadt mit Verwaltungsschwerpunkt (Regierungssitz Oberfranken, Staatl. Bauamt, Rentenversicherung, Landratsamt, um nur ein paar zu nennen)"

Eben, sag ich doch. Ohne Uni wäre Bayreuth tot. ;)

"Es gibt Bayreuther, die Bayreuth schön finden, es gibt Studenten, die Bayreuth blöd finden; whatever."

Ich kenne sogar zwei oder drei Studenten, die Bayreuth schön finden. Wahrscheinlich kommen sie aus Hof ;)

"Und Bayreuth hat seine alten Sorgen und Probleme wieder für sich."

Ja, Bayreuth hat wie jede Stadt Probleme und Sorgen. Dieser belanglose Artikel von Sand gehört aber nicht dazu.




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