Bayreuth: Die Sandsteinbrücke an der Hölzleinsmühle wird saniert

1786. In diesem Jahr stirbt der Lieblingsbruder von Markgräfin Wilhelmine, Friedrich der Große. Mozarts Oper „Le Nozze di Figaro“ wird im Wiener Bugtheater uraufgeführt. Die zwei Franzosen Jacques Balmat und Michel-Gabriel Paccard schaffen die Erstbesteigung des Mont Blanc. Und in Bayreuth wird eine Brücke über den Roten Main gespannt. Eine Sandsteinbogenbrücke. Ein wichtiger Bestandteil des Verkehrsnetzes hinaus zur Eremitage und weiter nach Weidenberg.

Sanierung ist notwendig

Bis in die 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts führt die Staatsstraße 21 über die Bogenbrücke. Von Juni 1936 bis März 1937 wird nebenan eine neue Brücke gebaut. Vermutlich die Rettung für die Sandsteinbrücke „Für ihr Alter schaut sie eigentlich gar nicht so schlecht aus“, sagt Gisbert Röhle vom Tiefbauamt der Stadt. „Wäre sie länger am richtigen Verkehrsnetz gewesen, hätte sie das wahrscheinlich nicht überstanden.“ Aber die letzte Brückenprüfung – alle sechs Jahre werden die Brücken geprüft – vor zwei Jahren hat ergeben: „Die Standsicherheit ist gefährdet. Sie muss in jedem Fall saniert werden.“

Der Bogen, sagt Röhle, ist in einem vergleichsweise guten Zustand. Aber die Flügelmauern, mit denen die Brücke an der Böschung andockt – vor allem auf der Seite zur Zufahrt zum Hundesportverein – haben sich verschoben. „Die Flügelmauer in Oberstromrichtung könnte abreißen und ins Wasser stürzen“, sagt Röhle. Das ist die Mauer, auf die man zugeht, wenn man von der Hölzleinsmühle kommt.

Brücke gehört zum Wegenetz der Landesgartenschau

Die Stadt Bayreuth packt die Sanierung jetzt nicht zuletzt deshalb an, weil die Brücke am Eingang der Landesgartenschau an der Eremitagestraße Bestandteil des Wegenetzes ist. Man will, dass die Brücke nicht nur fit gemacht wird für die nächsten Jahrhunderte, sondern auch wieder gut aussieht. Zu den Graffiti der vergangenen Jahre sind in jüngster Zeit neue gekommen: Die Mitarbeiter der Weismainer Firma Dietz, die die Ausschreibung für sich entschieden hat, haben die Sandsteine durchnummeriert, jeder Stein trägt in weißer Farbe eine Zahl. Damit jeder Stein nach der Sanierung seinen Platz wieder an der richtigen Stelle findet.

„Die Schäden an der Brücke bedeuten nicht, dass die Brücke dem Verkehr durch Radler und Fußgänger nicht mehr standgehalten hätte“, sagt Röhle. Aber man müsse ran, dass die Schäden nicht größer werden. „Die Brüstungen werden abgetragen, die Steine gereinigt und wieder aufgesetzt. Die Flügelmauern, die sich gesenkt haben, werden abgebaut und neu gesetzt.“ Wie bei so vielen anderen Sandsteinbauwerken hat man bei Ausbesserungsarbeiten in den zurückliegenden Jahrhunderten falsches Material verwendet: „Die Fugen sind fast alle defekt, weil man falsches Material zum Ausbessern verwendet hat: Zementmörtel, der zu hart ist für den Sandstein. Das führt zu Ausplatzungen und Rissbildung.“

Fußgänger und Radler können Notweg benutzen

Während der Sanierung, die bis Ende November abgeschlossen sein soll und für die 220.000 Euro veranschlagt sind, wird auch der Asphaltbelag herausgestemmt. „Die Brücke bekommt oben eine Betonschale, die nach unten hin dicht ist und verhindert, dass der Bogen ständig durchfeuchtet wird“, sagt Röhle. Statt Asphalt wird Granitpflaster verlegt. „40 mal 20 Zentimeter, so wie man es früher eben hatte.“ Während der Bauarbeiten führt ein Notweg über die neuere Brücke Fußgänger und Radler um die Baustelle herum.

Mirko Streich, der Pressesprecher der Landesgartenschau-Gesellschaft, sagt, man sei „sehr erfreut, dass die Stadt die Brücke saniert, denn sie sah ja nicht mehr so schön aus – und sie gehört ja zum Wegenetz während der Gartenschau einfach mit dazu“. Denn: Die Brücke verbinde im nördlichen Teil des Areals zwei große Ausstellungsbereiche. Unter anderem werden sich dort Beiträge des Landkreises, des Landwirtschaftsministeriums und der Uni Bayreuth befinden. Die Brücke sei aber auch in der Konzeption der Gartenschau, die auf die Verbindung Bayreuths und der Markgräfin Wilhelmine anspielt, von großer Bedeutung: „Sie ist ein historisches Zeugnis aus der Zeit der Markgrafen“, sagt Streich.

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