Bauske holte nur 16 Prozent

„Das ist natürlich eine Enttäuschung“, sagte er. Im Vergleich zur letzten Bundestagswahl 2013 bedeutet dies bei den Erststimmen einen Verlust von fast sieben Prozent. Der damalige Kandidat Simon Moritz hatte 22,8 Prozent geholt. Dies hänge mit dem Abwärtstrend der SPD zusammen, suchte Bauske eine Erklärung. Fakt ist: Der Bundestagswahlkreis, zu dem die Landkreise Kulmbach und Lichtenfels sowie Teile des Landkreises Bamberg gehören, ist seit 1950 fest in den Händen der übermächtigen CSU.

Fähnchen und Luftballons

Über die deutliche Niederlage der Bundespartei konnten auch die dunkelroten SPD-Fähnchen und die roten Luftballons auf den Tischen nicht hinwegtäuschen. Von Anfang an war klar, dass Bauske mit Platz 38 auf der Landesliste keine Chancen auf den Einzug in den Bundestag hatte. Die rund 30 SPD-Anhänger in der Gaststätte Katzbachtal am Rande der Stadt hatten offenbar mit dem schlechten Abschneiden ihrer Partei gerechnet. „Man merkte schon an den Infoständen, dass sich die SPD im Wahlkampf schwertut“, räumte die Kulmbacher Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Inge Aures offen ein.

Bauske wurde auf der Wahlparty mit höflichem Applaus empfangen. Ein bundesweites Ergebnis von gut 20 Prozent sei „nicht berauschend“, sagte er. Er habe sich im Wahlkreis „nicht als Importkandidat gefühlt“, kokettierte der Bayreuther, der im Stadtrat SPD-Fraktionsvorsitzender ist. Bekanntlich gibt es zwischen den beiden Städten immer wieder einmal Frotzeleien oder Zwistigkeiten, wer die Nase vorne hat. Beobachter glauben, dass Bauske die Kandidatur als Sprungbrett für ein anderes politisches Amt genutzt haben könnte.

Tritt Bauske in Bayreuth an?

Zur Frage, ob er möglicherweise im nächsten Jahr in Bayreuth für den Landtag kandidieren wolle, antwortete er ausweichend. „Mal schauen, was passiert“, zeigte er sich zugeknöpft. Er selbst bestätigte sich, einen „ordentlichen Wahlkampf“ geführt zu haben. Mit seinem Wahlmobil habe er 5000, mit seinem Privatwagen 17 000 Kilometer zurückgelegt. Man dürfe sich nicht unterkriegen lassen, die SPD bleibe ein Bollwerk der Demokratie, sagte er zum Schluss. Dafür gab es kräftigen Applaus.

3.7 (3 Stimmen)

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