Bauske attackiert Merk-Erbe

Der wiedergewählte Vorsitzende des Stadtverbands Halil Tasdelen hatte bei der Versammlung angekündigt, dass man zur Oberbürgermeister-Wahl einen oder zwei Hochkaräter präsentieren werde. Thomas Bauske, Vorsitzender der Stadtratsfraktion, der bereits in Kulmbach erste Erfahrungen als Wahlkämpfer sammeln durfte und sich offenbar noch immer oder schon wieder im Wahlkampfmodus befindet, nutzte das ihm sich bietende Forum sogleich für einen Frontalangriff gegen die amtierende Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe (Bayreuther Gemeinschaft). „Was die aktuelle Oberbürgermeisterin kann, ist Grußworte lesen und zur Bevölkerung gehen.“ Zum Amt des Oberbürgermeisters gehöre aber mehr dazu. Die Oberbürgermeisterin sei kommunikationsunfähig, sagte Bauske. Erst, wenn etwas in der Zeitung stehe, komme Bewegung in die Sache.

Stadthalle als Millionengrab

Die Suche nach einem Namen für die Stadthalle zum jetzigen Zeitpunkt hält Bauske für ein Ablenkungsmanöver, um sich nicht mit den tatsächlich entstehenden Kosten befassen zu müssen. Halil Tasdelen hatte zuvor, anstelle der ursprünglich veranschlagten 55 Millionen Euro, Zahlen von 80 bis 100 Millionen Euro in den Raum gestellt und von einem „Millionengrab“ gesprochen.

Bauske kritisierte außerdem, dass bislang noch nicht viel auf der Baustelle passiert sei: „Man müsste Herzblut verwenden, dass es vorwärts geht.“

Und in Anwesenheit von Alt-Oberbürgermeister Dieter Mronz forderte der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion: „Wir können und müssen zeigen: Was macht die Oberbürgermeisterin nicht. Und wir müssen ein vernünftiges Angebot unterbreiten, damit wir wieder den Oberbürgermeister stellen.“

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Kommentare

Herr Bauske, sie sprechen mir aus der Seele. An Merks Erbe wird Bayreuth noch lange nach ihrer Pensionierung laborieren. Wichtige infrastrukturelle Weichen wurden nicht oder falsch gestellt. Geld wir hinausgepulvert um sich weiße Elefanten zu schaffen und zu halten. Wenn der Bürger die Hand reicht, gibt es mit dem Rohrstock. Das Versprechen, Bayreuth zur familienfreundlichsten/ kinderfreundlichsten Stadt Deutschlands zu machen klingt heute wie Hohn. Darauf angesprochen wird Frau OBin richtig gallig. Im Prinzip heißt es jetzt: Augen zu und durch. Die nächste Wahl kommt bestimmt. Aber was dann? Bei der CSU gilt seit jeher Fraktionszwang in allen Belangen: Denken und für die individuellen Werte einstehen ist unerwünscht. Die "kleinen" Fraktionen ziehen sich auf ihr weiches Lager der Fundamentalopposition zurück. Ich bin kein SPD-Anhänger (noch nicht), sehe jedoch gerade in der SPD-Fraktion das Potenzial für eine bürgernähere Politik, die zuhört, versucht zu verstehen und damit dem Bürgerdialog eine Chance gibt. Scheinbar hat man hier noch nicht vergessen, wo man herkommt und wofür man eigentlich gewählt wurde.
Ich trau mich wetten, dass es unter SPD-Herrschaft keinen Furz besser wird!!!
Kann sein. Das oben Beschriebene gibt lediglich meinen persönlichen Eindruck wieder, den ich in den vergangenen Monaten im Zuge der Kommunikation mit dem Stadtrat und der Stadtverwaltung gewinnen "durfte". Kann schon sein, dass sich durch eine SPD-Führung nicht unmittelbar fundamentale Veränderungen ergeben würden. Schließlich gibt es auch Rahmenbedingungen/ Restriktionen gerade im haushalterischen Bereich, welche nicht so leicht zu ändern sind. Ich denke aber schon, dass eine SPD, in der nicht nur Juristen und Unternehmer sitzen, mit einer bürgernäheren Agendagestaltung so einiges anstoßen könnte. Bei den anderen großen Fraktionen scheinen mir die Partikularinteressen zu sehr durch. Mir wäre es einen Versuch wert. Aktuell gilt aus meiner Sicht: Schlimmer geht nimmer.
@EkelAlfred;
Auch wenn ich Ihre Kritik an der OB teilweise nachvollziehen kann, kann ich Ihre Begeisterung für Herrn Bauske in keiner Weise teilen. Gerade, weil auch ich ihn in der letzten Zeit immer wieder live erlebt habe, sehe ich ihn als einen Mann, der im Stadtrat die Fundamentalopposition gegen die OB sucht, um sich zu profilieren. Zum Schaden von Bayreuth. Vieles, wenn nicht sogar das meiste, an dem wir noch „lange laborieren“ werden hat der Stadtrat zu verantworten, mit Entscheidungen bei den gerade Bauske mit seiner Fraktion den negativen Ausschlag gab.

Bei der Zusammensetzung des Stadtrates sehe ich gerade mal drei Unternehmer (alle CSU) und vier Juristen (3* CSU und 1* BG) aber insgesamt 12 Mediziner.

Ein – guter - Jurist mehr würde der einen oder anderen Fraktion sicher guttun, die Unternehmer sind mit Sicherheit nicht überrepräsentiert, die Mediziner hingegen deutlich.
Bauske würde nicht mal in die Stichwahl kommen... aber gut...
Gott sei Dank dass wir jetzt wissen wer gegen die Stadthalle gestimmt hat. Wenn nunmehr die mit Schlauheit geschlagenen SPD Volksvertreter erkennen dass die Kosten höher werden bin ich geplättet. In welcher Welt leben diese Räte? Was soll das?
Argumente bitte.
Kritisieren wo man selbst dabei war bringt nichts außer Kopfschütteln.
@EkelAlfred: Hier mal ein paar Stichworte zu Dingen aus den vergangenen fünf Jahren. Und jetzt sagen Sie mir einmal, was daran so schlimm ist? Oder es geht es bei Ihnen um eigene Interessen?

… Bayreuth hat durch Sondertilgungen den niedrigsten Schuldenstand seit 2001 (2012: 122,9 Mio. Euro // Ende 2017 > 110 Mio. Euro)

... die Rentenversicherung wird an der Lohengrin-Therme eine neue Kurklinik bauen.

… das Mammutprojekt Stadthalle, an das seit vielen Jahren niemand ran traute wird mit ein einer Top-Planung mit einer fantastischen Förderung saniert. Von den 55 Millionen muss die Stadt nur 16 Mio. € aufbringen. Die Stadtwerke haben für die Tiefgarage am Geißmarkt einen Investor gefunden

… Bayreuth hat den höchsten Beschäftigungsstand aller Zeiten (2011 = ca. 41.000 // 2017 = ca. 46.000)

… an einem ehemaligen Problemviertel entsteht jetzt das tolle neue Wohngebiet "Untere Rotmainaue"

… der Ausbau des Breitbandnetzes wurde in den letzten Jahren enorm ausgebaut

… Bauverein, Wohnungsbaugesellschaft und GeWog schaffen gerade überall neuen oder sanierten Wohnraum.

… Tennet, medi, cybex, Stäubli, die Barmer, Fraunhofer Institut, Markgraf, Maisel und Co. investieren, sorgten und sorgen - was auch wegen der BAT wichtig ist - für neuen Stellen.

… viele innerstädtischen Brachen und Leerstände sind weg (Schuh Mücke, Osteria, Loher, Hotel Rheingold, bald im Hotel im alten C&A-Gebäude)

… Jahrelang Wahlkampfthema: Die neue Dreifachturnhalle am Stadion ist endlich gebaut.

… in den letzten Jahren wurde durch die Erweiterung von etlichen KITAS und Krippen die erforderliche Versorgungsquote deutlich übertroffen. Darüber hinaus wurden zahlreiche Kinderspielplätze neu angelegt oder saniert.
Sehr gute und inhaltlich nahezu vollständige Auflistung! Danke!
@hohehu: Gestern wurde im Stadtrat bekannt gegeben, dass der Schuldenstand zum Jahresende sogar auf 108 Mio Euro gesenkt werden kann!.
Montag, 13. November 2017 - 11:06