Baum als Zeichen der Ökumene

Der Wiesweiherpark ist um einen Baum reicher. Wenn alles gut geht, wird die Winterlinde 40 Meter hoch und 1000 Jahre alt. Den Anfang gestalteten viele mit, als am Dienstag anlässlich des 500. Reformationsjubiläums von Vertretern der evangelischen, katholischen und evangelisch-methodistischen Kirchengemeinde und Bürgermeister Uwe Raab eine Winterlinde gepflanzt wurde. Viele Besucher des vorangegangenen Gottesdienstes in der St. Bartholomäuskirche schlossen sich den Geistlichen mit Eimerchen und Plastiktüten voller Erde an, um gemeinsam den „Friedensbaum“ zu pflanzen, wie Bürgermeister Raab die Symbolik der Linde erläuterte.

Posaunenchor begleitet musikalisch

Ein prächtiges Exemplar von rund sechs Metern Höhe konnte aus dem fränkischen Gartenparadies Effeltrich besorgt werden. Zur musikalischen Begleitung des Posaunenchors stachen Dekan Gerhard Schoenauer, Pfarrer Peter Klamt von der katholischen Herz-Jesu-Kirche, der evangelisch-methodistische Pastor Stefan Schörk und Bürgermeister Uwe Raab die roten Schaufeln in die dunkle, fruchtbare Erde und warfen die ersten Brocken auf den Wurzelballen des Jubiläumsbaums. Danach waren alle Beteiligten dazu eingeladen es ihnen gleich zu tun. Groß und Klein war dem Kirchenzug von der St. Bartholomäus-Kirche zum Wiesweiher gefolgt und legte Hand an.

Drei Kurzpredigten

Darunter auch das katholisch-evangelisch-lutherische Ehepaar Hanna und Werner Häckel und die evangelisch-methodistische Elvira Hofmann, die sich über die „besondere Gemeinschaft“ an diesem Tag freuten. Ebendiese wurde im vorangegangenen ökumenischen Gottesdienst zelebriert. Schon der Einzug zu Posaunenchor und Pauken setzte den festlichen Rahmen der Feierlichkeiten, zu denen mehr als 700 Menschen gekommen waren. Ein Zeichen für das „Bedürfnis der Menschen nach Gemeinschaft“, da waren sich die Geistlichen einig. Bei den drei Kurzpredigten wurden empathisch das Verbindende und die gemeinsamen Wurzeln beschworen, die neuen Wege, die sich auch durch die Verschiedenheit eröffnen können und die „Früchte des ökumenischen Baums“, die durch die „Freiheit eines Christenmenschen“ erst ermöglicht werden.

Dem abschließenden Ritual der Selbstverpflichtung, mehr Kooperation und Verbundenheit zu leben, folgten Fürbitten und ein dreifacher Segen der drei Geistlichen.

Dem Leben einen Sinn geben

Mit der ökumenischen Kinderbibelwoche, der Nacht der Lichter, der Pegnitzer Tafel und „immer, wenn’s brennt“, so Stefan Schörk, der bereits im neunten Jahr der methodistischen Gemeinde vorsteht, wird bereits an einem Strang gezogen. Für Dekan Schoenauer gibt es „ganz andere, wichtigere Probleme, denen wir uns stellen müssen: Frieden, dem Leben wieder Sinn geben und Seite an Seite mit Muslimen einen gemeinsamen Weg finden“.

Den festlichen musikalischen Rahmen gestalteten der Posaunenchor, der Kantoreichor St. Bartholomäus und Kantor Jörg Fuhr an der Orgel. Vor allem beim Lied „Nun singe Lob, du Christenheit“ war die Kraft einer einheitlichen Stimme aus 700 Kehlen im großem Raum zu spüren.

Symbol für Gemeinschaft

„Es braucht immer mal wieder Symbole wie heute“, so Schörk. Die neu gepflanzte Versöhnungslinde im Wiesweiherpark ist so ein Symbol – für Gemeinschaft, friedliches Miteinander und verbindende Herzensentscheidungen, worauf ihr botanischer Name bereits hinweist: Tilia cordata, die herzförmige Linde.

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Montag, 13. November 2017 - 11:06