Bankenfusion ohne wirtschaftlichen Druck

Bei einem Pressegespräch erläuterten die Vorstände Robert Haubner und Joachim Geyer (beide Kemnather Land - Steinwald) sowie Herbert Meier und Thomas Keck (beide Grafenwöhr-Pressath) ihre Beweggründe für die geplante Fusion. Unterstützt wurden sie von den Vertretern der jeweiligen Aufsichtsräte Hans Kammerer (Vorsitzender Grafenwöhr-Pressath) und Johannes Reger (Stellvertretender Vorsitzender Kemnather Land - Steinwald).

Turbulente Zeiten

„Wir leben in turbulenten Zeiten“, sagte Joachim Geyer. Zeiten, in denen die Banken mit mehreren Themen konfrontiert würden. Geyer nannte hier die „überbordende und belastende Regulierungswut“ der Europäischen Zentralbank, die Niedrigzinsphase mit einem massiven Wegbrechen der Hauptertragsquelle der Banken sowie das sich ändernde Kundenverhalten hin zu mehr digitaler Kommunikation. „Diese Entwicklungen führen dazu, dass Banken überlegen, näher zusammenzurücken, um Herausforderungen gemeinsam mit vereinten Kräften begegnen zu können“, sagte Geyer.

Sowohl Robert Haubner wie auch Herbert Meier betonten, dass die beiden Banken aus der Position der wirtschaftlichen Stärke handeln. „Es gibt aktuell keinen Druck für eine Fusion, aber wir müssen auch in die Zukunft schauen“, so Meier. Die Rahmenbedingungen in den kommenden Jahren würden sich sicher noch weiter ändern, entsprechend sei man sehr gut vorbereitet.

Keine Schließungen oder Entlassungen

Haubner unterstrich in seinen Ausführungen, dass sich die künftigen Partner bereits gut kennen und in der Vergangenheit auch schon kooperiert hätten. Sämtliche Vorstände versicherten, dass es im Zuge der Fusion weder Filialschließungen noch Mitarbeiterentlassungen geben werde.

Gespräche zwischen den beiden genossenschaftlichen Banken gibt es bereits seit 15 Monaten: Begonnen hat es ganz lose mit einem Austausch darüber, was möglich sei. Im Frühjahr war man in Sondierungsgespräche eingestiegen, die Fusionsverhandlungen laufen seit Ende September. „Und ich hege keinen Zweifel daran, dass wir uns finden“, so Meier. Auch die beiden Aufsichtsräte hätten „grünes Licht“ für die Fusionsverhandlungen gegeben. „Die Chemie passt, das neue Gebilde wird ein Erfolg“, so Hans Kammerer und Johannes Reger.

Namens-Wettbewerb

Die letztendliche Entscheidung über die Fusion müssen im April 2017 die Vertreterversammlungen der beiden Banken mit jeweils einer Dreiviertelmehrheit fällen, die Fusion soll dann rückwirkend zum 1. Januar 2017 erfolgen. Ein Name für das neue Bankengebilde steht noch nicht fest. „Für die Namenssuche soll es einen Mitarbeiterwettbewerb geben“, sagte Geyer. Der Hauptsitz der Bank soll weiterhin in Kemnath bleiben, angedacht sind vorerst vier Vorstände.

Anderweitige Fusions-Optionen sind für beide Banken nicht in Frage gekommen, wie entsprechende Gespräche gezeigt hatten, so Geyer. Ähnlich sah es auch Meier: „Hier können wir uns richtig einbringen, woanders geben wir wahrscheinlich den Schlüssel ab!“

420 Millionen Euro Bilanzsumme

Vorstand Thomas Keck informierte zu den Zahlen und Fakten der Fusion (basierend aus den Bilanzen zum 31. Dezember 2015). Demnach wird die Bilanzsumme in der neuen Bank etwa 420 Millionen Euro betragen. Die Kundengelder werden dann bei 350 Millionen Euro, die Kundenkredite knapp 190 Millionen Euro betragen. Die Zahl der Genossenschaftsmitglieder wird bei über 10.000 liegen, die Zahl der Kunden bei gut 27.000.

Da alle Mitarbeiter übernommen werden, werden künftig 111 Menschen in der Genossenschaft tätig sein. Die bisher vier „Waren“-Mitarbeiter der Raiffeisenbank Grafenwöhr-Kirchenthumbach werden in die „Waren-GmbH“ integriert, genauso das Lagerhaus sowie die beiden Tankstellen. Nicht ändern wird sich auch bei der Anzahl der Geschäftsstellen, die gleichbleiben wird: Insgesamt zehn Geschäftsstellen und zwei SB-Standorte wird es in der neuen Bank-Genossenschaft geben.

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