Bald wieder Bier aus Bischofsgrün?

Die Kommune hat schon mal erste Pflöcke eingeschlagen. Und das Projekt "Kleinbrauerei/Nahwärmezentrale" bei ISEK, dem Integrierten Städtischen Entwicklungskonzept, angemeldet. Über dieses Konstrukt koordinieren die vier Ochsenkopfkommunen seit Jahren ihre Vorhaben und rufen Zuschüsse ab, die sie im Alleingang nicht bekämen.

Es gibt bereits ein Konzept, das im Gemeinderat unter Federführung von ÜWG-Gemeinderat Fritz Baumgärtel entstand, wie Bürgermeister Stephan Unglaub unlängst im Gemeinderat bekanntgab. Es bedarf noch der Abstimmung mit Behörden, viele Details und Fragen sind noch offen, aber die Grundrichtung ist vorgegeben.

Brauerei: Bier wurde in Bischofsgrün seit 1729 gebraut, damals in einem Kommunbräuhaus am Hüttenweiher. 1899 nahm die Kaiserbräu, deren Wurzeln bis 1813 zurückreichen, ihren Betrieb am Standort an der Jägerstraße auf. Und florierte, vor allem nachdem die Kommunbräu 1919 den Betrieb einstellte. 1924 entstand das neue Sudhaus, das im Kern noch das heutige Gebäude ist. Im Jahre 1974 wurde die Kaiserbräu von der Kulmbacher Reichelbräu übernommen, nachdem die Teilhaber bei guter Geschäftslage nicht über die nötige Erweiterung einig wurden. Die neuen Eigentümer schlossen die Brauerei. Seither kommt das in Bischofsgrün getrunkene Bier überwiegend aus Kulmbach. Alte Gläser, Krüge und Bierdeckel mit dem Logo der Kaiserbräu, dem Asenturm, sind bis heute gesuchte Sammlerobjekte und haben vielfach in Bischofsgrüner Privatwohnungen oder als Deko in heimischen Gaststätten überlebt.

Vor einigen Jahren ersteigerte ein Käufer die Immobilie, ohne dass sich in der Folge viel tat. Aktuell ist der traditionsreiche Bau wieder in einheimischen Hände, die Eigentümerin ist in die Pläne der Gemeinde eingebunden.

Offen ist, ob die angedachte Brauerei ein Gewerbebetrieb eines Investors wird oder eine Kommunbräu, bevorzugt mit Brauereischänke beziehungsweise Gastronomie. Wenn es nach Bürgermeister Unglaub geht, und es entsteht eine Brauerei, dann wird sie jedenfalls "mehr als nur ein paar Flaschen Bier im Monat als Souvenir für Urlauber" produzieren. Es würde sich also eher um eine größere Anlage handeln als zum Beispiel die in Goldkronach geplante kleine Kommunbräu, die auf Vereinsbasis funktionieren soll.

Nahwärmenetz: Seit längerem wird in der Kommune über ein zentrales Nahwärmenetz vor allem für die Liegenschaften der Kommune nahe der Jägerstraße nachgedacht, insbesondere für Kurhaus, Schule und Turnhalle. Die Zentrale dafür könnte ebenfalls in der alten Kaiserbräu untergebracht werden. Und zwar zusätzlich zu einer Brauerei. Ob das ein Blockheizkraftwerk, eine Gas- oder eine Hackschnitzelheizung wird, gehört noch zu den offenen Fragen. Ein Referenzprojekt hat man im Nahwährmenetz in Bad Alexandersbad ausgemacht.

Zuschüsse: Die Kaiserbräu liegt innerhalb des Sanierungsgebietes. Also stehen Zuschüsse aus der Städtebauförderung im Raum. Üblicherweise sind das 60 Prozent der förderfähigen Kosten. Nicht förderfähig wären Investitionen etwa für einen Wirtschaftsbetrieb. Für private investitionen kommt indes Wirtschaftsförderung in Frage. Auch für das Nahwärmenetz sind Zuschüsse wahrscheinlich.

Auch wenn viele Fragen noch offen sind: "Wir stehen in den Startlöchern und betreiben das ernsthaft", so Bürgermeister Unglaub. Im nahen Urlaub, hat er sich vorgenommen, werden jedenfalls mal einige vergleichbare Projekte in Augenschein genommen.

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