Bahnbrücken baufällig

Laut dieser Übersicht, die vor kurzem von „Spiegel online“ veröffentlicht wurde, sind folgende Eisenbahnbrücken in der Region marode:

Münchberg, Nähe Bundesstraße 289, Strecke Bamberg-Hof, Baujahr 1927, gravierende Schäden seit mindestens 2014.

Seybothenreuth, Nähe Hauptstraße, Strecke Weiden-Neuenmarkt/Wirsberg, Baujahr 1927, neu festgestellte gravierende Schäden.

Prebitz, Nähe Feldweg, Strecke Nürnberg-Cheb, Baujahr 1927, gravierende Schäden seit mindestens 2014.

Mainleus, Nähe Prötschenbach, Strecke Bamberg-Hof, Baujahr 1927, neu festgestellte gravierende Schäden.

Velden, Nähe Pegnitz, Strecke Nürnberg-Cheb, Baujahr 1927, gravierende Schäden seit mindestens 2014.

Die Deutsche Bahn AG in München bestätigte die Angaben. „Die genannten Eisenbahnbrücken sind zwar alt, aber sicher“, beruhigte ein Sprecher auf Anfrage. Es gebe keine „bröselnden Brücken“. Die Bauwerke würden regelmäßig inspiziert, das Ergebnis werde der Aufsichtsbehörde, dem Eisenbahnbundesamt, mitgeteilt. Die Brücken sind in vier Zustandskategorien eingeteilt. Die fünf aufgelisteten Brücken tragen den Hinweis „gravierende Schäden“ und gehören damit zur Kategorie 4. Dazu der Bahnsprecher: „Brücken dieser Kategorie weisen Schäden auf, bei denen eine wirtschaftliche Instandsetzung nicht mehr gegeben ist. In diesen Fällen ist es sinnvoller, die Brücke komplett zu ersetzen.“ Ein Sicherheitsrisiko für den laufenden Schienenverkehr bestehe nicht. Brücken, die nicht sicher seien, würden gesperrt. Bei den Bauwerken der Kategorie 4 heißt es auf einer aktuellen Internetübersicht der Bahn: „Erneuerungsmaßnahmen sind zu planen“. Weitere Angaben über Zeiträume und die jeweiligen Kosten gibt es nicht.

Milliarden für bundesweite Sanierung

Generell unterhalte das Unternehmen in Deutschland mehr als 25 000 Eisenbahnbrücken unterschiedlichster Bauart, bilanzierte die Zentrale der Deutschen Bahn AG in Berlin. Derzeit setze die Bahn das größte Modernisierungsprogramm ihrer Geschichte um. Gemäß der so genannten Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung zwischen Bahn und Bund sollten zwischen 2015 und 2019 rund 28 Milliarden Euro in die Schieneninfrastruktur investiert werden. Bis 2019 sollten allein aus diesen Mitteln heraus insgesamt 875 Brücken modernisiert werden. Regionale Angaben gibt es nicht.

Fahrgastverband: Es fehlt an Planern

Der Fahrgastverband Pro Bahn bleibt gelassen. Für die Brücken der Kategorie 4 müssten mittelfristig Ersatzbauwerke errichtet werden, sagte Lukas Iffländer, Pressesprecher der Bezirksgruppe Mittel- und Oberfranken. Er ging von einem Zeitraum von vier bis acht Jahren aus. Wenn dies nicht geschehe, müssten die Züge langsamer über die Bauwerke fahren. Die entsprechenden finanziellen Mittel seien vorhanden, es gebe allerdings Engpässe bei den Planern der Bahn und bei der Bauindustrie. „90 Jahre ist eine ganz ordentliche Zeit“, kommentierte Iffländer das Alter der Stein- und Stahlkolosse. Nach Darstellung der Grünen hinkt die Bundesregierung dem Sanierungsbedarf hinterher. 257 Brücken müssten jedes Jahr erneuert werden, tatsächlich seien es aber durchschnittlich nur 115, lautete die Rechnung.

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Montag, 13. November 2017 - 11:06