B 85: Felsenkeller werden verfüllt

Eingebaute Stützen in dem Felsenkeller schaffen zwar einen gewissen zeitlichen Aufschub, doch die Bruchgefahr bestehe weiterhin, heißt es in dem Schreiben des Bergamtes. "Jeder anderen geschönten Darstellung der geotechnischen Situation ist hiermit widersprochen," betont Becker die Dringlichkeit. Der Kellergang unter der Bundesstraße habe eine Überdeckung von weniger als drei Metern bis zur Oberfläche. Außerdem verlaufe in dem Bereich eine Gasleitung. Das von der Gemeinde beauftragte Büro G. Pedall hatte noch vier Alternativen vorgestellt. Das Bergamt dagegen rät zu einer sogenannten Dämmer-Verfüllung mit Brunnenbaustoff. "Das ist eine Art Magerbeton, der gut abbindet", erläutert Becker. Wichtig ist ihm, dass der Hohlraum so schnell wie möglich weg kommt.

Thema Ortsumgehung durch?

"Die sind da fein raus", kritisiert Bürgermeisterin Simone Kirschner im Hinblick auf eine Ortsumgehung. "Damit wird uns jede Möglichkeit genommen, den Schwerlastverkehr zu verbieten." Hinfällig sind damit auch Kellerbesichtigungen und auch der Denkmalschutzaspekt kommt nicht zum Tragen. Becker: "Das historische Erscheinungsbild des Kellerganges ist schon jetzt durch den Verbruch unwiederbringlich verändert."

Kosten noch unklar

Die Situation wird verschärft durch einen senkrechten Riss im Gestein, dessen Länge nicht bekannt ist. Ebenso wenig weiß man, mit welcher Mächtigkeit sich die noch tragende Sandsteinschicht sozusagen in der Schwebe befindet. Beckers Fazit: "Der Hohlraum muss weg." Und zwar schnell. Was die Abwicklung anbelangt, ist die Gemeinde außen vor, sagt Danielo Heidrich, Verwaltungsleiter in der Gemeinde Heinersreuth. Die Kosten trägt das staatliche Bauamt und damit der Steuerzahler. Wie teuer die Verfüllung des rund 19 Meter langen Kellerastes wird, ist noch unklar. "Die erforderlichen Maßnahmen werden zurzeit vor Ort mit einem Fachbüro festgelegt. Die daraus resultierende Massenermittlung wird erst die Kosten ergeben," sagt Fritz Baumgärtel vom Staatlichen Bauamt. Die Maßnahme soll im Sommer abgeschlossen sein. Eine Vollsperrung der Straße während der Bauphase sei wohl nicht nötig.

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Kommentare

Kirschner hat leider gar nichts zustande gebracht. Keinen vordringlichen Bedarf. Keinen Schwerlastverkehr, einfach nichts. Die Biogasler fahren bis nachts um 2 Uhr, auch da bekommt sie nichts auf die Reihe. Sie dürften eigentlich nur bis 22 Uhr fahren.
Wofür haben wir diese hochbezahlte Bürgermeisterin eigentlich?
Große Worte: der Amtsschimmel wird zum Rennpferd.
Und das eigentliche Problem wie immer bei ihren großen Worten, es geht nicht, weil der Amtsschimmel nur schimmelige Akten sind. Das ist kein Pferd und kann kein Rennpferd werden.
Die Wahrheit ist aber, Kirschner bekommt einen Ball vor die Füße gelegt (2014 hat der Gemeinderat den Schaden im Keller besichtigt), sie müsste den Ball nur aufnehmen und nicht mal das bekommt sie hin.
Und weil sie sich so sicher war, dass sie den Schwerlastverkehr raus bekommt, lässt Kirschner gleich mal im Westen alles bis auf 20 Meter zu Flur hin auf Gemeindegrund zubauen. Deshalb geht eh keine Ortsumgehung mehr und diese Krokodilstränen in der Zeitung glaubt doch eh kein Mensch.
Wir haben die Dame auf keiner Demo für Ortsumgehung gesehen.
Es ist schon schlimm, wie dem LKW-Verkehr mehr Vorrang gegeben wird, selbst in den kleinsten Kommunen. Dass dann einfach altes Kulturgut durch Verfüllung zerstört wird, nimmt unsere Gesellschaft so einfach in Kauf. Wir verscherbeln so unsere Heimat und unsere Identität auf billigste Weise.
Ich bin froh, dass es noch Kulturfreunde wie Sie gibt, Uwart.
Dieser Keller ist eine Besonderheit. Man kann noch am Eingang das Zoigl-Symbol sehen.
Das Haus, ein ehemaliger Gasthaus heißt Grüner Baum. Nicht, weil dort ein Baum steht, sondern weil die Keller früher von einem Baum beschattet wurden. Darauf entstanden in Franken die ersten Bierwirtschaften. Manche Keller wurden später mit Gastwirtschaften überbaut. So auch in Heinersreuth der Grüne Baum.
In Franken geht man auf den Keller. Das ist fränkische Kultur.
https://www.landkreis-bamberg.de/media/custom/1633_173_1.PDF
Kulturgut?
Wenn man ein Loch im Boden so bezeichnen möchte...
Ein von Menschen in vielen Generationen in schwerster Arbeit ausgeschlagener Keller ist ein Kulturgut!
Dann wäre alles, was Menschen jemals gebaut haben, ein Kulturgut. So ein Schmarrn!
Ich seh' jedenfalls keinen Schaden, wenn's einen Keller weniger gibt.
Lieber Grossvater, bitte etwas genauer lesen. Ich habe nicht geschrieben, dass "alles was Menschen jemals gebaut haben", ein erhaltenswertes Kulturgut ist. Interessiert es Sie denn nicht, was unsere Vorfahren alles geleistet haben? Wir als Nachkommen können uns gar nicht davon loslösen, selbst wenn wir es wollten. Damit erfüllen wir nämlich einen wesentlichen Beitrag zu Selbsterkenntnis.
Lieber Uwart,
es interessiert mich sehr wohl, was unsere Vorfahren geleistet haben. Ich bewundere auch, wie Kirchen, Burgen, Schlösser und Ähnliches zur jeweiligen Zeit mit damaligen Mitteln konstruiert und errichtet wurden. Die Inkaufnahme von unzähligen Todesopfern als Preis lasse ich unbewertet.
Aber ein in den Felsen oder Boden geschlagenes oder gegrabenes Loch zähle ich persönlich nicht dazu.
Mir ist lieber, die Sache wird vernünftig gesichert, bevor es Verletzte oder gar Tote infolge Deckeneinbruchs zu beklagen gibt.
Das Geschrei auf dieser Seite kann ich mir ohne Zuhilfenahme von übermäßig viel Fantasie lebhaft vorstellen.
Es würde doch schon reichen, wenn Sie, Grossvater, akzeptieren, dass andere solche Felsenkeller für schützenswert halten.
In Weidenberg hat man eine Stützmauer eingezogen.
Solange es diesen Keller aus dem 16. Jahrhundert gibt, solange führt auch die Straße von Bayreuth nach Kulmbach darüber. Aber gibt es heute im 21. Jahrhundert, in unserer hochtechnisierten Welt, keine andere Lösung als zufüllen? Waren die Alten früher doch viel besser als heute? Schade, dass der Artikel die 3 anderen Lösungen weglässt.
Das ist eine 180 Grad Kehrtwendung. Letztes Jahr war der Keller noch sicher, heute ist er hochgefährlich. Den senkrechten Riss gab es damals wie heute. Was stimmt denn nun?
http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/bauamt-b85-nicht-einsturzgefahrdet_492651
Ich fasse zusammen, 2014 sind Steine im Keller heruntergefallen. Der Gemeinderat, etc. wußte Bescheid. Das Staatliche Bauamt Bayreuth hat 2015 die Bundesstraße über dem Keller saniert. 2016 hat das Staatliche Bauamt Bayreuth die Statik des Kellers untersucht und den Keller als nicht einsturzgefährdet bezeichnet. 2017 ist der gleiche Keller einsturzgefährdet. Was soll man davon halten?
Weiß jemand zufällig, ob es schon konkrete Pläne über die Ansiedlung der Spedition Maisel in der neuen Ortsmitte Altenplos gibt? Da soll doch auch etwas Attraktives für die Brauerei Maisel geschaffen werden und die Brauerei hat sich doch an der Verlagerung ihrer Spedition nach Altenplos interessiert gezeigt.
Gibt es hier möglicherweise Interessenkonflikte?
Jetzt wird's für mich zu unübersichtlich.
Was genau hat die Spedition Maisel mit der Brauerei Maisel zu tun?